Katastrophenvorsorge & KlimawandelPhilippinen: Schwimmende Gärten

von AWO International

Sie leben mit Wasser und vom Wasser – und in Angst vor ihm. Immer mehr Menschen auf den Philippinen verlieren ihr Zuhause wegen regnerischen Tropenstürmen mit darauf folgenden Überschwemmungen. Teils ist das eine Folge des Klimawandels. Die Betroffenen müssen versuchen, ihr Hab und Gut vor dem steigenden Wasserstand zu schützen.

Philippinen: Wenn ganze Dörfer unter Wasser stehen

Besonders hart trifft es die ländliche Bevölkerung. Etwa die Menschen in der Gemeinde Masantol in den Dörfern Sapang Kawayan und Nigui. Beide liegen nahe der Manilabucht westlich der Stadt Malolos. Regelmäßig wird die Gemeinschaft von wochenlangen Überschwemmungen und starkem Regen heimgesucht. Der Wasserstand steigt immer weiter an und geht kaum mehr zurück.

Die meisten Fischerfamilien dort sind arm und besitzen kein Land. Ihre Häuser haben sie in der Nähe des Wassers oder, mit Bambusstelzen versehen, auf dem Wasser gebaut. Diese können nur mit bancas – kleinen, teilweise selbstgebauten Booten – erreicht werden.

Während der Überschwemmungszeit tritt der Fluss Pampanga über die Ufer und konfrontiert die Bewohner mit vielen Schwierigkeiten. Ihre Wohnstätten werden überflutet und unbewohnbar. Familien müssen schnell fliehen, doch nicht immer finden sie Schutz in der Nachbarschaft: Der Wohnraum ist knapp. Zu allem Überfluss raubt das Wasser ihnen die Möglichkeit, ihre Nahrungsmittel sicher zu verwahren – oder welche anzubauen.

Fragen & Antworten zum Klimawandel

Auf schwimmenden Gärten wächst frisches Gemüse

Für die rund 32 Familien der Gemeinde Masantol entwickelte AWO International mit einem lokalen Partner eine innovative Idee. Gemeinsam mit den Bewohnern bauten sie in einem Pilotprojekt auf dem Wasser schwimmende Notunterkünfte mit Licht und einer Wasseraufbereitungsanlage.

Je 40 bis 70 Menschen finden darauf Platz. Und sie legten schwimmende Gärten an, die auch während der Überschwemmungszeit den Anbau von Gemüse ermöglichen und Familien versorgen.

Alles besteht aus einfach zu beschaffenden Materialien. Denn für die Gemeinde war es wichtig, dass sie sich selbst in Notsituationen helfen kann und unabhängig bleibt. Für die Nutzung der Beete wurden Samen und Werkzeuge angeschafft und die Dorfgemeinschaft in die Bewirtschaftung eingewiesen.

Ernestro Marcial muss sich nicht mehr sorgen

Der 72-jährige Ernestro Marcial ist einer der ältesten Bewohner von Masantol. Er repräsentiert gemeinsam mit dem acht Jahre jüngeren Domingo Santos die Gemeinde. Marcials große Sorge galt vor allem den Kindern, Schwangeren und Senioren der Gemeinschaft, die während der Überschwemmung besonders gefährdet sind.

Dass die schwimmenden Unterkünfte so nah an die Häuser der Familien angebracht werden können, beruhigt ihn. Jetzt sei es möglich, dass sich alle Familien im Notfall schnell in Sicherheit bringen könnten.

Bei der feierlichen Projektübergabe durch die AWO International und dem lokalen Partner nahmen er und Santos den silbernen Schlüssel entgegen – ein Symbol für Eigentum und Verantwortung. Jetzt liegt es an der Gemeinde, die innovative Idee weiterzutragen.

 

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