Explosion Beirut/Libanon"Viele empfinden ihre Situation als ausweglos"

01-02-2021

von Malteser International

"Malteser International wird in den kommenden fünf Jahren helfen, den Libanon zu stützen. Wir werden nun zum einen das überlastete Gesundheitssystem weiter stärken und den Menschen zusätzlich psychologische Hilfe anbieten. Zum anderen werden wir die landwirtschaftliche Produktion fördern, um Bauern zu unterstützen und die Produktion von Nahrungsmitteln zu steigern", sagt Clemens Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär von Malteser International.

Explosion und Pandemie verstärken Krisen im Land

Am 4. August vergangenen Jahres kam es im Hafen von Beirut zu einer verheerenden Explosion, in dessen Folge 205 Menschen starben, Tausende verletzt wurden und rund 200.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Die Auswirkungen der Explosion haben die vielschichtigen Krisen im Libanon weiter verschärft. Neben der anhaltenden Finanzkrise und der politischen Instabilität steigt die Rate der Corona-infizierten Menschen rapide an.

Mittlerweile sind bereits fünf Prozent der Bevölkerung an COVID-19 erkrankt und täglich kommen derzeit 6.000 neue Fälle hinzu. Diesen Anstieg kann das ohnehin überlastete Gesundheitssystem kaum bewältigen. Mehr als die Hälfte der libanesischen Bevölkerung lebt heute unterhalb der Armutsgrenze.

Mobile Gesundheitsstationen versorgen Flüchtlinge und Libanesen

"Es ist wichtig, dass wir die Menschen im Libanon ein halbes Jahr nach der Explosionskatastrophe nicht allein lassen. Viele fühlen sich zunehmend überfordert und empfinden ihre Situation als ausweglos. Die Lebensmittelpreise steigen. Allein den Alltag zu bewältigen, wird für immer mehr Menschen schwierig", sagt Mirbach, der einige Jahre im Libanon lebte.

Malteser International leistet in Zusammenarbeit mit der lokalen Assoziation des Malteserordens im Libanon humanitäre Hilfe. Gemeinsam betreiben sie mehrere mobile Gesundheitsstationen für syrische Flüchtlinge, die in ärmeren Regionen des Landes Zuflucht gefunden haben, sowie für mittellose Libanesen.

Nahrungsknappheit: Malteser International unterstützt Landwirte

Zusätzlich fördert Malteser International die Kapazitäten und Strukturen des lokalen Partners im Gesundheitssektor, um nachhaltig das Gesundheitssystem zu stärken. Ebenso werden Hilfsgüter an syrische Flüchtlinge und bedürftige Libanesen verteilt, um deren Grundversorgung sicherzustellen.

Um die Ernährungslage im Land zu verbessern, unterstützt der lokale Partner landwirtschaftliche Akteure dabei, auch in der Krise die Produktion aufrechterhalten zu können. Gefördert wird Malteser International dabei vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Auswärtigen Amt.


Hinweis für Redaktionen:

Clemens Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär von Malteser International, steht für Interviews und O-Töne zur Verfügung.
Raymond Tarabay (deutschsprachig), Partnerkoordinator im Libanon bei Malteser International steht in Beirut für Interviews und O-Töne zur Verfügung.
Vermittlung: +49 (0)221 96441 181, katharina.kiecol(at)malteser-international.org

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden, um die Hilfsprojekte des Bündnisses die Maßnahmen zur Nothilfe der Betroffenen der Explosionen in Beirut zu unterstützen:

Spenden-Stichwort: Beirut/Libanon
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden