ElbeflutADRA Deutschland mit Einsatzschwerpunkten an drei Orten

07-05-2003

ADRA hat unmittelbar nach der Flut mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Die örtlichen Krisenstäbe haben diese vor Ort koordiniert. ADRA hat sich hier mit freiwilligen Helfern aus den Kirchengemeinden eingebracht. In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und dem Technischen Hilfswerk konnten bisher 38 Einsätze mit über 200 freiwilligen Helfern durchgeführt werden.
In enger Zusammenarbeit mit 14 Pastoren aus adventistischen Kirchengemeinden hat sich ADRA intensiv darum bemüht, den Flutopfern seelischen Beistand zu leisten. Dazu gehörte auch ganz praktische Hilfe, indem Seelsorger direkt bei den Aufräumarbeiten anpackten und dringenden Bedarf an Hilfsgütern oder Hilfeleistungen schnell an die ADRA – Einsatzleitung weiter meldeten.

Nach der Wasserflut kam die Spendenflut. Große Mengen an Sachspenden brachten so manche Kommune an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Die Lager quollen über und nur wenige der Hilfsgüter wurden von den Geschädigten abgerufen. ADRA Deutschland wurde beauftragt, den Spendenüberfluss sinnvoll nach Osteuropa weiterzuleiten, um dort den Menschen zu helfen, die ohne Flut große Not leiden.

Nachdem nun die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind, drängt die Zeit, die durchnässten Wohnungen und Geschäftsräume auszutrocknen. Bisher trug die günstige Wetterlage dazu bei, die Räume schon etwas zu trocknen. Doch es steckt noch viel Feuchtigkeit im Mauerwerk und in den Fußböden. Mit dem herein brechenden Herbstwetter wird diese natürliche Trocknung abnehmen und schließlich nicht mehr funktionieren. Daher ist der Einsatz von Luft - Entfeuchtern notwendig. Diese Luft - Entfeuchter arbeiten nach dem Kondensprinzip. Die Raumluft wird bei geschlossenen Fenstern und Türen auf über 20 Grad erwärmt. Die warme Luft zieht die Feuchtigkeit aus den Wänden. Der Luft - Entfeuchter kondensiert die warme Luft, die in Form von Wasser in einem Auffangbehälter gesammelt wird. Unter günstigen Bedingungen können diese Luft - Entfeuchter bis zu 20 Liter Wasser pro Tag kondensieren. Ein Trockenvorgang benötigt somit etwa eine Woche bis zu zehn Tagen. Dieses Trocknungsprinzip ist gerade für die kalte und nasse Jahreszeit der kommenden Monate sehr geeignet. Das Projekt ist zunächst bis Jahresende geplant, und kann je nach Bedarf und finanzieller Lage noch verlängert werden.

Der Markt für Raumtrockner ist inzwischen europaweit leergefegt. Dazu haben auch die Hochwasserfluten in Österreich, Tschechien, Frankreich und Norditalien beigetragen. Folglich sind Lieferzeiten von drei bis vier Monaten inzwischen üblich und die Geräte werden im Augenblick zu überhöhten Preisen angeboten oder ausgeliehen. Viele Familien unter den Flutopfern können diese Summen nicht aufbringen. Für dringende Wiederbeschaffung bliebe ihnen dann nichts mehr übrig. ADRA Deutschland leiht im Rahmen dieses Projektes die Raumtrockner kostenlos an die Betroffenen aus und erhebt lediglich eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 20 €, um damit die Fahrtkosten ihrer ehrenamtlichen Helfer abzudecken.

Jeder Haushalt erhält für etwa zehn Tage zwei bis drei Raumtrockner - je nach Größe der Wohnung. Die Geräte werden in Verbindung mit einem Leihvertrag ausgegeben. Nach Ablauf einer Woche wird die Luftfeuchtigkeit gemessen. Danach wird entschieden, ob die Raumtrockner noch einige Tage länger bleiben oder nicht. Nach Abschluss des Trocknung - Prozesses werden die Geräte an den nächsten Haushalt weiter verliehen. ADRA rechnet mit etwa zehn Durchgängen. Jedes Gerät würde somit zehn Haushaltungen zugute kommen. Bei Abschluss des Projekts verbleiben die Geräte im Besitz von ADRA Deutschland und werden nach eingehender Wartung bis zum nächsten Einsatz eingelagert.

ADRA Deutschland hat in diesem Projekt bisher 200 Raumtrockner unterschiedlicher Kapazität angeschafft und zum Einsatz gebracht. Damit können sowohl normale Wohnräume als auch große Räume in Schulen, Kindergärten und Gemeindezentren getrocknet werden.

Die Kosten für dieses sinnvolle Projekt belaufen sich auf 160.000 Euro. Noch ist die Finanzierung der Trockner und der Einsatzüberwachung nicht gesichert. Es fehlen 40.000 Euro. Für jede Spende sind wir besonders dankbar.

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