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Erdbeben Haiti5. Jahrestag Erdbeben Haiti: Léogâne - Mit beiden Beinen fest im Leben

05-01-2015

von Christian Schmetz

Mit Hilfe der Johanniter hat sich das Leben von Marie Chantal Pierre nach dem Erdbeben vollständig verändert

2010 arbeitet Marie Chantal noch als Lehrerin. Sie steht in ihrem Klassenzimmer, als das Erdbeben den Inselstaat Haiti erschüttert. Sie will hinaus rennen, doch Stühle klemmen ihr Bein ein und sie wird unter Trümmern begraben. Später im Krankenhaus ist schnell klar, dass ihr rechter Unterschenkel amputiert werden muss. Als wir die junge Frau im Oktober 2010 – 10 Monate nach dem Erdbeben – treffen, sitzen die traumatischen Erinnerungen tief und oft ist Marie Chantal zum Weinen zumute.

Neustart ins Leben

Heute strahlt sie zufrieden und verliert kein negatives Wort. „Alles ist gut“, sagt sie. Die Zeit des Erdbebens hat sie vergessen und konzentriert sich auf ihr Leben im Hier und Jetzt. Dieser Weg zurück in ein zufriedenes Leben gelang ihr auch dank der Hilfe der Johanniter:

Einige Zeit nach der Amputation erzählte ihr ein Freund von dem Orthopädiezentrum der Johanniter in Léogâne. Marie Chantal hatte zwar schon eine Prothese bekommen, doch diese verursachte ihr Schmerzen. Es kam auch zu Blutungen am Beinstumpf. Im Zentrum zeigten ihr die Helfer der Johanniter Übungen, um den besseren Umgang mit der Prothese zu lernen. Wenige Monate später bekam sie dann eine neue Prothese – mit der gab es keine Probleme. Marie Chantal beschreibt diesen Tag als „Neustart ins Leben.“ Endlich konnte sie wieder selbstständig durch ihr Leben gehen.

Vom Lehrerberuf zur Technikerin

„Die Prothese der Johanniter hat eine gute Qualität,“ unterstreicht sie. Als Betroffene kann Marie Chantal das gut beurteilen. Doch nicht nur deshalb: Denn sie hat ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben und in den letzten drei Jahren eine Ausbildung zur Orthopädie-Technikerin absolviert. Ihr Interesse an Technik hat sie zu dem Beruf gebracht. Stolz und mit geübten Handgriffen demonstriert sie einige Arbeitsschritte, die zum Bau einer Prothese nötig sind. Will Marie Chantal mit ihrem Beruf auch Hilfe zurückgeben, die sie selbst erfahren hat? „Ja, vielleicht ein bisschen.“, antwortet sie schüchtern und lächelt.

Marie Chantal: Die drei Etappen ihres Lebens

Ihr eigenes Leben fasst Marie Chantal heute in drei Etappen zusammen: Da war das Leben mit zwei gesunden Beinen - vor dem Erdbeben. Dann kamen die Amputation ihres Unterschenkels und damit der Verlust eines Lebens, wie sie es bisher kannte. In der letzten Etappe bekam Marie Chantal ihre Prothese von den Johannitern und konnte endlich ein neues Leben beginnen. Nun ist es ihr größter Wunsch schnell eine passende Stelle als Orthopädie-Technikerin zu finden, denn dann kann sie auch beruflich mit beiden Beinen fest im Leben stehen.

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