Taifun PhilippinenAusbildung von Lebensrettern auf den Philippinen

05-09-2016

von action medeor

Ein Netzwerk an Lebensrettern

Auch wenn internationale Organisationen bei großen Katastrophen immer schneller reagieren, sind es trotzdem die Menschen vor Ort – Familienangehörige, Nachbarn, lokale Institutionen auf Gemeindeebene - die im Katastrophenfall als erstes vor Ort sind, erste Hilfe leisten und Rettungsmaßnahmen durchführen. Sie zu stärken und ihre Fähigkeiten als „First Responder“ auszubauen ist Ziel dieses Projekts. Dabei geht es besonders um Gemeinden, die aufgrund ihrer abgeschiedenen oder schwererreichbaren Lage im Fall von Katastrophen lange auf externe Hilfe warten müssen bzw. auf ihrer Insel nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und Rettungsdiensten haben.

Zusammen mit der Philippine Lifesaving Society, Inc. aus Manila wurden die Bewohner der beiden Inseln Gigantes Norte und Gigantes Sur über Maßnahmen der Lebensrettung aufgeklärt und 100 Freiwillige als Lebensretter ausgebildet. In der 9-tägigen Schulung lernten die Freiwilligen Erste Hilfe, Durchführung von Rettungsmaßnahmen an Land und im Wasser (Rettungsschwimmer) und erhielten die notwendige Erste Hilfe Ausstattung. Die gesamte Bevölkerung wurde mit verschiedenen Aktivitäten und Kampagnen für das Thema „Vorbereitung auf Katastrophen“ sensibilisiert. Unter dem Motto „One Lifesaver per Family“ haben die ausgebildeten Lebensretter weitere Freiwillige rekrutiert und ein Netzwerk an Lebensrettern in ihren Gemeinden aufgebaut. 

Stärkung des Notfall- und Katastrophenmanagements

Anfang Januar 2016 ist die zweite Projektphase gestartet. Aufbauend auf den Erfahrungen und Trainings im Jahr 2015 wurde schnell klar, dass ein funktionsfähiges Notfall- und Katastrophenmanagement in so einer abgelegenen Inselgruppe einen umfassenderen Ansatz benötigt. Bis Dezember 2016 werden Kapazitäten und Fähigkeiten der lokalen Bevölkerung weiter in den Bereichen Gesundheit und Notfallmanagement aufgebaut. Folgende Projektaktivitäten wurden mit der Bevölkerung identifiziert und beschlossen: Ein aus 16 Lebensrettern bestehendes Emergency Response Team wird weiter fortgebildet (Rettungsschwimmen, Behandlung von Verletzungen, Rettungsmaßnahmen) und erhält das notwendige Ausstattung, um bei Notfällen schnell reagieren und Menschenleben schützen beziehungsweise retten zu können.

Schwimmen als Teil des Schulunterrichts 

Obwohl alle Bewohner direkt am Wasser leben und sich viele Tätigkeiten im beziehungsweise auf dem Wasser abspielen, können nur wenige Menschen richtig schwimmen. Dies gilt besonders für Kinder, die in diesem aquatischen Umfeld einem besonders hohen Ertrinkungsrisiko ausgesetzt sind. Sowohl im normalen Alltag als auch im Fall von Naturkatastrophen sind gute Fähigkeiten im Schwimmen und allgemeinem Umgang mit Wasser eine Möglichkeit, das Risiko deutlich zu reduzieren. In enger Zusammenarbeit mit der Schulbehörde auf der Hauptinsel und den vier Grundschulen auf den beiden Inseln werden Sportlehrer durch die Partnerorganisation PLS zum Schwimmtrainer ausgebildet. Nach den Sommerferien 2016 wird der Schwimmunterricht dann fest in den Schulunterricht integriert.

Verbesserung der Gesundheitsversorgung

Mit verschiedenen Trainings werden die Gemeindegesundheitshelfer in verschiedenen Gesundheitsthemen fortgebildet. Besonders besorgniserregend ist die Unterernährung vieler Kinder. Trainingsveranstaltungen für die Gesundheitshelfer und Aufklärungsveranstaltungen für die Familien soll zu einer Verbesserung der Gesundheitssituation in der Bevölkerung führen.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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