HIV/AIDS verhüten

Themen & HintergrundinfosAufklärungskampagnen im Kampf gegen HIV/AIDS

23-11-2015

Von einem Plakat lacht selbstbewusst eine lebenslustige junge Frau. „Ich will’s spontan“ sagt sie. Darunter steht: „Mach’s. Aber mach’s mit.“ Es handelt sich um eine seit April 2012 laufende nationale Präventionskampagne der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, die zur Verhütung mit Kondom zum Schutz vor einer HIV-Infektion und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten auffordert.

Neben der Ansteckung durch Spritzen, Nadeln und Blutkonserven ist ungeschützter Geschlechtsverkehr der häufigste Übertragungsweg von HIV. Kondome reduzieren das Risiko einer Ansteckung, darum ist die Aufklärung über Safer Sex zur Bekämpfung des tödlich verlaufenden Virus von enormer Wichtigkeit. Nicht zuletzt aufgrund von Präventionsmaßnahmen stagniert die Rate HIV-Neuinfizierungen in Deutschland. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts lag sie im Jahr 2015 bei 3.500 Neuinfizierten.

Aufklärungskampagnen verhindern Neuinfektionen

In Deutschland gibt es seit über 25 Jahren Aufklärungskampagnen, Kondome werden im Biologieunterricht in der Schule verteilt, Plakate, Flyer und Fernsehspots klären über die Ansteckungsgefahren und Verhütungsmöglichkeiten auf. Es muss jedoch noch eine Menge getan werden, ehe das Thema HIV/AIDS vollständig enttabuisiert ist und Betroffene keinen Diskriminierungen mehr ausgesetzt sind. Doch durch besagte Aufklärungsmaßnahmen und teure Behandlungen ist man im Kampf gegen Aids hierzulande bereits weit vorangeschritten.

Aids hat weltweit noch immer unvorstellbare Ausmaße. 36,9 Millionen Menschen lebten laut Angaben von UNAIDS im Jahr 2009 mit HIV, 2,5 Millionen infizierten sich neu mit dem Virus. Einige Jahre kann ein Mensch mit HIV leben, dann bricht die Krankheit AIDS aus. Sie schwächt den Körper, macht ihn anfälliger für Krankheiten wie Malaria, Cholera und Tuberkulose, die oft tödlich enden. AIDS ist bis heute nicht heilbar.

HIV/Aids verhüten


In vielen Ländern fehlt das Wissen um die Übertragungswege


Vor allem im südlichen Afrika ist die Zahl der Betroffenen besonders hoch. Dort lebten im Jahr 2015 laut UN-Angaben 70 Prozent der weltweit mit HIV infizierten Menschen. Im Jahr 2013 gab es laut UN-Angaben 1,5 Millionen Neuinfizierte in Afrika südlich der Sahara. Besonders ansteckungsgefährdet sind Frauen und junge Menschen. Das liegt nicht zuletzt an mangelnder Aufklärung über HIV.

In vielen dieser Länder fehlen Präventionsmaßnahmen gänzlich oder erreichen lange nicht alle Menschen. Besonders im ländlichen Raum und unter Frauen ist die Verbreitung des Wissens um HIV gering. Nur in wenigen Gebieten klären staatlich geförderte Aufklärungsteams über Sexualität und über sexuell übertragbare Krankheiten auf. Stattdessen gibt es noch immer Regierungen, die zur Heilung von AIDS gesunde Ernährung propagieren. Selbsternannte Heiler behaupten, Sex mit einer Jungfrau heile von der Krankheit.

Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln nicht überall gewährleistet


Ansätze zu verstärkter Aufklärung haben in den letzten Jahren bewirkt, dass Wissen über AIDS und HIV verbreitet wird, doch an der Umsetzung mangelt es bisher. Laut UN-Angaben verwenden weniger als die Hälfte aller Männer und nur ein gutes Drittel aller Frauen in Ländern südlich der Sahara Kondome. Das liegt nicht zuletzt an der mangelnden Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln. Die Beschaffung von Kondomen ist in diesen Regionen schwierig, während der Bedarf besonders unter Jugendlichen hoch ist. Dabei geht es nicht nur um den Schutz vor AIDS, sondern auch um die Verhütung ungewollter Schwangerschaften.

Oftmals spielen auch festgefahrene Rollenmuster mit in die Verhütungsfrage hinein. Junge Frauen können ihren Partnern gegenüber nicht auf Verhütung bestehen, weil dies die übergeordnete Stellung des Mannes infrage stellen würde. Gleichzeitig werden gerade junge Mädchen aufgrund ihrer Jungfräulichkeit von Männern bevorzugt und dann mit dem Virus angesteckt. Zwar gingen sowohl Todesfälle im Zusammenhang mit AIDS zurück und die Zahl der Neuinfektionen ist in manchen Ländern rückläufig. Doch vom Ziel, bis 2030 keine Neuinfektionen mehr zu haben, ist man dennoch weit entfernt.

Quellen: www.gib-aids-keine-chance.de, UNAIDS, Bundeszentrale für politische Bildung

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