von Aktion Deutschland Hilft
Fast 43 Prozent der Weltbevölkerung (3,5 Milliarden Menschen) haben keinen Zugang zu hygienischen Toiletten. Die Folgen sind Krankheiten wie Cholera.
Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung – was bedeutet das?
Die Millenniumsziele einer sanitären Grundversorgung wurden 2015 nicht erreicht. Doch die Lage verbesserte sich: Der Anteil der Weltbevölkerung ohne Zugang zu sicher verwalteten Sanitäranlagen sank von 55 % im Jahr 2000 auf 43 % im Jahr 2024.
Das Ziel wird als eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung weiter verfolgt: Bis 2030 soll jeder Mensch Zugang zu privaten Toiletten mit sicherer Abwasserentsorgung haben.
Die Vereinten Nationen und die WHO nutzen eine fünfstufige Einteilung, um weltweit vergleichbare Daten zu erfassen. Sie zeigt, wie gut Menschen mit Toiletten und Abwasserentsorgung versorgt sind – von gar kein Zugang bis sicher verwaltet.
Die fünf Stufen der Sanitärversorgung
- Offene Defäkation: Menschen haben keine Toilette und müssen ihre Notdurft im Freien verrichten
- Nicht verbesserte Sanitäranlagen: einfache oder provisorische Lösungen wie offene Gruben oder Eimer, die keinen hygienischen Schutz bieten
- Eingeschränkter Zugang: eine “verbesserte” Toilette ist vorhanden, wird aber mit anderen Haushalten geteilt
- Grundversorgung: eine private, hygienisch sichere Toilette, die den Kontakt mit Fäkalien verhindert
- Sicher verwaltete Sanitärversorgung: eine private Toilette, deren Abwasser sicher entsorgt bzw. abtransportiert wird
Sanitärversorgung weltweit in Zahlen
- Etwa 4 % der Menschen auf der Welt hat keinen Zugang zu Sanitäranlagen und muss sein Geschäft im Freien erledigen
- Neun von zehn Menschen, die ins Freie gehen müssen, leben in ländlichen Regionen
- 1,4 Millionen Todesfälle könnten jährlich durch sicheres Wasser, gute Hygiene und sanitäre Anlagen vermieden werden. Der Großteil der Todesfälle ist auf die Folgen von Durchfallerkrankungen zurückzuführen
Die Folgen von schlechter Sanitärversorgung
Wenn es keine sanitären Einrichtungen und Abwasserentsorgung gibt, gelangen Exkremente und Abwasser ins Trinkwasser. Die Folgen: Verunreinigtes Trinkwasser und mangelnde Hygiene. Das ist die Hauptursache für Krankheiten wie Durchfall oder Cholera.
Verbesserte Sanitäranlagen senken die Gefahr von Krankheiten. Geschützte Grubenlatrinen und Spültoiletten mit Anschluss an eine Abwasserentsorgung stellen sicher, dass Menschen und Tiere nicht mit den Exkrementen in Berührung kommen.
Bildergalerie Wasser weltweit
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Der Zugang zu hygienischen Toiletten…
- reduziert die Kindersterblichkeit
- senkt die Ausgaben für medizinische Behandlungen
- verbessert die Lebensqualität
- schafft den Grundstein für ein würdevolles Leben
Unterschiede zwischen Kontinenten
Die Sanitärversorgung ist je nach Land sehr verschieden. In Subsahara-Afrika haben nur etwa 31 Prozent der Menschen einen Zugang zu verbesserten Sanitäranlagen.
Die Zahl der Menschen, die ihre Notdurft im Freien verrichten müssen, stieg dort zwischen 2000 und 2024 von 1,3 Milliarden auf 354 Millionen. Der Grund dafür war ein hohes Bevölkerungswachstum. In Südasien nutzt mehr als ein Drittel der Bevölkerung gemeinschaftliche oder provisorische Toiletten.
So viele Menschen haben Zugang zu sicher betriebenen Sanitäranlagen…
- Global 58%
- Subsahara-Afrika 26%
- Ost- und Südostasien 64%
- Europa 82%
Diese Menschen nutzen eine private, verbesserte Toilette, bei der Fäkalien anschließend sicher gesammelt, entsorgt oder behandelt werden. Diese Stufe entspricht dem offiziellen SDG‑Indikator 6.2.1a der Vereinten Nationen. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2024.
Quelle: WHO/UNICEF JMP 2025 (2026)
Hintergrund: Welttoilettentag am 19. November
In ihrem Einsatz für mehr Sanitäranlagen haben die Vereinten Nationen den 19. November zum Welt-Toiletten-Tag erklärt. Nachdem die Welttoilettenorganisation den Tag 2001 gegründet hatte, wird er seit 2013 weltweit begangen. Der Aktionstag steht jedes Jahr unter einem neuen Motto.
Hilfsorganisationen im Einsatz für bessere Sanitärversorgung
Unser Bündnis leistet weltweit Nothilfe. Menschen in Ländern mit unzureichender Sanitärversorgung helfen wir durch die Verbesserung der Anlagen und die medizinische Versorgung von Kranken; außerdem klären wir über Risiken auf.
Danke, dass Sie mit Ihrer Spende helfen!
Quellen: WHO, UNICEF, UN OCHA, ReliefWeb, Weltbank (März 2026)
+++ Spendenaufruf +++
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