Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge "Katastrophenvorsorge hat ein Imageproblem"

09-10-2020

von Aktion Deutschland Hilft

Der Tsunami in Südasien 2004, das Erdbeben auf Haiti 2010 oder Wirbelsturm Idai 2019: Wer an humanitäre Hilfe bei schweren Naturkatastrophen denkt, hat oft Bilder von Hilfslieferungen, Lebensmittelverteilungen oder der Versorgung von Verletzten im Kopf. Neben solchen bildstarken Soforthilfemaßnahmen bleibt vielen Menschen jedoch verborgen, dass die Katastrophenvorsorge ein ebenso wichtiger Teil der Hilfe ist.

Hilfe, die meist unsichtbar bleibt

"Katastrophenvorsorge hat eine Art Imageproblem", sagt Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft. "Über ein Erdbeben, bei dem viele Menschen ihr Leben verloren haben und Nothilfe für die Betroffenen geleistet wurde, wird eher berichtet, als über ein Erdbeben, bei dem nur wenige Menschen zu Schaden gekommen sind, weil effiziente Vorsorgemaßnahmen gegriffen haben. Der Sinn und die Erfolge von Hilfsmaßnahmen, die Leid verhindern, bevor es geschieht, bleiben somit meist unsichtbar, weil es erst Bilder von Not und menschlichem Leid braucht, bis die Leistungen humanitärer Hilfe in den Fokus der Öffentlichkeit rücken", so Roßbach weiter.

Während die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen zur Eindämmung großer Katastrophen in Deutschland erst in diesem Jahr im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie breiter öffentlich diskutiert wurde, ist Katastrophenvorsorge in der internationalen humanitären Hilfe abseits der öffentlichen Wahrnehmung bereits seit Jahren ein fester Bestandteil.

"Eine lebensrettende Investition in die Zukunft"

Anlässlich des Internationalen Tags der Katastrophenvorsorge am 13. Oktober möchte Aktion Deutschland Hilft das öffentliche Bewusstsein für das Thema stärken. Allein im vergangenen Jahr waren weltweit rund 94,9 Millionen Menschen von Naturkatastrophen und Extremwetterereignissen betroffen. Mit dem Klimawandel wird vor allem die Zahl Letzterer in Zukunft noch steigen – und Katastrophenvorsorge dringlicher denn je.

"Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse treffen häufig arme und schutzlose Regionen wie Südostasien oder die Sahelzone. Besonders für die Bevölkerung in solchen Risikogebieten ist Katastrophenvorsorge eine lebensrettende Investition in die Zukunft, die viel Leid und Not verhindert", betont Roßbach.

Katastrophenvorsorge ist heute ökonomisch unverzichtbar

Auch die Politik hat den Nutzen von Katastrophenvorsorge erkannt. Bereits 2013 hat die Bundesregierung gemeinsam mit zahlreichen Regierungen und Hilfsorganisationen die deutsche Preparedness-Initiative beschlossen, um den Fokus von der reaktiven hin zur vorausschauenden humanitären Hilfe zu lenken.

"Dieser Paradigmenwechsel war sehr wichtig für die humanitäre Hilfe. Denn Katastrophenvorsorge rettet nicht nur viele Leben, sie ist mittlerweile auch ökonomisch fast unverzichtbar. Durch die steigende Zahl der Naturkatastrophen erhöhen sich auch die Kosten für Nothilfe- und Wiederaufbaumaßnahmen. Ohne präventive Maßnahmen, die die finanzielle Last verringern, wären die Kosten für humanitäre Akteure kaum noch zu stemmen. Jeder Euro, der heute für Katastrophenvorsorge ausgegeben wird, spart morgen ein Vielfaches in der akuten Nothilfe", erklärt Roßbach.


Hintergrundinformationen: Unser Factsheet zum Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge

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