LänderinformationMongolei

Die Mongolei – ein Überblick

  • Karte: Die Mongolei ist ein Binnenstaat in Ostasien und grenzt an Russland und China. Die Hauptstadt ist Ulaanbaatar.
  • Staatsform: Die parlamentarische Republik ist ein weitestgehend demokratisches Land.
  • Rohstoffe: Die Mongolei ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt.

Zwischen Zivilisation und Nomadismus  

Die relativ kleine Bevölkerung der Mongolei lebt hauptsächlich in Städten wie der Hauptstadt Ulaanbaatar. Die Mongolei war schon vor Jahrhunderten ein klimatisch sehr herausfordernder Ort. Die Menschen ließen sich in der Mongolei als einfache Nomaden- oder Hirtenfamilien nieder. Einige nomadische Gruppierungen, die ca. 30 Prozent der mongolischen Bevölkerung ausmachen, leben auch heute in den Steppen. Weite Teile des Landes sind von Nationalparks, Gebirgen und der Wüste Gobi geprägt. 

Insbesondere die nomadische Bevölkerung sowie ansässige Landwirt:innen sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Alle zehn Jahre ereignet sich in der Mongolei ein extremer Winter, welcher die Lebensgrundlage der Menschen und ihrer Tiere bedroht. Auf den extremen Winter, den sogenannten Dsud, folgt ein warmer Sommer. Durch den Klimawandel kommen diese Dsuds häufiger vor – bis zu alle fünf Jahre. Aufgrund dieser schwierigen Bedingungen unterstützen Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft Kleinbäuer:innen und Hirt:innen vor Ort. 

Wirtschaftlich profitiert die Mongolei von ihrem Rohstoffreichtum. Das Kohlevorkommen könnte den weltweiten Bedarf für die nächsten 50 Jahre decken. Viele Bergwerke und Minen zum Abbau von Kohle, Kupfer oder Gold sind jedoch in ausländischem Besitz. Einerseits beschert der Bergbau Millionen Menschen sichere Arbeitsplätze und fördert das Wachstum, andererseits erkranken oder sterben insbesondere viele Kinder durch die hohe Luftverschmutzung. 

Politik & Geschichte: Dschingis Khan und die Mongolische Republik

Erst der Herrscher Dschingis Khan vereinte die nomadischen Stämme im 13. Jahrhundert zu einem Reich von globaler Bedeutung. Das Mongolische Reich entstand. Es umfasste zu jener Zeit fast den gesamten asiatischen Kontinent und Teile Mittelosteuropas. Im Laufe der Zeit zerfiel das Reich.

1911 erlangte die Mongolei wieder ihre Unabhängigkeit, geriet aber vermehrt unter sowjetischen Einfluss. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verabschiedete sich der stalinistische Kommunismus aus dem Land und die Mongolei entwickelte sich zu einer demokratischen Republik. Dabei orientierte sich die Volksversammlung an den Verfassungen Deutschlands und Frankreichs und baute ein pluralistisches und marktwirtschaftliches Land nach westlichem Vorbild auf. 


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Frauen,- und LGBTQ-Rechte in der Mongolei

Die Gleichberechtigung von Frauen in der Mongolei ist formell festgeschrieben. Aus UN-Recherchen geht jedoch hervor, dass körperliche und physische Gewalt an Frauen weit verbreitet sind. Ein Gesetz, das ein solches Verhalten von Männern unter Strafe stellt, wurde 2017 verabschiedet. In der Praxis findet es bisher selten Anwendung. 

Die Rechte von LGBTQs werden durch die Grundrechte geschützt. Dennoch ist die Akzeptanz in der Bevölkerung für jene sexuellen Orientierungen gering. Vor allem auf dem Land sind die gesellschaftlichen Strukturen sehr konservativ und patriarchalisch geprägt.  

Der Buddhismus, dem sich über die Hälfte der Bevölkerung zugehörig fühlt, ist die dominierende Religion in der Mongolei, in welchem noch einige Elemente des Schamanismus enthalten sind. Schamanen sind Menschen, die durch besondere Begabung oder Vererbung mit Geistern kommunizieren, indem sie sich in Trance begeben. Dieser Trancezustand, in dem der Schamane seine Fragen mit den Geistern und Verstorbenen austauscht, ist der Kern des Schamanismus.

Ursprünglich war der Schamanismus die vorherrschende Glaubensrichtung der Mongolei. Durch den vermehrten Einfluss aus Tibet im 16. Jahrhundert wurde der tibetische Buddhismus zur Staatsreligion. Im Laufe der Zeit vermischten sich beide Glaubensrichtungen, sodass die Geister der Schamanen heute die Götter der Buddhisten sind. 


Quellen: Arte, Auswärtiges Amt, EVANEOS, Kinderweltreise, Spiegel Panorama, The World Factbook (CIA) (Stand: 05/2022)


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