von action medeor/Aktion Deutschland Hilft
In Sierra Leone bleibt die Gesundheitsversorgung für Schwangere und Neugeborene eine große Herausforderung. Zwar ist die Müttersterblichkeit seit dem Jahr 2000 deutlich gesunken – von über 1.500 auf 354 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten im Jahr 2023 –, doch das Land zählt weiterhin zu den weltweit gefährlichsten Orten für werdende Mütter.
Ein entscheidender Faktor für die Senkung der Müttersterblichkeit ist der Anteil an Geburten, die von qualifiziertem Gesundheitspersonal begleitet werden. Doch genau hier besteht ein gravierender Engpass: Sierra Leone verfügt laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) über nur 1.579 Hebammen – weniger als die Hälfte des von der WHO geschätzten Bedarfs von 3.000 Fachkräften.
Umso wichtiger ist die Ausbildung neuer Fachkräfte. Ein bedeutender Schritt dafür wurde nun in Bo, der drittgrößten Stadt des Landes, umgesetzt: Das Praxislabor der dortigen Hebammenschule wurde durch die Unterstützung der Bündnisorganisation action medeor und ihrer Partnerorganisation Caritas Bo um einen neuen Raum erweitert. Dieser wurde kürzlich offiziell eröffnet.
Ein neuer Raum für bessere praktische Ausbildung
Das erweiterte, sogenannte Skills Lab ermöglicht es den Auszubildenden, theoretische Inhalte unter realitätsnahen Bedingungen zu üben – bevor sie mit Patientinnen arbeiten. Diese praxisorientierte Vorbereitung ist entscheidend, besonders in ländlichen Regionen, in denen Schwangerschaften weiterhin ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen und qualifiziertes Personal oft fehlt.
Mit der Bereitstellung des Raumes wird ein direkter Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von schwangeren Frauen und Neugeborenen geleistet. Langfristig soll die erweiterte Schule dazu beitragen, die Mütter- und Säuglingssterblichkeit weiter zu senken.
Ein zentraler Baustein im Gesundheitssystem
Die Hebammenschule in Bo wurde 2017 gegründet und mithilfe der Bündnisorganisation action medeor und ihrer Partner aufgebaut, um dem gravierenden Mangel an qualifiziertem Gesundheitspersonal entgegenzuwirken. Seit 2020 ist sie in staatlicher Hand und bildet jährlich rund 50 Hebammen aus – etwa 30 Prozent aller Hebammenschüler:innen des Landes.
Trotz ihrer Bedeutung leidet die Schule, wie das gesamte Bildungssystem Sierra Leones, unter chronischer Unterfinanzierung. Staatliche Mittel reichen oft nicht aus, um Gebäude, Lehrmaterialien oder Ausstattung ausreichend zu finanzieren.
Renovierungen, Ausstattung und Unterstützung im Ausbildungsalltag
Dank der Unterstützung von Spender:innen können ab sofort mindestens 150 Hebammenschüler:innen und Lehrkräfte profitieren von:
- Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an der Schule
- Finanzierung nicht gedeckter Ausbildungskosten
- Ausstattung der Hebammenschüler:innen während ihrer Praktika mit Schutzausrüstung wie Handschuhen, Schürzen und Masken
Diese Maßnahmen verbessern sowohl die Lernbedingungen als auch die Sicherheit der Auszubildenden.
Wirkung über die Schule hinaus
Indirekt profitieren jedoch weitaus mehr Menschen: Durch die Ausbildung zusätzlicher Fachkräfte verbessert sich die Mutter-Kind-Gesundheitsversorgung für rund 8.940 Frauen und ihre Kinder in der Südprovinz von Sierra Leone.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Hebammenschule trägt damit dazu bei, langfristig Versorgungslücken zu schließen – insbesondere in ländlichen und unterversorgten Regionen.
Hintergrund des Projekts
In Krisen- und Katastrophengebieten sind Frauen und ihre Familien oft auf besondere Unterstützung angewiesen. Im Dezember 2023 standen sie im Fokus der gemeinsamen Weihnachtsaktion von WDR und Aktion Deutschland Hilft: Gemeinsam für Mütter in Not. Mit den Spenden wurden ausgewählte Projekte des Bündnisses unterstützt, die sich speziell für Frauen, Mädchen und insbesondere Mütter engagieren, die in Not geraten sind. Die Projekte wurden auf dem afrikanischen Kontinent, in Süd- und Mittelamerika, Südostasien und dem Nahen Osten umgesetzt – eines davon die Hebammenschule in Sierra Leone.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Nothilfe weltweit
Stichwort: Nothilfe weltweit
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