Feuer Flüchtlingslager GriechenlandBrand Moria: Die neusten Entwicklungen

11-09-2020

von Aktion Deutschland Hilft

Im Flüchtlingslager Moria ist in der Nacht zu Mittwoch ein schwerer Brand ausgebrochen. Augenzeugen zufolge stand fast das gesamte Camp auf der griechischen Insel Lesbos in Flammen, weite Teile wurden zerstört.

Unsere Bündnisorganisation Hammer Forum ist mit lokalen Partnern auf Lesbos aktiv; weitere Hilfsorganisationen leisten auf weiteren griechischen Inseln sowie dem Festland Flüchtlingshilfe.

Update (11.09.2020)

Tausende nach Feuer im Flüchtlingscamp Moria obdachlos

In den Tagen nach dem verheerenden Großbrand im Flüchtlingslager Moria wird das Ausmaß nach und nach sichtbar. Tausende Menschen haben ihre Unterkunft verloren, viele Familien haben die dritte Nacht in Folge unter freiem Himmel hinter sich.

Laut griechischer Behörden wurden gestern mehrere Hundert unbegleitete minderjährige Geflüchtete ans Festland gebracht. Zudem sollen mehrere Schiffe anlegen, um dort einen Teil der nun obdachlosen Menschen unterzubringen.

Luftaufnahmen zeigen Ausmaß der Zerstörung auf Lesbos

Mit mehr als 12.500 Menschen galt Moria als das größte Flüchtlingslager Europas. Die genaue Ursache des Feuers ist weiterhin unklar. Die Behörden vermuten Brandstiftung.


Update (09.09.2020)

Die geflüchteten Menschen, die im Flüchtlingslager untergebracht sind, wurden noch in der Nacht evakuiert. Seit dem Morgen hat die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle gebracht.

Brandursache Moria: "Das Wie und Wo muss noch geklärt werden"

Die Ursache des Feuers ist am Mittwoch noch unklar. Das bestätigt Theophylaktos Emmanouilidis, Arzt und Vorsitzender unserer Bündnisorganisation Hammer Forum: "Das Wie und Wo muss noch geklärt werden." Der gebürtige Grieche steht im engen Austausch mit Mitarbeitern einer Partnerorganisation auf Lesbos.


"In Moria leben so viele Familien, so viele junge Menschen und so viele Kinder", sagt Emmanouilidis, der das Flüchtlingslager zuletzt im Juli besuchte. Der 81-Jährige beschreibt es als "Chaos-Camp", Zelte hätten dicht an dicht gestanden. Da es auf Lesbos zu dieser Jahreszeit sehr trocken sei, habe sich aus kleinen Flammen womöglich ein großer Brand entwickeln können.

Obwohl die Kapazität des Lagers auf 2.800 Menschen ausgelegt ist, leben dort nach Angaben der griechischen Behörden mehr als 12.600 Kinder, Frauen und Männer. Laut Emmanouilidis stammen sie aus mehr als 30 Nationen, ein Großteil sind Geflüchtete aus Afghanistan.

Strenge Maßnahmen aufgrund steigender Corona-Zahlen

"Die Menschen in Moria sind isoliert von der Stadt und der Zivilbevölkerung", beschreibt Emmanouilidis. Schon im Juli erlebte der Arzt die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus als "sehr, sehr restriktiv" und dabei gab es zu diesem Zeitpunkt keine bestätigte Infektion. Zuletzt war das Virus bei 35 Geflüchteten nachgewiesen worden, weshalb die Maßnahmen verschärft wurden. Am Dienstagabend soll es deswegen zu Protesten gekommen sein.


Die Lebensbedingungen im Camp Moria waren in der Öffentlichkeit immer wieder kritisiert worden. World Vision, Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft, hatte Anfang des Jahres auf die Situation im Flüchtlingslager aufmerksam gemacht. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Waffenschmidt sagte im Februar: "Die Menschen hausen in Zelten aus Plastikplanen, schlafen in den kalten Nächten auf dem Boden, es gibt kaum Strom."

Hilfsprojekt Hammer Forum: Medizinische Hilfe für Geflüchtete

Mit der lokalen Hilfsorganisation Asterias Starfish Foundation leistet das Hammer Forum den Flüchtlingen auf der Insel Lesbos medizinische Hilfe: etwa mit Hilfsgütern für das Krankenhaus in Mytilini auf Lesbos sowie mit mobilen Kliniken, die Menschen in Flüchtlingscamps auf dem Festland versorgen.


Weitere Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind in Griechenland und den griechischen Inseln aktiv, um geflüchtete Menschen zu unterstützten.

Über die neusten Entwicklungen nach dem Brand im Flüchtlingscamp Moria und unsere Hilfe für Geflüchtete weltweit halten wir Sie auf dem Laufenden!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
jetzt online spenden!