Taifun PhilippinenFAQ: Fragen & Antworten zu Taifun Mangkhut

20-09-2018

von Aktion Deutschland Hilft

Taifun Mangkhut hat die Philippinen getroffen. Er hat für große Zerstörung gesorgt und  Menschen das Zuhause, die Lebensgrundlage und Angehörige genommen.

Aktion Deutschland Hilft ist auf den Philippinen im Einsatz

Wie viele Menschen sind von den Folgen des Wirbelsturms betroffen und wie helfen die Bündnisorganisationen vor Ort? Weitere Fragen und Antworten zu Super-Taifun Manghkut finden Sie in diesem FAQ.

(letztes Update: 19.09.2018)

Was ist auf den Philippinen passiert?

Super-Taifun Mangkhut ist in der Nacht vom 14. auf den 15. September 2018 im Norden der Philippinen auf Land getroffen und hat auf der Hauptinsel Luzon für große Zerstörung gesorgt. Mehr als eine Million Menschen sind von den Auswirkungen der Naturkatastrophe betroffen. Nach offiziellen Angaben kamen über 70 Menschen ums Leben; über 50 werden noch vermisst. Die Bergungsarbeiten gehen weiter.

Mit Geschwindigkeiten bis 250 Stundenkilometern war Mangkhut der bisher stärkste Sturm des Jahres; Ausläufer des Sturms waren bis in die 500 Kilometer entfernte Hauptstadt Manila zu spüren.

Das ganze Ausmaß der Naturkatastrophe zeigte sich erst nach Tagen. Auch nachdem der Sturm in Richtung China weitergezogen war, richteten Erdrutsche und Fluten großen Schaden an. Rettungskräfte und Hilfsorganisationen waren schnell in den betroffenen Regionen, um Hilfe zu leisten und die Lage zu sondieren.

Wie ist die aktuelle Lage in den betroffenen Regionen?

Taifun Mangkhut sorgte für starken Wind, Sturmfluten und hatte Überschwemmungen und Erdrutsche zur Folge. Meterhohe Wellen spülten an den Küsten ganze Häuser weg, Bäume und Strommasten wurden umgerissen. Auch nachdem der Taifun in Richtung China weitergezogen war, richteten Erdrutsche und Fluten großen Schaden an. Anhaltende Regenfälle erschweren die Situation vor Ort.

Rettungskräfte und Hilfsorganisationen waren schnell in den betroffenen Regionen, um Hilfe zu leisten und die Lage zu sondieren. An vielen Orten gab es mehrere Tage keinen Strom. Wegen unbefahrbarer Straßen und Brücken waren entlegene Gebiete nur schwer zu erreichen. Die Suche nach Vermissten dauert an.

Während die ersten Familien in ihre Häuser zurückkehren und mit dem Wiederaufbau beginnen konnten, harren mehr als 60.000 Menschen in Evakuierungszentren aus. Dramatisch ist die Situation für Bauern: Wind, Überschwemmungen und Erdrutsche haben große Teile der Ernte zerstört. Da die Landwirtschaft in den betroffenen Regionen die Haupteinkommensquelle der Menschen ist, werden dramatische finanzielle Folgen befürchtet. Die aktuell steigenden Lebensmittelpreise verschärfen die Situation.

Wie viele Menschen sind betroffen?

Mehr als eine Million Menschen sind von den Auswirkungen des Taifuns betroffen. Während die ersten Familien in ihre Häuser zurückkehren und mit dem Wiederaufbau beginnen konnten, harren mehr als 60.000 Kinder, Frauen und Männer in Evakuierungszentren aus. In der Provinz Cagayan zerstörte der Taifun mehr als 6.400 Häuser. Nach offiziellen Angaben kamen bislang mehr als 70 Menschen zu Tode, über 50 werden weiterhin vermisst. Die Bergungsarbeiten dauern an.

Wie helfen die Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft den Menschen?

Mehrere Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind auf den Philippinen im Einsatz. Schon bevor der Taifun auf Land traf, hatten sich die Mitarbeiter vor Ort auf einen Hilfseinsatz vorbereitet.

Die Organisationen bewerten vor Ort, welche Hilfsgüter und Hilfsmaßnahmen die betroffenen Menschen am dringendsten benötigen. Wie immer bei Katastrophenfällen arbeiten sie dabei mit der Regierung des Landes und internationalen Hilfsorganisationen zusammen, um die Hilfe zu koordinieren.

So helfen die Bündnisorganisationen:

  • Wir prüfen weiterhin, wo die Menschen am dringendsten Hilfe benötigen
  • Wir verteilen Hilfsgüter wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Kochutensilien und Decken an die betroffenen Kinder, Frauen und Männer
  • Wir stellen sauberes Trinkwasser und Hygieneartikel bereit und verhindern so, dass sich Krankheiten wie Cholera ausbreiten
  • Wir verteilen Baumaterial, unterstützen die Menschen beim Wiederaufbau und den Reparaturarbeiten ihrer Häuser und bei Bau von Notunterkünften

 

Auf den Philippinen ist der August traditionell der regenreichste Monat. Zwischen Juli und Oktober kommt es regelmäßig zu Wirbelstürmen und heftigen Niederschlägen. Jedes Jahr treffen etwa 20 Wirbelstürme auf den Inselstaat. Die schwersten Folgen hatte 2013 Super-Taifun Haiyan. Er kostete mehr als 6.000 Menschen das Leben.

Doch wie entstehen Wirbelstürme? Und was ist der Unterschied zwischen einem Taifun und einem Hurrikan? Antworten lesen Sie in diesem FAQ:

Wie entsteht ein Wirbelsturm?

Jedes Jahr entwickeln sich weltweit etwa 70 Wirbelstürme. Entstehen können sie nur zwischen dem fünften und 20. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators und über tropischen Meeren mit Wassertemperaturen von mindestens 26,5°C.

Scheint die Sonne senkrecht auf die Wasserschicht, verdunstet Wasser und feuchtwarme Luft steigt auf. Nach und nach bilden sich mächtige Wolkentürme, aus denen es sintflutartig regnet. Durch die aufsteigende warme Luft entsteht am Boden ein niedriger Luftdruck, wodurch warme Luft aus allen Richtungen angezogen wird. Oberhalb des Wolkenturms strömt die Luft nach außen und sinkt wieder ab. Dadurch entsteht ein Luftkreislauf.

Erst durch die einsetzende Drehbewegung der Luftmassen - hervorgerufen durch die Erdrotation - beginnt der Sturm zu rotieren. Ein Wirbelsturm entsteht. Er wandert mit 15 bis 40 Stundenkilometern in Richtung des vorherrschenden Windes. Treffen Wirbelstürme dabei auf Land, richten sie gewaltige Schäden an.

In dieser Infografik wird die Entstehung eines Wirbeltsturms anschaulich erklärt.

Hurrikan, Zyklon, Taifun - was ist der Unterschied?

Die Bezeichnung eines Wirbelsturms richtet sich nach der Region, in der er auftritt:

Hurrikan wird ein Sturm genannt, wenn er im Atlantik, Karibischen Meer, Golf von Mexiko oder Nordosten des Pazifischen Ozeans (östlich der Datumsgrenze) entsteht.
Zyklone bilden sich im Norden und Südwesten des Indischen Ozeans, im Arabischen Meer, Golf von Bengalen oder Südwesten des Pazifischen Ozeans.
Taifune hingegen kommen nur im Nordwesten des Pazifischen Ozeans (westlich der Datumsgrenze) vor und das Phänomen Willy-Willy tritt im Südosten des Indischen Ozeans vor Nordaustralien und Indonesien auf.

Wann wird ein Sturm zum Wirbelsturm?

Ausschlaggebend ist die Windstärke:

Tropisches TiefEntspricht steifem Wind der Stärke 8 bis 62 km/h
Tropischer Sturm
Wirbelsturm mit 63 bis 118 km/h
Tropischer Wirbelsturm
Sturm mit über 118 km/h, wird in fünf Kategorien eingeteilt:
Kategorie 1
119 bis 154 km/h
Kategorie 2
155 bis 177 km/h
Kategorie 3
178 bis 210 km/h
Kategorie 4
211 bis 249 km/h
Kategorie 5
über 250 km/h

Wie kann man Katastrophen durch Wirbelstürme vorbeugen?

Jedes Jahr kommen hunderte Menschen bei Wirbelstürmen ums Leben – und das, obwohl die Bewohner bedrohter Landstriche dank Wettersatelliten, Radar und Wetterflugzeuge frühzeitig vor heranziehenden Stürmen und Fluten gewarnt werden können. Denn sobald Satelliten charakteristische Wolkenformationen eines Wirbelsturms lokalisiert haben, werden Spezialflugzeuge in das Zentrum des Sturms entsandt. Diese setzen Sonden ab, die Daten über Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen, Luftdruck und Temperatur sammeln. Anhand dieser Daten sind Prognosen über die Zugbahn und Stärke des Sturms möglich. Exakte Vorhersagen sind jedoch sehr schwierig.

Daher arbeiten Forschergruppen weltweit daran, die Schutzmaßnahmen zu verbessern. Verstärkte Deiche und Entwässerungsmöglichkeiten sollen tiefliegende Küstenregionen schützen. Auch der Rückbau von Siedlungen und Städten wie New Orleans ist angedacht. An vielen Orten werden Straßen, Brücken und Häuser sturmsicher und nicht in unmittelbarer Nähe eines Flusslaufs oder einer Küste gebaut. Mangroven und Mischwälder an den Küsten können die Kraft der Wellen bremsen. Wichtig sind auch sichere Zufluchtsorte für Menschen, deren Häuser der Naturgewalt nicht standhalten können.

Mehr über Katastrophenvorsorge lesen sie hier.

 

Nach Taifun Mangkhut: Aktion Deutschland Hilft lässt die Menschen auf den Philippinen nicht im Stich. Lesen Sie hier, wie unser Bündnis Nothilfe leistet!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Betroffenen des Taifuns auf den Philippinen:

Spenden-Stichwort: Taifun Philippinen
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden