Frühwarnsysteme, Schutzmaßnahmen und der Klimawandel
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Hurrikane und WirbelstürmeFrühwarnsysteme, Schutzmaßnahmen und der Klimawandel

Wie funktionieren Wirbelsturm-Frühwarnsysteme?

Sobald Satelliten charakteristische Wolkenformationen eines Wirbelsturms lokalisiert haben, werden Spezialflugzeuge in das Zentrum des Sturms entsandt. Diese setzen Sonden ab, die Daten über Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen, Luftdruck und Temperatur sammeln. Anhand der Auswertung dieser Daten können Meteorologen Prognosen über die Zugbahn und Stärke des Sturms erstellen.

Exakte Vorhersagen sind jedoch sehr schwierig. Selbst das neueste System erzielt nur eine 74-prozentige Trefferquote. Im Jahr 2007 entwickelte sich die als harmlos eingestuftes tropisches Tiefdruckgebiet Felix innerhalb von nur 39 Stunden zu einem Hurrikan der Stärke 5. Daher wird an alternativen Vorhersagemöglichkeiten gearbeitet. Aktuell wird erprobt, ob Fregattvögel zur Frühwarnung eingesetzt werden können. Denn Tiere nehmen Naturgewalten viel früher wahr als der Mensch und ändern ihr Verhalten dementsprechend.

Kann man Wirbelstürme aufhalten?

Viele Forscher überlegen, wie man Wirbelstürme vor dem Auftreffen an Land aufhalten kann. Eine Idee ist es, mit Hilfe von Schläuchen kaltes Wasser aus der Tiefe an die Meeresoberfläche zu pumpen, um die Verdunstung zu stoppen. Doch erst mit 10 Millionen Pumpen, die 10 Stunden lang arbeiten, wäre der Effekt groß genug. Zudem ändern Wirbelstürme oft ihre Richtung. Daher wäre das Risiko groß, dass die Pumpen am falschen Ort liegen, groß.

Zudem gab es Planungen, die Chemikalie Silberjodid in die Ausläufer eines Wirbelsturms zu werfen, um auf diese Weise Regen auszulösen und den Sturm so abzuschwächen. Experimente mit Regenwolken zeigten allerdings, dass der Effekt zu gering ist, um Stürme lahmzulegen. Auch die Bündelung von Sonnenlicht mit Hilfe von Satelliten, um den Hurrikan von oben zu erwärmen und ihm so den Antrieb zu rauben, wird erprobt. Auch Ölteppiche auf dem Meer könnten die Verdunstung bremsen. Es gibt bisher jedoch kein umweltfreundliches Öl, das eingesetzt werden könnte.

Der Einfluss des Klimawandels auf Wirbelstürme

Ob durch den Klimawandel die Anzahl und Stärke von Wirbelstürmen zu- oder abnimmt, ist strittig. Wird das Meer wärmer, erhöht sich die Verdunstung, und die Wahrscheinlichkeit eines Wirbelsturms wächst. Doch auch die Atmosphäre in fünf bis zehn Kilometern Höhe erwärmt sich, was Wirbelstürmen wiederum die Energie entzieht. Ob Scherwinde durch den Klimawandel seltener oder häufiger auftreten werden, ist ungewiss. Würden sie seltener, könnte das die Stürme verstärken, häufiger auftretende Scherwinde könnten sie hemmen.

Wirbelsturmzyklus

Inzwischen wurde festgestellt, dass es einen Wirbelsturm-Zyklus von etwa 25 bis 40 Jahren mit aktiven und ruhigen Phasen gibt. Die letzte ruhige Phase war auf niedrigere Temperaturen im Nordatlantik zurückzuführen. Seit 1995 hat sich der Nordatlantik erwärmt und die aktive Phase hat begonnen. Um den Einfluss des Klimawandels auf diesen Zyklus verstehen zu können, bedarf es weiterer umfangreicher Forschung.

Schutzmaßnahmen

Weltweit arbeiten Forschergruppen daran, die Schutzmaßnahmen zu verbessern. Denn allein in den USA summieren sich Schäden durch Wirbelstürme auf fünf Milliarden Dollar jährlich. Verstärkte Deiche und Entwässerungsmöglichkeiten sollen tiefliegende Küstenregionen schützen. Auch der Rückbau von Siedlungen und Städten wie New Orleans ist angedacht. Mangroven und Mischwälder an den Küsten können die Kraft der Wellen bremsen.

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