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Westafrika/SahelJetzt auch noch Heuschrecken

04-07-2012

Von Dürre betroffene Menschen in Westafrika zittern um ihre nächste Ernte

Die Gefahr kommt aus der Luft und aus dem Norden: Vor allem in Niger und Mali müssen die von der Dürre betroffenen Menschen jetzt auch noch gegen eine weitere Plage kämpfen. Aus den nördlich gelegenen Nachbarländern Libyen und Algerien haben sich große Schwärme von Wüstenheuschrecken auf den Weg nach Süden gemacht.

Mitarbeiter des Internationalen Kinderhilfswerks World Vision berichten von riesigen Schwärmen im Norden Nigers und entlang der nigrischen Grenzen zum Tschad und Mali. „Meine Kollegen vor Ort nennen diese Schwärme „Wolken des Todes“, denn sie sehen nicht nur bedrohlich aus – sie bringen tatsächlich für viele Menschen den Tod“, sagt der Experte für Katastrophenhilfe von World Vision, Michael Reich. Zwar seien die Heuschrecken selbst nicht gefährlich, sie fressen aber ganze Felder und Gemüsegärten bis auf ein paar Halme leer.

Die Heuschrecken stammen aus den Wüstengebieten im nördlichen Afrika, vor allem aus Libyen. Früher konnte ihre jährliche Ausbreitung zum Ende des Frühlings dort effektiv bekämpft werden. Doch wegen der gewaltsamen Auseinandersetzungen in Libyen und der ebenfalls unsicheren Situation in anderen Teilen des Sahel können sich die Heuschrecken jetzt ungehindert auf ihren Weg Richtung Süden machen, da in Libyen und Mali die seit Jahren bewährten Bekämpfungsmechanismen nicht mehr funktionieren.

Michael Reich erklärt die Folgen: „Für die Bauern dort bedeutet das: Die dringend erwartete neue Ernte ist in höchster Gefahr. Wir müssen Verluste, die durch Heuschreckenschwärme entstehen, schnell ausgleichen. Sonst verschlimmert sich die schon existierende Hungerkrise drastisch.“

Derzeit sind in der Sahelregion bis zu 18 Millionen Menschen von einer Hungerkrise betroffen. Unter ihnen sind vier Millionen Kinder, eine Million davon leidet bereits jetzt unter akuter Mangelernährung. World Vision ist im Sahel schon mit Hilfseinsätzen aktiv, die Organisation verteilt dort Lebensmittel und Saatgut und schult Bauer in nachhaltiger Landwirtschaft. 

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