Hilfsprojekt für Minenopfer in Myanmar#Herzensprojekt: Johanniter helfen Minenopfern in Myanmar

#Herzensprojekt ist eine Reihe über unser Bündnis auf den Social-Media-Kanälen von Aktion Deutschland Hilft. Auf Facebook, Instagram und Twitter stellen wir besondere Hilfsprojekte unserer Bündnisorganisationen vor.

Kurz vorgestellt: Unsere Bündnisorganisation Die Johanniter

Die Johanniter sind weltweit aktiv. Seit über 60 Jahren ist die Johanniter-Unfall-Hilfe in sozialen und karitativen Bereichen in Deutschland tätig, beispielsweise im Rettungsdienst.

Die Johanniter-Auslandshilfe hingegen will die Lebensumstände von Menschen in Krisengebieten verbessern. Hierzu baut und saniert unsere Bündnisorganisation medizinische Einrichtungen, stattet sie aus und schult medizinisches Fachpersonal.

Menschen mit Behinderung erhalten spezielle Hilfe. Die Johanniter-Auslandshilfe sensibilisiert die Kinder, Frauen und Männer vor Ort – und entwickelt besondere Angebote. Das #Herzensprojekt der Johanniter zeigt, wie diese Angebote das Leben von Minenopfern aus Ost-Bago, Myanmar, verändert haben.

Landminen in Myanmar: Dem Schicksal die Stirn bieten


Landminen fordern in Myanmar (ehemals Birma) fast täglich Verletzte. Ost-Bago zählt nach einem jahrzehntelangen Konflikt zu den am stärksten verminten Regionen.

Ma Kyi Aye traf das Unglück im Jahr 2009. Damals erntete sie mit einer Freundin im Wald Bambussprossen. Erst Stunden nach dem Unfall erreichte die 49-jährige Bäuerin schwer verletzt ein Krankenhaus. Ihr Bein musste amputiert werden. Die Sorge, ihre vier Kinder nicht durchbringen zu können, belastete sie sehr.

Sechs Wochen später gab es für sie einen ersten Lichtblick. Sie erhielt im Provinzkrankenhaus eine Prothese. "Ich konnte wieder stehen. Das gab mir Mut." Zusammen mit ihrem Mann fand sie neue Kraft. Trotz Prothese half sie bei Reisernten aus oder sammelte Bambussprossen. "Doch ich bete heute noch jedes Mal vor Angst, wenn ich in den Wald gehe", sagt Ma Kyi.

Ein Unglück, das zusammenschweißt

Ende 2014 begannen die Johanniter zusammen mit der Organisation Karen Development Network (KDN) mit Aufklärungs- und Hilfsmaßnahmen. Die Helfer klärten über Minenrisiken auf und verteilten Hilfsgüter wie Küchenutensilien. In Selbsthilfegruppen können Betroffene sich austauschen, um psychische Krisen gemeinsam zu überwinden.

Nach Trainings der Johanniter und ihrer Partnerorganisation KDN lernte Ma Kyi, wie man Seife herstellt und Haustiere hält. Damit verbesserte sie das Familieneinkommen. In der Selbsthilfegruppe starteten die Teilnehmer weitere Projekte: Das gemeinsame Startkapital macht den Anbau von Nüssen und Bohnen möglich und schafft so Sicherheit in Krisen.

Ma Kyi hat sich von dem Ersparten eine neue Prothese gekauft. "Was ich verloren habe, bleibt verloren. Doch ich muss weiter vorwärts gehen", sagt Ma Kyi entschlossen.

Die Johanniter schenken Hoffnung und Zuversicht

 

Auch Ma Khin Aye Lwin fand unverhofftes Glück in einer der lokalen Selbsthilfegruppen. Durch Landminen verlor sie ihr linkes Bein und ihren Mann. Als sie Jahre später den Fischer U Nyunt Shwe in der Selbsthilfegruppe für Minenopfer kennenlernte, schöpfte sie neue Hoffnung und Lebenslust. Der Witwer verliebte sich auf den ersten Blick in sie. Ein Jahr später fand die Hochzeit statt.

Heute lebt das Paar glücklich zusammen. Beide arbeiten trotz ihrer Behinderung. Ma Khin Aye Lwin bereitet traditionelle Snacks zum Verkauf vor. U Nyunt Shwe fischt und hält Hühner. "Ich habe ein neues Leben und eine neue Liebe gefunden. Das ist unsere neue Hoffnung", sagt U Nyunt Shwe und schaut lächelnd zu seiner Frau.