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Ein Kind steht in einem Flüchtlingslager. Der Winter ist hart für die Kleinen, die häufig noch keinen Tag Frieden erlebt haben.

NewsWenn die Temperaturen sinken, steigt die Not der Flüchtlinge

12-12-2016

Sie schlafen auf dem nackten Betonboden, gefrorener Erde oder in zugigen Zelten: Wenn der Winter im Nordirak, in Syrien und seinen Nachbarstaaten, in Afghanistan, der Türkei oder Griechenland hereinbricht, beginnt für viele Flüchtlingsfamilien ein Alltag in beißender Kälte. Mit einer Online-Kampagne will das Hilfsbündnis „Aktion Deutschland Hilft“ auf die Not dieser Menschen aufmerksam machen.

Vom kalten Boden trennt sie nur eine dünne Plastikplane

Seit über zwei Jahren lebt die syrische Familie Shamsa in einem Zelt in Jordanien, an der Grenze zur Heimat. Im Winter fällt hier Schnee. Das einzige, das die Füße der sechsköpfigen Familie vom aufgeweichten, kalten Erdboden trennt, sind eine dünne Plastikplane und ein durchgewetzter Teppich. Die Eltern schlafen mit ihren vier Kindern auf handbreiten Matratzen. Die Johanniter haben an Familie Shamsa und tausende andere Winterkleidung verteilt. Für viele der Jungen und Mädchen ist es die erste in ihrem Leben. „Meine Kinder haben sich so darüber gefreut. Sie wollten die Kleidung zuerst gar nicht anziehen, um sie nicht schmutzig zu machen“, berichtet der 36-jährige Vater Abu. „Wir sind unglaublich froh, dass unsere Kinder vor der Kälte geschützt sind.“

"Die wenigsten Flüchtlingssiedlungen sind barrierfrei"

Am meisten leiden die Kinder, die Alten – und Menschen mit Behinderung: Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder mit Gehstützen laufen, die durch Minen und Bomben schwer verletzt sind. „Für sie ist es besonders schwierig, an humanitäre Hilfe zu gelangen“, weiß Eva-Maria Fischer, Pressesprecherin bei Handicap International. „Die wenigsten Flüchtlingssiedlungen sind barrierefrei. Viele Menschen können sich aber kaum bewegen, wenn Regen und Schnee die Böden in Schlamm verwandeln.“ Die Hilfsorganisation unterstützt im Nordirak Vertriebene aus der Stadt Mossul.

Am 13. Dezember startet die Online-Kampagne zur Winterhilfe

Die Hilfsorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“ stehen den Menschen gemeinsam bei. AWO International leistet Winterhilfe im kleinen Land Libanon, das 1,2 Millionen Hilfesuchenden Unterschlupf gewährt. Flüchtlinge erhalten Planen, Isolierfolie und Schlafmatten. Help – Hilfe zur Selbsthilfe und CARE unterstützen Bedürftige in Syrien, etwa mit Lebensmitteln, Neugeborenen-Paketen, Öfen, Heizmaterial, Decken und Kleidung. Malteser International verteilt Zelte und Decken in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern nahe Aleppo. Auch den Menschen im Nordirak, die vor den jüngsten Kämpfen mit nicht mehr als ihren Kleidern am Leib geflohen sind, stehen sie bei, mehr als die Hälfte von ihnen sind Frauen und Kinder. ADRA verteilt im harten afghanischen Winter unter anderem nahe der Stadt Bamyan Holzkohle und Decken an Flüchtlinge, die in Lehmhütten und Höhlen bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad ausharren.

Die Online-Kampagne zur Winterhilfe startet am 13. Dezember auf aktion-deutschland-hilft.de/winterhilfe und in den sozialen Netzwerken. Mit der Weihnachts-Aktion „Eine Spende ist das schönste Geschenk“ macht das Hilfsbündnis zudem auf die verheerende humanitäre Lage in vielen Ländern der Welt aufmerksam.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für Flüchtlingshilfe weltweit

Spenden-Stichwort: Hilfe für Flüchtlinge weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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