Hochwasserrisiko

Fluten und ÜberschwemmungenHochwasserrisiko

Hochwasserrisiko – was ist das?

Mit Hochwasser muss immer wieder gerechnet werden, denn es gehört zum natürlichen Wasserkreislauf aus Niederschlag, Abfluss, Versickerung und Verdunstung.
Will man das Hochwasserrisiko bewerten, betrachtet man die Wahrscheinlichkeit einer Überschwemmung und die potenziell damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf sogenannte „Schutzgüter“ wie die menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturgüter, wirtschaftliche Tätigkeit und Infrastruktur. Das Risiko ist folglich dort besonders hoch, wo die Landnutzung nicht an die Hochwassergefahr angepasst ist.

Zur Bewertung des Risikos werden topographische Karten und Flächennutzungspläne zu Rate gezogen und die negativen Auswirkungen vergangener Hochwasserereignisse in Augenschein genommen. Sind Überschwemmungsflächen und Abflusswege der vergangenen Ereignisse bestimmt, versucht man die potenziellen nachteiligen Folgen künftiger Hochwasserereignisse abzuleiten.

Schadenspotenzial: Wenn Hochwasser negative Auswirkungen auf Mensch, Umwelt, Kultur und Wirtschaft hat

Der Mensch beansprucht die Natur für seine Zwecke. So finden sich in direkter Flussnähe häufig Siedlungen, Straßen oder Gewerbebetriebe. Kommt es hier zu Überschwemmungen, ist das Schadenspotenzial dementsprechend hoch.

Eine Stadt mit historischem Altstadtkern und denkmalgeschützten Gebäuden, bei der auch Unternehmen, Privathaushalte, Infrastruktur sowie Land- und Forstwirtschaft in direkter Flussnähe und somit in der potenziellen Überschwemmungsfläche angesiedelt sind, muss im Falle eines Hochwassers mit negativen Auswirkungen auf die „Schutzgüter“ Kultur und Wirtschaft rechnen.

Werden durch das Hochwasser zusätzlich Schadstoffe und Öle freigesetzt, die Gewässer, Grundwasser und ganze Gebiete verschmutzen und kontaminieren, ist mit erheblichen schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen.

Zuletzt kommt es leider auch immer wieder dazu, dass die in der Region lebende Bevölkerung unter direkten körperlichen Folgen des Hochwassers leidet. Etwa wenn sich Betroffene infolge von Trinkwasserverschmutzung mit Krankheiten infizieren oder bei dem Versuch ihr Hab und Gut zu retten, Verletzungen davontragen. Im schlimmsten Fall verlieren Menschen durch die Flut ihr Leben.

Jährlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit von Hochwasser

Um das Hochwasserrisiko für eine bestimmte Region zu bewerten, bedarf es neben der Betrachtung der potenziellen Schäden auf Mensch, Umwelt, Kultur und Wirtschaft auch der genauen Betrachtung der Hochwasserwahrscheinlichkeit – der Jährlichkeit.

Unter dem Begriff Jährlichkeit versteht man die statistisch berechnete Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von Hochwasserereignissen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Ermittelt wird sie durch die Sichtung historischer Dokumente und die statistische Auswertung vergangener Hochwasserereignisse. Den Ergebnissen entsprechend wird dann zwischen wenig wahrscheinlichen Ereignissen (seltener als alle 100 Jahre), Ereignissen mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (etwa alle 100 Jahre) und häufig auftretenden Hochwasser-Ereignissen ( etwa jedes oder alle 5 Jahre) unterschieden.

Doch auch wenn Hochwasserereignisse für eine bestimmte Region statistisch als selten eingestuft werden, bedeutet das nicht, dass nicht auch in kürzeren Zeitspannen schlimme Überschwemmungen auftreten können. Denn eine Jährlichkeit von 100 Jahren bedeutet eben nicht, dass Hochwasserereignisse im Abstand von 100 Jahren vorkommen. Die Jahrhundertfluten der letzten Jahrzehnte haben dies auf schmerzhafte Weise verdeutlicht.

Die Bewertung des Risikos: Ein Beispiel

Das Hochwasserrisiko ist das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit, dem Ausmaß der Überschwemmung und der Gefährdung der Schutzgüter.
Zur Verdeutlichung: Angenommen die Eintrittswahrscheinlichkeit für ein Hochwasser liegt bei einem Mal in 30 Jahren. Trifft dieses Hochwasser auf eine unbebaute Überschwemmungsfläche, die weder landwirtschaftlich noch gewerblich genutzt wird, ist auch das Hochwasserrisiko gering. Würde das gleiche Hochwasser hingegen auf eine landwirtschaftlich oder industriell genutzte Fläche treffen, wäre das Hochwasserrisiko viel höher.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die Katastrophenvorsorge:

Spenden-Stichwort: Katastrophenvorsorge
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Sicher online spenden!