von Aktion Deutschland Hilft
Trotz wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten, steigender Kosten und kontroverser Debatten über regulatorische Vorgaben wie die CSR-Berichtspflicht (CSRD) bleibt gesellschaftliches Engagement für Unternehmen in Deutschland relevant.
Soziale Verantwortung hat an Bedeutung gewonnen
Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Aktion Deutschland Hilft zeigt: 45 Prozent der befragten Entscheider:innen bewerten Maßnahmen für soziale Verantwortung heute als wichtiger als noch vor zwei Jahren, für 36 Prozent hat sich die Bedeutung nicht verändert. Nur jede:r Zehnte hält CSR heute für weniger wichtig. Unter den Unternehmen, die bereits CSR-Projekte umsetzen, gibt rund ein Drittel (34 Prozent) an, sein Engagement in diesem Zeitraum ausgeweitet zu haben. Gut die Hälfte hat es gehalten, nur 14 Prozent haben es reduziert.
Damit deutet die Studie auf ein Engagement hin, das nicht nur standhält, sondern in Teilen wächst – trotz eines wirtschaftlichen Umfelds, das von Kostendruck und Unsicherheit geprägt ist. CSR wird von vielen Unternehmen weiterhin als strategische Aufgabe verstanden und nicht “als freiwillige Zusatzleistung” betrachtet.

Zufriedenheit mit Partnerschaften
Gleichzeitig zeigt die Befragung eine große Offenheit für die Zusammenarbeit mit NGOs. Rund jede zweite befragte Führungskraft hält eine künftige Kooperation mit einer NGO oder anderen Partnerorganisation für eher wahrscheinlich. Noch deutlicher fällt die Bewertung dort aus, wo solche Partnerschaften bereits bestehen: neun von zehn Unternehmen sind mit der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen zufrieden. Besonders groß ist diese Offenheit bei Unternehmen, denen es wirtschaftlich gerade gut geht (56 Prozent).
Großes Potenzial für Kooperationen mit NGOs
Für Hilfsorganisationen eröffnet das ein erhebliches Potenzial. Vielen Unternehmen ist es wichtig, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – gemeinsam mit NGOs, die Expertise, Strukturen und konkrete Wirkung einbringen können. Bislang konzentriert sich das unternehmerische Engagement noch stark auf naheliegende, unternehmensnahe Themen wie Mitarbeiterschulung (53 Prozent) oder Umwelt- und Klimaschutz (46 Prozent) und findet überwiegend im eigenen Unternehmen oder in dessen Region statt. Genau darin liegt eine Chance für Hilfsorganisationen:
“Die Ergebnisse zeigen klar: Unternehmen handeln nicht allein nach der Maxime des Profits. Für viele ist gesellschaftliches Engagement eine strategische Notwendigkeit geworden. Sie wollen die Gesellschaft, in der sie wirtschaften, aktiv positiv mitgestalten. Daraus können Partnerschaften zwischen Unternehmen und humanitären Hilfsorganisationen entstehen, in denen beide Seiten ihre Ziele erreichen: Unternehmen ihre vielfältigen Nachhaltigkeitsziele und Hilfsorganisationen mehr Solidarität und mehr humanitäre Hilfe.”
Dr. Thilo Reichenbach, Geschäftsführer Marketing & Fundraising bei Aktion Deutschland Hilft
Glaubwürdigkeit und Wirkung sind entscheidend
Bei der Auswahl von Kooperationspartnern legen Unternehmen insbesondere Wert auf Fachwissen, Verlässlichkeit, Transparenz und nachvollziehbare Wirkung. Gleichzeitig gelten Kosten und der mit CSR-Aktivitäten verbundene Aufwand als wesentliche Hürden. Konkret sind die wichtigsten Entscheidungsfaktoren für eine Zusammenarbeit die Kosten des Projekts (35 Prozent), die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (30 Prozent) sowie die Qualität und Verlässlichkeit der Berichterstattung durch die Partnerorganisation (28 Prozent).
Für die Zusammenarbeit mit NGOs ergibt sich daraus ein klares Anforderungsprofil: Unternehmen wünschen sich Partner, die gesellschaftliche Wirkung verständlich und nachvollziehbar machen, fachliche Expertise bieten und die Umsetzung von Engagement möglichst effizient gestalten.
“Unternehmen wollen Verantwortung übernehmen, müssen dabei aber zunehmend genau hinschauen, wo ihr Engagement den größten Unterschied macht. Hilfsorganisationen können hier Orientierung geben: durch ihre Expertise, ihre Erfahrung vor Ort und die Fähigkeit, Wirkung auch unter schwierigen Bedingungen nachhaltig zu erzielen.”
Dr. Thilo Reichenbach, Geschäftsführer Marketing & Fundraising bei Aktion Deutschland Hilft
Die Studie von Aktion Deutschland Hilft macht damit deutlich: Die entscheidende Frage ist nicht, ob Unternehmen sich künftig gesellschaftlich engagieren, sondern wie sie ihr Engagement weiterentwickeln – und mit welchen Partnern sie dabei zusammenarbeiten.
Zur Studie:
Die Studie “Corporate Social Responsibility im Wandel? Befragung zum unternehmerischen Engagement in Deutschland” untersucht die Bedeutung von CSR für Unternehmen, Motive und Barrieren des Engagements, Veränderungen bei Budgets und thematischen Schwerpunkten sowie Erwartungen an Kooperationen mit NGOs und anderen Partnerorganisationen. Die Umfrage basiert auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panel Deutschland. Befragt wurden im Zeitraum vom 09.–21.04.2026, 519 Entscheider:innen aus Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeiter:innen in Deutschland.
Der vollständige Studienbericht ist auf Anfrage bei der Pressestelle erhältlich.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die von der Sturzflut betroffenen Menschen.
Stichwort: Flut Nepal
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX






