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Erdbeben Haiti5. Jahrestag Erdbeben Haiti: Das Elend bleibt Alltag

08-01-2015

Fünf Jahre nach dem Erdbeben auf Haiti zieht World Vision eine gemischte Bilanz

Haiti wird noch lange auf internationale Hilfe angewiesen sein. Darauf weist die Kinderhilfsorganisation World Vision vor dem 5. Jahrestag des verheerenden Erdbebens vom 12. Januar 2010 hin. Im Gesundheits-, Bildungs- und Ernährungsbereich sowie in der Katastrophenvorsorge wurden Fortschritte erzielt.

„Besonders in den vergangenen sechs Monaten hat sich die Situation deutlich verbessert. Die Zahl der Menschen, die in Zeltlagern leben, konnte um 92 Prozent reduziert werden. Auch die Cholera wurde nahezu gestoppt“, berichtet Harry Donsbach, Leiter Humanitäre Hilfe beim Kinderhilfswerk World Vision Deutschland. „Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist besser geworden und nur noch wenige Regionen befinden sich in der höchsten Krisenstufe. Dennoch bleibt das Elend für viele Haitianer Alltag“.

Geschätzt 100.000 Kinder sind von moderater oder akuter Unterernährung betroffen, etwa 200.000 Menschen leiden unter gravierender Lebensmittelknappheit. Zehntausende leben nach wie vor in einem der fast 200 Zeltlager, die nach dem Erdbeben als Notunterkünfte entstanden sind. Nur ein Drittel von ihnen hat Zugang zu Trinkwasser, nur die Hälfte Zugang zu Toiletten. Ein funktionierendes Müllentsorgungssystem existiert nicht, und die Lager sind von Zwangsräumungen bedroht.

Bei dem Einsatz nach dem Erdbeben 2010 handelte es sich laut World Vision um eine der größten Herausforderungen, mit der Hilfsorganisationen je zu tun hatten. So wurde der Wiederaufbau immer wieder durch Katastrophen wie einem Choleraausbruch, tropischen Stürmen und Dürren zurückgeworfen.

Als Hindernis beim Wiederaufbau erwies sich insbesondere die Schwäche des haitianischen Staates. Dieser hat es World Vision zufolge immer wieder versäumt, wichtige Entscheidungen zu treffen und zugleich durch ineffiziente und bürokratische Verfahren Fortschritte behindert. „Haiti verlässt sich auf die personellen und finanziellen Hilfen aus dem Ausland, um Basisdienstleistungen für die Bevölkerung bereit zu stellen. Das halten wir für sehr problematisch“, kritisiert Harry Donsbach.

World Vision setzte in seiner Hilfe deshalb auf den Aufbau der Selbsthilfekapazitäten der Bevölkerung. Die Organisation unterstützte 2500 Haushalte bei der Reparatur ihrer Unterkünfte u.a. mit Werkzeug. Fast 2800 Übergangshäuser wurden gebaut. In 30 Kinderbetreuungszentren wurden fast 8000 Kinder betreut, in 17 frühkindlichen Einrichtungen mehr als 1000 Kleinkinder. World Vision gab Starthilfe für kleine Geschäfte und betreibt breitflächig gesundheitliche Aufklärung. Etwa 250.000 Schüler in 848 Schulen wurden und werden mit Essen versorgt.

Fast 45.000 Menschen durchliefen Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden im Ackerbau. Im ganzen Land führten Teams der Organisation im Rahmen der Katastrophenprävention Trainings mit der Bevölkerung durch, damit die Menschen Gefahren frühzeitig erkennen und sich im Notfall schnell selbst helfen können. In vielen Regionen begannen Haitianer, unterstützt durch World-Vision-Experten, mit der Wiederherstellung von Entwässerungssystemen. Flüsse und Kanäle wurden gereinigt, Deiche und Abflusssysteme wieder repariert und mit der Sanierung der Böden begonnen. In zahlreichen Projekten arbeitet World Vision in der Entwicklungszusammenarbeit mit lokalen Partnern und Behörden zusammen.

World Vision ist weiterhin in 36 Zeltcamps tätig, in denen noch etwa 50.000 Menschen leben. Mitarbeiter vor Ort führen intensive Gespräche mit den Eigentümern, damit die Menschen so lange dort bleiben können, bis auch für sie alternative Unterkünfte gefunden sind.

Das Erdbeben am 12. Januar 2010 traf drei Millionen Menschen im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre. Rund 250.000 Haitianer starben, 300.000 wurden verletzt. 1,5 Millionen Menschen verloren dauerhaft ihr Zuhause. In den ersten drei Monaten danach versorgte World Vision mehr als 100.000 Verletzte in 12 Kliniken und 40.000 Haushalte mit Nothilfe-Sets. Rund zwei Millionen Menschen profitierten von Nahrungsmittelhilfe.

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