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NewsPräsidentschaftswahlen in Kenia

01-03-2013

Am 4. März 2013 wählt Kenia einen neuen Präsidenten sowie ein neues Parlament und zum ersten Mal einen Senat und County-Regierungen. Um auf mögliche Unruhen vorbereitet zu sein, haben die Johanniter ein Programm zur Krisenprävention sowie der medizinischen Behandlung von möglichen Verletzten gestartet. Johanniter-Regionalkoordinatorin Magdalena Kilwing berichtet im Interview über die Situation kurz vor den Wahlen.

In vier Tagen wählt Kenia einen neuen Präsidenten. Wie ist die Situation derzeit im Land?

Magdalena Kilwing: So kurz vor den Wahlen befindet sich der Wahlkampf natürlich in der heißen Phase. Die Kandidaten und ihre Teams sind rund um die Uhr im ganzen Land unterwegs, um ihre Wähler zu mobilisieren, da die Meinungsumfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden großen Wahlbündnissen voraussagen. Außerdem rufen Politiker, Kirchenvertreter und andere Meinungsführer bei öffentlichen Vesammlungen, Konzerten und Wahlkampfveranstaltungen die Kenianer zu einem friedlichen Verlauf der Wahlen auf. Die Stimmung ist gleichzeitig angespannt und erwartungsvoll. Zum einen sind die Kenianer sehr stolz darauf, zum ersten Mal unter der neuen Verfassung ihre politischen Vertreter zu wählen und zum anderen sind allen die schrecklichen Ausschreitungen nach den letzten Wahlen noch sehr präsent.
 
Wenn es wieder zu Unruhen kommt, wie sind die Johanniter darauf vorbereitet?

Magdalena Kilwing: Zusammen mit unserem Partner, den AIC Health Ministries, und in Abstimmung mit den zuständigen Regierungsbehörden und anderen Akteuren wie dem kenianischen Roten Kreuz, haben wir Gesundheitsstationen und Krankenhäuser von AIC Health Ministries identifiziert, die in Gebieten liegen, die wahrscheinlich betroffen sind, sollte es zu Unruhen kommen. Diese Gesundheitseinrichtungen haben wir mit Medikamenten, Verbandsmaterial und ähnlichem versorgt, so dass sie im Fall der Fälle mindestens einen Monat lang eine größere Anzahl zusätzlicher Patienten, das heißt Vertriebene und andere Betroffene möglicher gewaltsamer Konflikte, versorgen können. Zusätzlich haben wir medizinische Notfallteams zusammengestellt, die wenn nötig das Personal der Gesundheitsstationen kurzfristig verstärken können.

Was haben die Johanniter im Vorfeld getan, um Unruhen möglichst zu vermeiden?

Magdalena Kilwing: In der Vergangenheit wurden Unruhen im Umfeld von Wahlen häufig durch Gewaltaufrufe im Radio angeheizt. Solche Hetzkampagnen werden glücklicherweise inzwischen sehr streng verfolgt. Darüber hinaus setzen wir zusammen mit unseren Partnern auf Radiosendungen, die zu Frieden und Versöhnung zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen in Kenia aufrufen und außerdem die Bevölkerung über den komplizierten Wahlprozess und ihre Rechte und Pflichten als Bürger informieren.

Das Interview führte Sandra Lorenz.

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