Zwei Jahre nach dem Beben in Nepal schöpfen die Freundinnen Nirmala und Khendo wieder Hoffnung

Erdbeben Nepal Nirmala und Khendo: „Einfach unzertrennlich“

24-04-2017

von Handicap International

Nirmala und Khendo 2 Jahre nach dem Erdbeben: „Einfach unzertrennlich“

Die neunjährige Nirmala und die zehnjährige Khendo wurden bei dem Erdbeben in Nepal vor zwei Jahren so schwer verletzt, dass ihnen ein Bein amputiert werden musste. Durch die Unterstützung von Handicap International erhielten sie eine Prothese und lernten wieder zu laufen. Auch zwei Jahre nach dem Beben kommen sie noch jeden Monat ins Rehabilitationszentrum.

Wenn Freundschaft einem Kraft gibt

Am 25. April 2015 bebt die Erde in Nepal. Im Distrikt Okhaldhunga wird die damals siebenjährige Nirmala unter einer einstürzenden Mauer eingeklemmt. Zur selben Zeit wird die achtjährige Khendo im Distrikt Sindhupalchok unter den Trümmern ihres Hauses verschüttet. Die zwei Mädchen werden in die Notaufnahme des Krankenhauses Bir in Katmandu gebracht, wo beiden ein Bein amputiert wird.

Sudan Rimal, Physiotherapeut für Handicap International, lernt die beiden dort kennen: „Ich behandle sie seit ihrem Unfall. Ich habe zahlreiche Reha-Übungen mit ihnen gemacht, zunächst im Krankenhaus, wo sie ungefähr drei Monate lang blieben, und dann im Reha-Zentrum National Disabled Fund, einem Partnerzentrum von Handicap International. Sechs Monate nach dem Unfall haben sie beide eine Prothese bekommen und wieder laufen gelernt. Sie haben enorme Fortschritte gemacht! Und sie unterstützen sich gegenseitig so sehr. Ihre Freundschaft gibt ihnen Kraft.“

Auch zwei Jahre nach dem Beben in Nepal kommen die Freundinnen jeden Monat ins Rehabilitationszentrum
©Handicap International/L. Veuve

Gegenseitige Motivation

„Heute, zwei Jahre nach der Katastrophe, sind Nirmala und Khendo ganz schön gewachsen. Sie kommen immer ins Rehabilitationszentrum, etwa einmal im Monat. Sie dehnen ihre Muskeln und gewinnen so an Beweglichkeit. Je nach Wachstum passen wir ihre Prothesen alle sechs Monate an. Sie entwickeln ein Bewusstsein für ihren Körper und dafür, wie wichtig die Reha-Übungen sind. Sie  berichten, wann und wo sie Schmerzen haben und verstehen langsam, was sie fühlen. Und sie motivieren sich gegenseitig, die Übungen zu machen und voranzukommen. Die beiden sind wirklich beeindruckend!“, erklärt Sudan Rimal.

Zukunftsträume

Zunächst waren die Familien der Mädchen nach dem Unfall vorübergehend in Katmandu geblieben, doch mittlerweile sind Khendos Eltern aufs Land zurückgekehrt, um dort wieder auf den Feldern zu arbeiten. Khendo hat dort einen Betreuer, der auf sie aufpasst. Die Eltern von Nirmala leben nach wie vor in der Hauptstadt.

Die beiden Mädchen gehen zur Schule und besuchen die zweite Klasse. „Wir haben ihre Lehrkräfte geschult, sodass sie die Reha-Übungen kennen, die sie mit den Kindern durchführen können. Sie waren sehr interessiert und hatten viele Fragen“, erzählt Sudan Rima.

Nirmala und Khendo lieben den Englischunterricht und spielen gerne Badminton und Verstecken. Und wenn man mit ihnen über die Zukunft spricht, so antwortet Nirmala mit leuchtenden Augen, dass es ihr größter Traum ist, Schauspielerin zu werden. Khendo hingegen will Lehrerin werden, „um Kindern zu helfen, dass aus ihnen gute Menschen werden“.

Mehr über die großartige Freundschaft zwischen Nirmala und Khendo sehen Sie im Video:

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Menschen in Nepal

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