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Tsunami Südasien„Unser eigenes Haus ist unser größtes Glück“ – 10 Jahre nach dem Tsunami

12-12-2014

Rani und ihr Mann Sundaramurthy aus Killai an der Nordostküste Indiens unterhalten heute einen kleinen Fischereibetrieb. Sie verkaufen ihre Fische auf dem lokalen Markt, ihr Einkommen ist gesichert. Wenn Rani aufs Meer blickt, überkommt sie auch eine Dekade später noch die Erinnerung an jenen alles verändernden Tag im Dezember 2004:

Es ist der 26. Dezember 2004, der Tag, den Rani, heute 52, wohl nie vergessen wird. Das Erdbeben im Indischen Ozean löste einen Tsunami von einer Dimension aus, wie ihn an der Südostküste Indiens niemand erwartet oder gar je erlebt hatte. Rund 1,7 Millionen Küstenbewohner rund um den Indischen Ozean wurden obdachlos. Auch Rani und ihre drei Kinder verloren an diesem Tag ihr Haus und ihr gesamtes Hab und Gut – aber sie überlebten. Die Dankbarkeit über das Überleben wich jedoch schnell wieder der blanken Angst, denn es gab kein Lebenszeichen von Ranis Mann Sundaramurthy, der zu dieser Zeit auf der Insel Borneo im südchinesischen Meer arbeitete, um den Familienunterhalt zu sichern. Es dauerte lange bis Rani und die drei Kinder, damals im Alter von 11, 10 und 8, endlich die erlösende Nachricht erhielten: Der Vater lebt! Auch Sundaramurthy selbst wusste qualvoll lange Wochen nicht, ob seine Familie überhaupt überlebt hatte.

Ein neues Leben für seine Familie aufzubauen stand nach diesem denkwürdigen Tag im Dezember 2004 an erster Stelle für den heute 55-jährigen Familienvater. Anfang 2005 kehrte er zu seiner Familie nach Indien zurück. Nach einem harten Jahr, indem sie sich mehr schlecht als recht durchschlugen, zogen er und seine Familie Anfang 2006 in ein neues, stabil gebautes Haus von Habitat for Humanity. Zum ersten Mal in ihrem Leben gab es eine Toilette im Haus und genügend Platz und Raum für alle. Die Kinder erholten sich von den Strapazen und konnten endlich wieder zur Schule gehen - mit großem Erfolg: Der älteste Sohn Pavadaisamy ist heute 21 und arbeitet erfolgreich als Techniker für Klimaanlagen, die Tochter Meena, heute 18, ist glücklich verheiratet und betreibt mit ihrem Mann ebenfalls ein kleines Fischereiunternehmen. Der 20-jährige Arul arbeitet in Dubai als Schweißer in einem großen Unternehmen.

In der Hand hält Sundaramurthy Bilder der Freiwilligen, die damals beim Bau des neuen Hauses mitgeholfen haben: „Diesen Menschen und Habitat for Humanity verdanken wir so viel“ sagt er. „Ohne das Haus von Habitat for Humanity hätten wir nicht gewusst, wie es weitergehen soll“ erinnert sich der Familienvater. „Wir hatten alles verloren. Nach der Katastrophe gab dieses Haus uns Hoffnung und unser Selbstbewusstsein zurück. Ich fühlte mich wieder selbstsicher, und kaufte mir mein Motorboot. Heute beschäftige ich mehrere Angestellte, nenne ein stabiles Haus mein eigen und habe gesunde und erfolgreiche Kinder“ sagt er lächelnd mit einem liebevollen Blick auf seine Frau.

Das von Habitat for Humanity gebaute Haus ist so konstruiert, dass es sich leicht ausbauen lässt – Sundaramurthy konnte im Laufe der Jahre sogar einen kleinen Garten mit einem Zaun anlegen, der ihnen Geborgenheit und Stabilität vermittelt. Was für uns vollkommen normal ist, bedeutet für diese indische Familie unendliche Sicherheit: Ein eigenes Zuhause.

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