Zwei Opfer von Minen sitzen vor einem Bau in Myanmar. Überschwemmungen haben 2015 Myanmar schwer getroffen.
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Überschwemmungen Myanmar/Südasien Hilfe für Minenbetroffene in Myanmar

06-09-2016

von Johanniter

In Myanmar weiten die Johanniter ein Projekt zur Unterstützung von Betroffenen von Minenunfällen aus. Psychologische Unterstützung, Hilfsgüterpakete, Unterstützung beim Aufbau der lokalen Infrastruktur und Trainings zur Minen- und Katastrophenprävention sollen künftig das Leben der Bewohner in 60 Dörfern der Region Ost-Bago verbessern.

„In den Dörfern der Gemeinde Kyauk Kyi haben wir in dem vorangegangen Projekt bereits viel erreicht“, so Birgitta Hahn, Projektkoordinatorin der Johanniter. „In dem neuen Projekt bauen wir auf diese Erfolge auf und weiten unsere Aktivitäten auf die Gemeinde Shwegyin aus. Insgesamt 60 Dörfer sind Teil dieses neuen Projekts.“

Aufklärungsmaßnahmen und Vorsorgekurse

Wie bereits zuvor erhalten in dem neuen Projekt betroffene Familien Hilfsgüterpakete bestehend aus Haushalts- und Hygieneartikeln. Die lokale Partnerorganisation der Johanniter, das „Karen Development Network“ (KDN), klärt die Bewohner in der immer noch stark von Minen verseuchten Region über Minenarten und deren Risiken auf. In Erste-Hilfe-Kursen können die Menschen zudem lernen, wie sie nach einem Unfall schnell handeln und Verletzte in die nächste medizinische Einrichtung bringen können.

„KDN bietet den Betroffenen und ihren Familien auch psychologische Unterstützung an, um Erlebtes besser verarbeiten zu können“, so Hahn weiter.

Schulausbildung fördern

Viele Familien können sich die Kosten eines Schulbesuchs nicht mehr leisten, wenn der Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin nach einem Minenunfall nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Mit „Schülerpaketen“ soll die hohe Schulabbruchrate von Kindern aus betroffenen Familien gesenkt werden. In den Paketen sind neben einer Schultasche und Unterrichtsmaterialien auch eine Schuluniform, Schuhe und ein Regenschirm enthalten.

Gemeinsamer Aufbau von Infrastruktur

In 25 am stärksten von Landminen betroffenen Dörfern werden Mitarbeiter von KDN die Gemeinden beim Wiederaufbau von zerstörter Infrastruktur wie Versammlungsräumen, Marktgebäuden oder Straßen unterstützen. „Welche Einrichtung oder Struktur am dringendsten repariert oder wieder errichtet werden soll, legen die Entwicklungskomitees der Gemeinden fest“, erklärt Birgitta Hahn.

Landminen schränken Leben bis heute massiv ein

Jahrelang waren die beiden Gemeinden im Süden von Myanmar für Hilfsorganisationen unzugänglich. Kämpfe zwischen der birmanischen Regierung und der Karen National Union, einer Organisation der Karen-Minderheit, trieben große Teile der Bevölkerung in die Flucht. Durch den Einsatz von Landminen ist die verbleibende Bevölkerung bis heute massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Johanniter arbeiten seit 2014 in der Region

Die Johanniter und KDN arbeiten seit November 2014 mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts daran, das Leben der Menschen in der Region zu verbessern. Von Minen verletzte oder vertriebene Menschen und ihre Familien hatten vor dem Engagement von KDN und den Johannitern bislang kaum Unterstützung erhalten.

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