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Westafrika/SahelDrohende Hungersnot in Westafrika/Sahel

03-02-2012

Der Region droht nicht zum ersten Mal eine Hungersnot, wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal. Zuletzt war die Bevölkerung 2010 von einer starken Nahrungsmittelknappheit betroffen und musste Hunger leiden. Die meisten Menschen haben sich noch nicht von der Krise erholt, doch nun zeichnet sich bereits die nächste ab.

Die Situation in Westafrika und der Sahelzone

Bereits jetzt benötigen fast 12 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe. 1,3 Millionen Kinder sind unter- bzw. mangelernährt. Jährlich sterben in Westafrika/Sahel ca. 300.000 Kinder – in einem Jahr ohne Hungersnot. Bei rechtzeitiger und umfassender Hilfe kann verhindert werden,dass die Zahl in 2012 unnötig in die Höhe schnellt.

Ursachen der drohenden Hungersnot in Westafrika und der Sahelzone

  • Die Regenzeiten in der Sahelzone sind durch die Temperaturschwankungen der Meere rund um Westafrika bestimmt. Die Erwärmung der Ozeane hat Trockenperioden und Dürren zur Folge. Regenausfälle machen eine regelmäßige und reiche Ernte unmöglich. Beinahe regelmäßig kommen dafür nun die Hungersnöte.
  • In der Region wächst die Bevölkerung rasant. Bei einem Wachstum von jährlich ca. 3 Prozent, verdoppelt sich die Bevölkerung alle 20 Jahre. Das Land wird ohne Ruhepause landwirtschaftlich genutzt und regelrecht ausgelaugt. Für mehr Anbaufläche, werden Bäume und Büsche abgeholzt. Der karge Boden reflektiert jedoch die Wärme der Sonne viel stärker als Busch- oder Waldfläche. Die Temperaturen steigen, die Böden trocknen aus, der Wind weht die fruchtbare Erde hinfort. Diesen Prozess nennt man Wüstenbildung.
  • Die Ernte 2011 fiel um 25 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Die Getreidespeicher und Nahrungsmittelvorräte sind mager gefüllt.
  • Die Getreidepreise sind momentan 50 Prozent höher als letztes Jahr um diese Zeit und sie werden aller Wahrscheinlichkeit noch weiter steigen. Viele Menschen können sich die teuren Nahrungsmittel jetzt schon nicht mehr leisten.
  • Viele Menschen sind zu arm, um sich Vieh oder Land kaufen zu können. Die hohen Nahrungsmittelpreise versetzen ihnen einen weitern Schicksalsschlag.
  • Nomadische Hirtenvölker wandern auf der Suche nach Weideland für ihr Vieh quer durch die Region. Ihnen zu helfen ist eine besondere Herausforderung, da sie ständig in Bewegung sind.
  • Schlechter Zugang zur Basisversorgung verschlimmert die Ernährungssituation der Menschen. Behandlungen von Mangel- und Unterernährung sind jedoch dringend notwendig, um gesund zu bleiben und arbeiten zu können.
  • Aus Libyen, der Elfenbeinküste und dem Südsudan kommen Menschen in die Sahelzone, die auf der Flucht vor den dortigen Konflikten sind. Noch mehr Menschen, noch mehr Hungernde.
  • Die Regierungen sind nicht ausreichend auf solche Krisen vorbereitet. Sie benötigen unsere Ratschläge und Unterstützung, um der Bevölkerung nachhaltig zu helfen. Zudem gefährden terroristische Angriffe die Arbeit von Mitgliedern der Regierung und Nicht-Regierungs-Organisationen.

Die Situation in Westafrika und der Sahelzone

Folgen für Region und Bevölkerung

Neben der akuten Hungersnot haben Mangel- und Unterernährung auch langfristig negative Auswirkungen auf die Menschen und die Region. Wer nicht genug Nahrung zu sich nimmt, ist dauerhaft geschwächt und wird schneller krank. Arbeiten wird zu einer unzumutbaren Belastung. Die geringe „Leistung“ führt zu geringerer Produktion, das wiederum zu Armut. Hier wird ein Teufelskreis erkennbar, denn wer arm ist, kann sich nicht genug Nahrung leisten. Unter- und Mangelernährung sind von der World Bank als Hauptursache langsamen ökonomischen und sozialen Fortschritts anerkannt. Der Niger belegt auf dem Entwicklungs-Index der Vereinten Nationen den letzten Rang (182), Mali Rang 178, Burkina Faso 177 und der Tschad 175.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

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