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Westafrika/SahelMalische Flüchtlinge im Niger: Wann können wir wieder zur Schule gehen?

12-06-2012

Geflohen vor den Kämpfen, jetzt heimatlos im Niger: Die junge Hindou aus Mali berichtet

Eine junge Frau sucht nach den richtigen Worten, um sich vorzustellen: „Ich bin Hindou Touré, 22 Jahre alt und Lehrerin in Anderamboukan, Mali. Oder besser gesagt: Ich war dort Lehrerin. Jetzt bin ich ein Flüchtling in Banibangou, Niger. Sollte ich vielleicht sagen, dass ich eine geflüchtete Lehrerin bin? Nein, ich denke, es ist angemessen, mich auch jetzt noch Lehrerin zu nennen. Schließlich sorge ich mich weiterhin über die Zukunft unserer Kinder– und das jede einzelne Minute.“

Hindous Worte spiegeln ihre Unsicherheit wieder, dieses Schwanken zwischen Hoffnung und Wirklichkeit. Die gegensätzlichsten Gefühlsregungen wandern innerhalb von Sekunden über Hindous Gesicht. Erst ein herzliches Lachen, dann plötzlich tiefe Sorgenfalten. Wie so viele tausend Menschen, die im Norden Malis lebten, musste Hindou mit ihrer Familie vor einer Welle der Gewalt fliehen. 16 Kinder gehören der geflüchteten Gruppe an, sie alle können nun nicht mehr zur Schule gehen. „Für mich als Lehrerin ist es sehr schwer, das mit anzusehen“, sagt sie.

Tausende Kinder verpassen dieses Schuljahr

Die Angst vertrieb viele Familien in alle Himmelsrichtungen. „Mein Mann ist gerade in Abala und sucht dort nach Verwandten und Nachbarn. Er war in unserer Heimat Ménaka eine Führungspersönlichkeit und fühlt sich deshalb für die Menschen verantwortlich.“ Auch Hindou kennt dieses Gefühl, ihre Sorge gilt den Kindern. „Zuerst müssen wir alle zusammenhalten und den Kindern Sicherheit geben. Und die nächste große Herausforderung ist die Schulbildung: Tausende von Kindern werden das laufende Schuljahr verpassen und momentan wissen wir nicht einmal, wie das kommende Schuljahr verlaufen wird.“

„Alle Kinder aus unserer Familie sind mit uns hier in Banibangou“, erklärt Hindou und zeigt dabei auf ihre beiden Schwager Halidou und Hamad, sowie deren Kinder. „Als wir ankamen, gab CARE uns einige Hilfsgüter wie Kochtöpfe, Hygieneartikel, Kleidung sowie Decken. Und wir bekommen genügend zu Essen für die Familie“, fügt die junge Frau hinzu. CARE hat in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm bereits über 7.000 Flüchtlingen geholfen, aber auch die lokale Bevölkerung in der Grenzregion erhält Hilfe. Die Nothilfeteams von CARE verteilten 133 Tonnen Reis, Bohnen und Öl. Bis Juli will CARE mehr als 13.000 Menschen mit über 1.000 Tonnen Essen versorgen.

Wir finden einen Weg!


„im Moment ist unsere größte Sorge die Bildung der Kinder. Wir hoffen darauf, dass sich die Situation in Mali verbessert“, erzählt Hindou. „Wir müssen dringend Unterricht für die Kinder organisieren. Ansonsten laufen sie Gefahr, den Anschluss zu verpassen. Wir möchten sie vorbereiten, damit sie wieder zurück zur Schule gehen können.“

Hawa ist das älteste Mädchen in Hindous Großfamilie und leidet offensichtlich sehr unter der Situation. „Sie hört nicht auf, mich zu fragen, wann sie endlich wieder zur Schule gehen kann“, erzählt uns Hindou. „Die Lehrpläne im Niger und in Mali sind unterschiedlich. Dennoch haben wir unter den Flüchtlingen ausreichend Lehrer um Unterrichtsstunden für die Kinder zu organisieren“, schlägt Hindou vor. „Allein hier in Banibangou sind unter den Flüchtlingen 132 Schüler und acht Lehrer.“

Während Hindou spricht, leuchtet auf den Gesichtern der Kinder um sie herum ein Lächeln. Auch Hawa lauscht, während sie gerade das Mittagessen für die Familie vorbereitet. Zum Glück erhält die Familie von CARE Nahrung und das Notwendigste. Jetzt kann sich die Familie darauf konzentrieren, ihren Kindern Unterricht zu organisieren.

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