ElbeflutDie Jahrhundertflut: Publikation zur Psychosozialen Nachsorge

09-05-2005

»Immer wieder diese Bilder: Das Fenster bricht auf, das Wasser dringt ein und ich sehe die angstvoll aufgerissenen Augen meines Mannes.«*

*Frau P. aus Pirna

Die Vorgeschichte

Die meisten Betroffenen in Sachsen und Sachsen Anhalt haben die Flutkatastrophe vor drei Jahren noch so lebhaft vor Augen, als wäre sie erst gestern geschehen.

Noch im August der Jahrhundertflut 2002 veranstaltet arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V., Mitgliedsorganisation des DPWV, ein Workcamp im Müglitztal, oberhalb des von der Flut stark betroffenen Dorfes Weesenstein. Zusammen mit professionellen Kräften vor Ort werden zwei Monate lang die Unterstützungs- und Aufräumarbeiten für die Dörfer Weesenstein, Mühlbach und Burkhardswalde koordiniert und an die 600 freiwilligen Helfer versorgt.

Doch wie soll es danach weitergehen? Er Abzug der professionellen Hilfskräfte lässt die Menschen allein in ihren feuchten Häusern – manche gar vor deren Trümmern - zurück.

Schnell beschließen die Mitarbeiter von arche noVa e.V., sich der psychosozialen Betreuung der von der Flut betroffenen Menschen zu widmen. Sie eröffnen die Beratungsstelle im Müglitztal, die ein Jahr lang eine Sozialarbeiterin und eine Psychologin Beschäftigt, finanziell unterstützt vom Paritätischen Landesverband und von der „Aktion Deutschland Hilft“.

Es bleibt nicht bei der Beratungsstelle allein; schnell kommt es zu einer Vernetzung mit anderen Akteuren im Bereich der Nachsorge. Die Landratsämter, das Regierungspräsidium Dresden, Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Initiativen arbeiten eng zusammen, um den Betroffenen eine möglichst optimale Betreuung und Beratung bei all ihren Problemen zukommen zu lassen.

Den von der Flut betroffenen Menschen steht nun ein umfangreich Beratungsangebot zur Verfügung: Von der Vergabe von Spendengeldern über Wiederaufbauhilfen bis hin zur psychologischen Betreuung.

Die Idee zum Buch

Als im November 2003 der Container, in dem die Beratungsstelle untergebracht ist, abtransportiert wird, wird sehr schnell die Idee geboren, die gewonnen Erfahrungen zu bündeln und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als Motivation dient die Hoffnung, anhand der Nachsorgemaßnahmen einiger sächsischer Landkreisen Handlungsmöglichkeiten für ähnliche Katastrophensituationen zu demonstrieren.

Die Mittel für diese Publikation werden vom Paritätischen Landesverband zur Verfügung gestellt, Kontakte zu fast allen an der Psychosozialen Nachsorge beteiligten Organisationen, Behörden und Institutionen in Sachsen aufgenommen.

Die Autoren

Zwölf Autoren, darunter Vertreter des Ministeriums, des Regierungspräsidiums Dresden, der Caritas, sowie von Initiativen und Vereinen, beschreiben ihre Konzepte und Aktivitäten im Rahmen der Nachsorgearbeit. Die Redaktion stellen Clivia Langer, während der Nachsorge als Psychologin im Regierungspräsidium Dresden tätig, Karin Kretschmann, Mitbegründerin der Initiative „Hilfe für Dresden - Bürger helfen Bürgern“ und Moritz Weißkopf, Geschäftsführer von arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V.

Die Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Sozialarbeiter und Psychologen, Mitarbeiter in Wohlfahrtseinrichtungen und  Einrichtungen der Gesundheitspflege. Aber auch Mitarbeiter staatlicher Institutionen mit Kontakten zu Menschen, die stark belastenden bis hin zu traumatisierenden Erlebnissen ausgesetzt waren, können von den Erfahrungen der Autoren profitieren. Selbiges gilt auch für Interessenten, die - möglicherweise aus eigenem Erleben heraus - die psychosoziale Betreuung als wichtigen Bestandteil von Katastrophennachsorge erkennen, und in einer solchen Situation aktiv werden möchten.

Das Buch ist im Oktober beim dgvt-Verlag (www.dgvt-verlag.de) erschienen und kann bei arche noVa bestellt werden.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

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