Eine Frau hält ein Kind im Arm in Nepal.
©Schamberger

World Humanitary SummitEmpfehlungen aus dem Konsultationsprozess

Dignity: Betroffene in Würde stärken

Im Zentrum der Humanitären Hilfe steht, Menschen, die von humanitären Krisen oder Katastrophen betroffen sind, in ihrer Würde zu stärken und ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Empfehlungen:

  • Die betroffene Bevölkerung bei Bedarfserhebungen, Planung, Monitoring und Auswertung von humanitären Hilfsmaßnahmen aktiv beteiligen.
  • Frauen und Mädchen durch Einbeziehung in Entscheidungsprozesse und das Übertragen von Entscheidungsgewalt stärken. Frauenorganisationen mehr Gelder zur Verfügung stellen. Frauen und Mädchen vor Gewalt schützen und ihnen den Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglichen.
  • Kinder vor Gewalt schützen und auch in Krisengebieten den Zugang zu Bildung sicherstellen. Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung aktiv in Hilfsmaßnahmen einbeziehen.


Safety: Sicherheit für Flüchtlinge, Vertriebene und Helfer gewährleisten
 
Den Schutz der notleidenden Bevölkerung und der Helfer sicherstellen.
Empfehlungen:

  • Regierungen müssen das Humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte respektieren und fördern und eine sichere Gesundheitsversorgung gewährleisten.
  • Staaten müssen dafür sorgen, dass Menschen, die im eigenen Land auf der Flucht sind, Hilfe und Schutz erhalten. Darüber hinaus sollten Konventionen verabschiedet werden, die den Schutz von Flüchtlingen zum Ziel haben.
  • Alle humanitären Akteure müssen zum Schutz der Betroffenen aktiv beitragen: Gespräch zu allen bewaffneten Gruppen suchen, um Zugang zu Krisengebieten zu erhalten, Sicherheitsmanagement verbessern und Personal in konfliktsensiblem Verhalten schulen, um verstärkt auch in gefährlicheren Gebieten arbeiten zu können.
  • Auch nicht-staatliche bewaffnete Gruppen sollten sich zum Humanitären Völkerrecht und dem Schutz der Zivilbevölkerung bekennen.


Resilience: Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Betroffenen

Bei der Stärkung der Widerstandsfähigkeit ist eine enge Zusammenarbeit von Akteuren aus dem Bereich der humanitären Hilfe, der Entwicklungszusammenarbeit und der zivilen Krisenprävention wichtig. Empfehlungen:
 

  • Rahmenabkommen für langanhaltende und sich wiederholende Krisen abschließen
  • in krisenanfälligen Ländern vorausschauende Unterstützungsvereinbarungen mit den Regierungen treffen, nationale Katastrophenvorsorgemaßnahmen stärken, Risiken absichern und Sozialversicherungsprogramme stärken
  • Neues Flüchtlingsabkommen: die Belastung der Haupt-Aufnahmeländer von Flüchtlingen anerkennen und eine langfristige finanzielle Unterstützung zusagen Flüchtlinge durch einen frühzeitigen Zugang zu bezahlter Arbeit und Bildung stärken.  Sichere Fluchtwege gewährleisten und eine Rückkehr in Sicherheit unterstützen
  • Gründung einer städtischen Krisenallianz in den von Naturkatastrophen stark gefährdeten Großstädten.


Partnerships: Ausbau von Partnerschaften


Partnerschaften aufbauen, die den Kern der humanitären Prinzipien stärken und effektiv unterstützen. Empfehlungen:

  • Humanitäre Hilfe muss auf Augenhöhe geleistet werden: Stärkung lokaler und nationaler Ersthelfer und gegenseitige Unterstützung und Ergänzung internationaler und privater Akteure.
  • Reform der internationalen humanitären Architektur: Stärkung lokaler Akteure im IASC (Ständiger interinstitutioneller Ausschuss der Vereinten Nationen) und den HCTs (Humanitarian Country Teams), eine flexiblere humanitäre Hilfe, deren Wirksamkeit nachgewiesen werden muss, sowie eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich der humanitären Prinzipien.
  • Stärkung der Möglichkeiten, Personal in Entwicklungsländer zu entsenden, Unterstützung durch Krisenmanagementzentren, Dialog zwischen humanitären Akteuren und Militär und eine stärkere Vernetzung mit dem Privatsektor  
  • Eine globale Innovations-Allianz bilden, um neue und ethische Ansätze zu entwickeln


Finanzierung: Sicherung der Finanzmittel


Ziel ist es, die Finanzierung Humanitärer Hilfe sicherzustellen und die Gelder effizient zu nutzen. Empfehlungen:

  • Um das Überleben der Betroffenen in Würde sicherzustellen und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu stärken, bedarf es einer breit aufgestellten und ausreichenden Mobilisierung von Geldern: Crowdfunding-Möglichkeiten austesten, sich von sozialen Finanzanlage-Instrumenten inspirieren lassen, vorhersagebasierte Finanzierung
  • Transparenz über humanitäre Geldflüsse und operative Kosten herstellen
  • Verstärkte finanzielle Unterstützung der lokalen Akteure, etwa durch von Süd-NGOs verwaltete Mittel
  • Risikoabsicherung über Versicherungen
  • Senkung der Transaktionskosten für Rücküberweisungen
  • Ausbau der Programme, die mit Bargeld- und Gutscheintransfers arbeiten
  • Bildung einer unabhängigen Instanz, die damit betraut ist, humanitäre Finanzflüsse zu überwachen

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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