Erdbeben Tsunami IndonesienErdbeben & Tsunami Indonesien: Fragen & Antworten

01-10-2018

von Aktion Deutschland Hilft

Eine dramatische Naturkatastrophe hat die indonesische Insel Sulawesi erschüttert: Auf mehrere Erdbeben folgte ein Tsunami mit meterhohen Wellen. Fast 225.000 Menschen verloren bei der Katastrophe ihre Häuser und Wohnungen, Tausende wurden verletzt. Seitdem haben Helfer bislang 2.113 Tote aus den Trümmern geborgen. Mehr als 1.300 Menschen werden noch immer vermisst. 

Hilfsorganisationen in Sulawesi im Einsatz

Mehrere Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind vor Ort im Einsatz, um den betroffenen Kindern, Frauen und Männern Hilfe zu leisten. Mehr über die aktuelle Lage in Sulawesi erfahren Sie in diesem FAQ. (letztes Update: 29.10.2018)

Was ist in Indonesien passiert?

Die indonesische Insel Sulawesi ist am 28. September 2018 von mehreren Erdbeben und einem Tsunami getroffen worden. Auf ein Beben der Stärke 7,4 folgte ein Tsunami mit bis zu sechs Meter hohen Wellen. Besonders schwer traf es die Regionen um Palu und Donggala. Kurz zuvor hatte die zuständige Behörde eine Tsunami-Warnung aufgehoben. 

Die indonesische Regierung stellte am 1. Oktober ein internationales Hilfsersuchen. Zunächst hieß es, dass nur wenige hundert Menschen durch die Erdbeben und den Tsunami ums Leben gekommen seien. Inzwischen stieg die Zahl der Todesopfer auf bislang 2.113 Tote. Fast 225.000 Menschen verloren bei der Katastrophe ihre Häuser und Wohnungen, Tausende wurden verletzt. Mehr als 1.300 Menschen werden noch immer vermisst.

Die zerstörte Infrastruktur erschwert die Hilfe noch immer: Straßen und Autobahnen sind verschüttet und Brücken eingestürzt. Das stellt auch Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen: Hilfsgüter können wegen des fehlenden Benzins schwer verteilt und viele zerstörte Straßen nicht befahren werden. Da unsere Bündnisorganisationen jedoch Hand in Hand mit lokalen Partnern arbeiten, konnte die Nothilfe direkt nach der Katastrophe starten.

Wie viele Menschen sind betroffen?

Kurz nach dem Tsunami hieß es zunächst, dass nur wenige hundert Menschen durch die Naturkatastrophen ums Leben gekommen seien. Inzwischen stieg die Zahl der Todesopfer auf bislang 2.113 Tote. Fast 225.000 Menschen verloren bei der Katastrophe ihre Häuser und Wohnungen, Tausende wurden verletzt. Mehr als 1.300 Menschen werden noch immer vermisst. 

Nach UN-Angaben benötigten anfangs mehr als 2.600 Menschen mit schweren Verletzungen medizinische Hilfe. Mehr als 65.000 Häuser sind durch das Erdbeben und den Tsunami zerstört worden. Noch immer ist die Angst vor weiteren Nachbeben so groß, dass sich viele Menschen nicht in ihre Häuser zurücktrauen.

Wie ist die aktuelle Lage in der betroffenen Region?

Nach mehreren Tagen der verzweifelten Suche schwand die Hoffnung, unter Trümmern und Schlamm weitere Überlebende zu finden. Der Zugang zu ländlichen Regionen ist noch immer schwierig. Viele Straßen und Autobahnen sind verschüttet und Brücken eingestürzt.

Nach der Unterstützung der Bergungsteams steht für Hilfsorganisationen die Versorgung der Überlebenden im Mittelpunkt: Trinkwasser und Nahrungsmittel werden zunehmend knapper. Außerdem fehlt es den Menschen an Hygieneartikeln, Decken und Haushaltsgegenständen. Da zehntausende Häuser zerstört oder beschädigt wurden, harren viele Kinder, Frauen und Männer in Notunterkünften aus.

Die lokalen Kapazitäten von Krankenhäusern, Polizei und Armee sind überlastet. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Sie waren auf so eine Katastrophe nicht vorbereitet. Es wird dringend weiteres Personal benötigt, Medikamente und medizinische Hilfsmittel werden knapp. Aus Platz- und Sicherheitsgründen werden viele Menschen im Freien medizinisch versorgt oder operiert.

Ende Oktober gab der indonesische Katastrophenschutz bekannt, dass Erdbeben udn Tsunami Schäden von umgerechnet einer Milliarde Euro angerichtet haben. Die Schadenssumme ist damit weitaus höher als frühere Schätzungen und könnte noch steigen.

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft den Menschen?

Mehrere Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft waren bereits vor der aktuellen Erdbebenserie und dem Tsunami mit Hilfsprojekten im Land tätig und konnten nach der Katastrophe schnell Nothilfe leisten. Sie arbeiten dabei eng mit lokalen Partnerorganisationen und Mitarbeitern zusammen.

Sie unterstützen beispielsweise die Bergungsarbeiten der lokalen Helfer. Daneben steht die Verteilung von Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Medikamenten, Decken und Hygieneartikeln im Vordergrund. Da zehntausende Häuser durch die Erschütterungen und den Tsunami zerstört oder beschädigt wurden, müssen viele Kinder, Frauen und Männer in Notunterkünften untergebracht werden. Einige Organisationen entsenden Teams in entlegenere Regionen, um den Menschen dort Nothilfe zu leisten.

Um ein vollständiges Bild vom Ausmaß der Katastrophe zu erhalten, prüfen diverse Hilfsorganisationen die Lage vor Ort. Einige Teams sind auch in entlegenere Gegenden unterwegs, um dort den Hilfsbedarf zu erfahren und den Menschen zur Seite zu stehen.

Hat das indonesische Frühwarnsystem versagt?

Von verschiedenen Seiten wird kritisiert, dass die Tsunami-Warnung von den indonesischen Behörden zu früh aufgehoben wurde. Als Bündnis von Hilfsorganisationen und Experten für Humanitäre Hilfe können wir nicht über die Funktionsweise des indonesischen Frühwarnsystems urteilen. Die Prüfung dieses Sachverhalts ist unter anderem Aufgabe der indonesischen Regierung.

Warum dauert es so lange, bis Hilfe ankommt?

Die zerstörte Infrastruktur stellt Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen und erschwert die Bergungsarbeiten: Straßen und Autobahnen sind verschüttet, Brücken eingestürzt, Telefon- und Internetverbindungen, Strom- und Wasserleitungen weiterhin unterbrochen.

Wegen fehlenden Benzins und vieler zerstörter Straßen können vorhandene Hilfsgüter nicht verteilt werden. Der Flughafen der Stadt Palu ist mittlerweile wieder geöffnet, doch die Start- und Landebahn ist nur eingeschränkt nutzbar.

Die hilfsbedürftigen Menschen sind also schwer zu erreichen. Die Hilfsorganisationen unseres Bündnisses sowie internationale Organisationen versuchen aber, so schnell wie möglich über Luft- und Wasserwege in das Katastrophengebiet zu gelangen. Zurzeit sind die Helfer für wenige hundert Kilometer bis zu 20 Stunden unterwegs.

Wie ist die aktuelle Sicherheitslage einzuschätzen?

Die Sicherheitslage auf Sulawesi gilt als angespannt. Aus der stark betroffenen Stadt Palu wurde von Plünderungen in Supermärkten und Häusern berichtet. Außerdem besteht die Gefahr starker Nachbeben und von Erdrutschen in bergigen Gebieten.

Die Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft arbeiten unter verschäften Sicherheitsvorkehrungen. Beispielsweise nutzen sie bei der Verteilung von Hilfsgütern eine Polizeieskorte oder fahren in Konvois. So konnten hilfsbedürftige Menschen bereits mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und weiteren Gütern versorgt werden.

Für die Sicherheit im Land ist die indonesische Regierung zuständig.


Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind in Indonesien vor Ort. Erfahren Sie mehr & helfen Sie mit Ihrer Spende!

Infografik: So entsteht ein Tsunami

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