550-libyen-fluechtende

Unruhen in LibyenFlehender Hilferuf nach Medikamenten

22-03-2011

Eine medeor-Hilfslieferung mit Medikamenten und Verbandsstoffen ist gestern in dem einzigen Krankenhaus in Misurata angekommen. medeor organisierte den Flug für die Hilfslieferung nach Malta, von dort aus ging es mit logistischer Unterstützung der maltesischen Regierung aus Sicherheitsgründen über Nacht und von US-Militär begleitet per Schiff weiter nach Libyen.

„Die Freude über die bisher einzige Hilfslieferung in dem Krankenhaus war riesig“, berichtet Dr. Idris Nagi. Der Libyer arbeitet und lehrt als Arzt in Bradford in England. Er hat das Netzwerk „Global Relief for Libya“ gegründet mit Hilfe des libyschen Jour­nalisten Mohammed Nabbous, der am Samstag bei einem Angriff von Gaddafis Truppen auf Bengasi mit einem gezielten Kopfschuss getötet wurde. In dem Bündnis haben sich libysche Ärzte auf der ganzen Welt organisiert, um den Menschen zu helfen.

„Am dringendsten brauchen die Ärzte zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten wie zum Beispiel eine mobile Klinik, Medikamente und Verbandsstoffe“, berichtet Nagi. Die Hilfe könne, wie die medeor-Medikamente, vom Mittelmeer aus gebracht werden, alle anderen Wege seien abgeschnitten. „Es wird alles gebraucht“, so der dringende Appell von Nagi, „90 Prozent der Einwohner von Misurata haben kein Strom und kein Wasser, nichts zu essen.“

Die libyschen Ärzte vor Ort befürchten das Schlimmste. Nach Berichten von Augenzeugen habe Gaddafi als Zivilisten bekleidete und bewaffnete Personen in Misurata in Stellung bringen lassen.

medeor unterstützt das Ärzte-Bündnis und packt weitere Medikamente für die Verletzten und Opfer in Misurata in Libyen. Dringende Hilfsanfragen liegen vor, weitere Hilfssendungen werden gepackt und sollen Ende der Woche auf den Weg gebracht werden.

Unruhen in Libyen, Tunesien und Ägypten © Das Bündnis der Hilfsorganisationen