Explosion Beirut/LibanonExplosion in Beirut: 30 Tage danach

02-09-2020

von Aktion Deutschland Hilft

6,5 Millionen Euro Spenden sind seit dem Aufruf vor 30 Tagen vom Bündnis für Not- und Katastrophenhilfe Aktion Deutschland Hilft für die Betroffenen der Explosion in Beirut eingegangen.

"Wir sind sehr dankbar für die große Hilfsbereitschaft der Spender und Unternehmen in Deutschland. Die Soforthilfen unserer 17 vor Ort tätigen Bündnisorganisationen sind gut angelaufen, nicht zuletzt wegen der vielen Freiwilligen in der Beiruter Bevölkerung, die sich weiterhin Tag für Tag engagieren", sagt Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin von Aktion Deutschland Hilft.

"Es ist besonders wichtig, dass die derzeitigen Hilfsmaßnahmen fortgesetzt werden, denn die Lage ist noch immer nicht stabil. Die Menschen im Land benötigen eine dauerhafte Unterstützung. Wir hoffen auf eine baldige politische Stabilität, die auf die Nöte der Menschen reagiert und den Wideraufbau fördert", so Roßbach.

Beirut: Lebensmittel für 10.000 Menschen

Neben Notreparaturen von beschädigten Wohnungen und Häusern finanzieren die Spendengelder unter anderem die Verteilung von Lebensmitteln sowie die medizinische Versorgung und psychologische Betreuung von Betroffenen.

Auch aktuell notwendige Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 im Land können umgesetzt werden. So erreichte die Bündnisorganisation CARE gemeinsam mit zwei weiteren Hilfsorganisationen in der ersten Woche nach der Explosion bis zu 10.000 Beiruter mit Lebensmitteln und Trinkwasser.

...und medizinische Hilfe für Verletzte

Rund 1.000 Hygienepakete verteilten die Helfer von arche noVa in Karantina, einem der ärmsten Bezirke Beiruts. Das Medikamentenhilfswerk action medeor versandte rund eine Tonne Medikamente und medizinische Ausrüstung ins Land. Mitarbeiter von Malteser International reaktivieren derzeit fünf Gesundheitszentren, um die Arbeit der Krankenhäuser zu entlasten.

Viele Krankenhäuser durch Explosion zerstört

Die medizinische Nachbehandlung von Verletzten bleibt eine große Herausforderung. Da mehrere Krankenhäuser durch die Explosionen beschädigt wurden und die COVID-19-Erkrankungen das Gesundheitssystem überstrapazieren, werden viele Verletzte und Operierte vorzeitig aus den Kliniken entlassen.

"Die häufigsten Verletzungen sind komplizierte Brüche, Verbrennungen und Wunden durch Glassplitter. Oftmals sind Gliedmaßen verletzt und müssen amputiert werden. Die Betroffenen brauchen Reha und Physiotherapie nach einer OP oder Amputation. Über 500 Menschen verbleiben aber derzeit ohne eine solche Nachbehandlung", berichtet Caroline Duconseille, Projektleiterin von Handicap International in Beirut. Mitarbeiter der Bündnisorganisation unterstützen deshalb entlassene Patienten Zuhause. 63 Rehabilitationssitzungen konnten bereits durchgeführt werden.

Hilfe auch für traumatisierte Menschen

Darüber hinaus besteht bei den Betroffenen nach wie vor ein großer Bedarf an psychologischer Betreuung. Viele Menschen, die die Explosion miterlebt haben, sind traumatisiert, sie leiden unter ihren Verletzungen, haben Angstzustände oder psychosomatische Beschwerden, die sie beispielsweise daran hindern, ihre Arbeit wiederaufzunehmen.

20 Hilfskräfte von Handicap International gehen in den betroffenen Gebieten von Haus zu Haus, erkundigen sich nach den individuellen Bedürfnissen, hören zu und vermitteln ärztliche Hilfe. Insgesamt 483 Betroffene haben nach der Explosion in Beirut bereits psychosoziale Erste-Hilfe erhalten.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden, um die Hilfsprojekte des Bündnisses die Maßnahmen zur Nothilfe der Betroffenen der Explosionen in Beirut zu unterstützen:

Spenden-Stichwort: Beirut/Libanon
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden