Westafrika/Sahel:Dürre Westafrika: „Wir sehen kein Licht am Ende des Tunnels“

02-05-2012

Helfer von Aktion Deutschland Hilft berichten aus den Krisengebieten

Dürre, Ernteausfälle, Nahrungsmittelpreissteigerungen und anhaltende militärische Auseinandersetzungen: Aktion Deutschland Hilft warnt erneut eindringlich vor einer drohenden Hungerkrise in Westafrika. Nach Auffassung des Büros zur Koordination humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UN OCHA) ist bereits jetzt die Nahrungssicherheit von 15 Millionen Menschen im Niger, Tschad, in Mali, Mauretanien und Burkina Faso bedroht.

„Die Lage der Menschen verschlechtert sich täglich“, so Heribert Scharrenbroich, Präsident von CARE Deutschland-Luxemburg und stellv. Vorstandsvorsitzender von Aktion Deutschland Hilft, der gerade aus dem Tschad zurückgekehrt ist. „Im Tschad sind die Nahrungsmittel bald aufgebraucht, viele Menschen verzehren bereits ihre letzten Vorräte. Fast vier Millionen Menschen sind davon betroffen, immer mehr Kinder sind unterernährt. Die nächste Ernste wird frühestens im Oktober erwartet – bis dahin brauchen die Menschen dringend Unterstützung.“ Von den etwa 550 Millionen benötigten Euro für die Nothilfe in der Sahelzone waren Mitte April erst 49 Prozent zugesagt. „Ich rechne fest mit einer Hungersnot in einigen Regionen, wenn nicht bald gehandelt wird. Deshalb muss die internationale Gemeinschaft unbedingt mehr Gelder zur Verfügung stellen. Jetzt ist es fünf vor zwölf, um eine größere Katastrophe zu vermeiden.“

Auch Kristina Rauland-Yambré, Landeskoordinatorin für Burkina Faso von Help e.V., sieht die Lage in den burkinischen Krisengebieten kritisch: „Wir sehen kein Licht am Ende des Tunnels und das wird es vermutlich auch bis zur nächsten Ernte nicht geben. Im Gegenteil, die Preise steigen weiter an, man kann ohne Übertreibung von einem historischen Niveau sprechen. Hirse kostet mancherorts 200 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Menschen geht es schlecht, das Vieh stirbt und ganze Familien wandern aus den Dörfern ab. Die Flüchtlingskrise aus Mali verschärft die Situation zudem: Die Zahl der erwarteten Flüchtlinge ist mittlerweile übertroffen und es kommen immer noch Flüchtlinge in Burkina Faso an.“

Diese Augenzeugenberichte spiegeln die Wirklichkeit der Arbeit aller Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft in Westafrika wider. „Neben der Soforthilfe, wie Nahrungsmittelverteilungen oder medizinische Versorgung, können nur nachhaltige Hilfsprojekte wie Saatgutausgabe, Aufforstung oder Stärkung des Viehbestandes die Lage der Menschen langfristig verbessern“, so Manuela Roßbach, Geschäftsführerin von Aktion Deutschland Hilft, „Diese Art der umfassenden Hilfe benötigt aber auch öffentliche Wahrnehmung und ausreichende finanzielle Mittel. 

Im Krisenfall Westafrika reichen beide Faktoren im Moment aber nicht aus - Manuela Roßbach appelliert daher erneut: „Wir benötigen dringend eine größere mediale Aufmerksamkeit und mehr finanzielle Mittel, um das Leid von Millionen von Menschen in Westafrika beenden zu können und Schlimmeres zu verhindern!“

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

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