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NordirakAktion Deutschland Hilft: Mehr Hilfe für Flüchtlinge im Nordirak

25-08-2014

Mitgliedsorganisationen verstärken Hilfsmaßnahmen

Die Situation der Flüchtlinge im Nordirak ist weiter dramatisch: „Die, die kein Dach über dem Kopf finden, schlagen ihr Lager einfach am Straßenrand auf. Wir haben einen Tankstellenbesitzer getroffen, der 350 Flüchtlinge auf seinem Gelände beherbergt. Täglich werden es mehr“, erzählt Dr. Kathryn Taetzsch, die den Hilfseinsatz von World Vision im Nordirak leitet. Enorme gegenseitige Unterstützung und Solidarität innerhalb der Bevölkerung beobachtet auch Bernd Ruf, Vorstandsmitglied bei den Freunden der Erziehungskunst, der gerade mit einem Nothilfeteam im Einsatz ist: „So gut es geht, unterstützen sich die Menschen gegenseitig. In ihrer Verzweiflung nehmen sie die Unterstützung ausländischer Helfer gerne an. Aufgrund ihrer Traumatisierung haben viele Flüchtlinge Panik, ihre provisorischen Unterkünfte zu verlassen – und das, obwohl es in den Camps nur unzureichende Hygienemöglichkeiten gibt. Wir versuchen, vor allem Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihre traumatischen Fluchterlebnisse zu verarbeiten.“

Von 1,45 Millionen intern Vertriebenen sprechen die Vereinten Nationen aktuell. Eine von ihnen ist das Mädchen Shayma im Flüchtlingscamp Dohuk, über das Helfer von World Vision berichten: Sie ist mit ihrer Familie bei sengender Hitze über die Berge nach Dohuk gelaufen. Jeden Morgen, seit sie im Camp angekommen sind, steht sie früh auf, bereit für die Schule: „Ich bin neun Jahre alt – und ich liebe es, zur Schule zu gehen.“ Das ist momentan nicht möglich, denn in vielen Schulen im Nordirak sind Flüchtlinge untergebracht. So berichtet Help – Hilfe zur Selbsthilfe, dass in der Großstadt Zahko in der Region Dohuk 40.000 Menschen in 79 Schulen leben. Daher wurde der Unterrichtsbeginn um einen Monat verschoben. Bis dahin müssen alternative Unterkünfte für die Flüchtlinge gewährleistet sein.

Neben Unterkünften sind Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente das Dringendste. So bringt AWO International in Zusammenarbeit mit action medeor etwa 1000 Kilo Medikamente nach Erbil und Dohuk. Malteser International hat in einem Gesundheitszentrum in Erbil einen Container zur Versorgung und Unterbringung schwer kranker Patienten aufgestellt. „Wir planen jetzt mit unserem lokalen Partner auch den Einsatz eines mobilen medizinischen Teams in Erbil und für die Umgebung. Das Team wird aus je einer Ärztin und einem Arzt sowie einer Krankenschwester und einem Pfleger bestehen“, kündigt Dr. Jürgen Clemens, Nothilfe-Koordinator von Malteser International in Erbil, an.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die humanitäre Hilfe im Nordirak

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