Arbeiter-Samariter-Bund#Herzensprojekt: Wie der ASB schnelle Katastrophenhilfe leistet

10-07-2019

Kurz vorgestellt: Unsere Bündnisorganisation ASB

Den Arbeiter-Samariter-Bund gibt es seit über 130 Jahren. Im 19. Jahrhundert kam es an Arbeitsmaschinen häufig zu schweren Unfällen. Doch es fehlten Rettungsdienste. 1888 legten Berliner Zimmerleute den Grundstein für den heutigen ASB mit einem Erste-Hilfe-Kurs. Die Idee dahinter: Nach dem Kurs konnten Arbeiter ihre verletzte Kollegen selbst versorgen.

1909 schlossen sich die Sanitäter zum Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. zusammen. Heute gehören bundesweit rund 60.000 hauptamtliche, ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeiter zu der Hilfsorganisation. Seit den 1950er Jahren engagiert sich der ASB auch im Ausland, um Menschen nach Katastrophen und Konflikten zur Seite zu stehen. Seit 2001 ist der ASB Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft.

Das #Herzensprojekt des ASB zeigt, wie die Hilfsorganisation nach Zyklon Idai in Mosambik Nothilfe leistete: mit den Freiwilligen des Schnelleinsatz-Teams FAST.

Schnelle Hilfe: FAST-Helfer in Katastrophengebieten


Die Schnelleinsatz-Teams des ASB nennen sich "First Assistance Samaritan Teams" kurz FAST. In ihrer Freizeit lassen sich dafür Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet in den Bereichen Trinkwasser und Basismedizin ausbilden.

Trinkwasseraufbereitung

Die FAST-Helfer sind für ihren Einsatz hochwertig und umfangreich ausgestattet. Kernstück sind Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung, die 2.500 Liter sauberes Wasser pro Stunde produzieren. Außerdem installieren die Teams Wasserfilter für Dorfgemeinschaften, Schulen oder Gesundheitsstationen.

Basismedizinische Versorgung

Das medizinische FAST arbeitet mit einer Zeltambulanz, die entsprechend den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgestattet ist. 2017 klassifizierte die WHO das FAST für seine hohen Standards und langjährige Erfahrung in der medizinischen Nothilfe: Als erstes Team in Europa bestand es die Prüfung in der Kategorie "Emergency Medical Team 1".

Mosambik: Schnelle Hilfe nach Zyklon Idai

Nach den heftigen Zerstörungen durch Zyklon Idai im März 2019 drohte den Menschen in Mosambik eine Gesundheitskatastrophe. Wenige Wochen nach dem Wirbelsturm gab es die ersten Fälle von Cholera und Malaria. Priorität hatte daher, die Ausbreitung der Krankheiten durch gezielte Schutz- und Hygienemaßnahmen zu verhindern. Das ASB-Team aus Ärzten, Rettungskräften und Ingenieuren war vor allem in Gesundheitszentren im Einsatz.


Um Krankheiten einzudämmen, wird außerdem sauberes Trinkwasser benötigt. Die FAST-Helfer installierten dafür Wasserfilter. Die leichten und mobilen Skyhydranten sind schnell aufgebaut. Sie filtern Viren und Bakterien aus verunreinigtem Wasser. In nur 24 Stunden versorgt eine Anlage bis zu 1.100 Menschen mit Trinkwasser!

Hannah Egger von Aktion Deutschland Hilft über den FAST-Einsatz

Hannah arbeitet in der Projektabteilung von Aktion Deutschland Hilft. ln ihrer Freizeit machte sie die FAST-Fortbildung und erlebte im April ihren ersten Einsatz in Mosambik.

"Unsere Hauptaufgabe war, den Cholera-Ausbruch nach dem Zyklon einzudämmen. Wir arbeiteten in Gesundheitsstationen in der Hauptstadt Beira, die besonders schwer getroffen wurde. Die Mediziner in unserem Team halfen lokalen Ärzten, den großen Andrang an Patienten zu bewältigen.

Ganz wichtig war der Wiederaufbau der Wasserversorgung. Wir bauten Handwaschstationen, reparierten Rohrleitungen und schulten Personal in der Aufbereitung von Trinkwasser. Da manche Gesundheitsstationen kein Dach mehr hatten, bauten wir Unterstände. So mussten die Menschen nicht im Freien behandelt werden", erzählt Hannah.


"So anstrengend die Arbeit auch war, so schön war es zu sehen, welch große Fortschritte wir Tag für Tag machten. Der Cholera-Ausbruch konnte eingedämmt werden – ein toller Erfolg! Und für mich war es das beste Zeichen dafür, dass sich das freiwillige Engagement im FAST auszahlt. Unsere Hilfe kommt bei den Menschen an, die sie am dringendsten benötigen."

Auf die Soforthilfe folgen langfristige Maßnahmen

Der freiwillige Einsatz der FAST-Helfer dauert maximal sechs Wochen. Das entspricht meist auch der Phase nach einer Katastrophe, in der die Not der Menschen am größten ist.

Für die Zeit nach dem Nothilfeeinsatz entwickeln die FAST-Helfer des ASB eine Strategie: Es sollen keine Lücken in der Trinkwasser- oder medizinischen Versorgung der Menschen entstehen.

Die Hilfe für die Menschen vor Ort geht weiter: mit mittel- bis langfristigen Hilfsprojekten, gemeinsam mit lokalen Partnern und Behörden sowie internationalen Hilfsorganisationen.

 

#Herzensprojekt ist eine Reihe über unser Bündnis auf den Social-Media-Kanälen von Aktion Deutschland Hilft. Auf Facebook, Instagram und Twitter stellen wir besondere Hilfsprojekte unserer Bündnisorganisationen vor.