Junge Männer, die von SOS Méditerranée gerettet wurden.

Seenotrettung MittelmeerFragen & Antworten: Seenotrettung im Mittelmeer

05-07-2018

von Aktion Deutschland Hilft

Gewalt, Hunger oder Naturkatastrophen zwingen weltweit Millionen Menschen dazu, ihr Zuhause zu verlassen. Für ein Leben in Sicherheit nehmen viele gefährliche Fluchtrouten in Kauf – etwa über das Mittelmeer.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Seenotrettung

Einige Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft unterstützen die zivile Seenotrettung im Mittelmeer. Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Warum engagieren sich Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft für die Seenotrettung im Mittelmeer?

Als Organisation mit einem humanitären Auftrag können wir die Situation auf dem Mittelmeer nicht ignorieren. Seit 2014 sind UN-Angaben zufolge mehr als 16.000 Menschen im Mittelmeer gestorben oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer der Ertrunkenen ist hoch – und ohne die zivile Seenotrettung wären es noch mehr. Die Rettungsschiffe handeln entsprechend der – international anerkannten – UN-Seerechtskonvention. Sie besagt, dass Schiffsbrüchige gerettet und in den nächsten sicheren Hafen gebracht werden müssen.

Niemand ist freiwillig Flüchtling. Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen, tun dies aufgrund großer humanitären Krisen. In der Hoffnung auf ein Leben ohne Krieg und Gewalt, Hunger und Armut nehmen diese Menschen lebensgefährliche Fluchtwege in Kauf.

Inwiefern unterstützen Bündnisorganisationen die zivile Seenotrettung im Mittelmeer?

Einige Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft unterstützen den Rettungseinsatz der Hilfsorganisation SOS Méditerranée finanziell.

SOS Méditerranée ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

Wie läuft die zivile Seenotrettung bei SOS Méditerranée ab?

Die italienische Seenotleitstelle koordiniert die Rettungseinsätze im Mittelmeer. Bei einem Notfall erhält das Rettungsschiff die Anweisung, zum Einsatzort zu fahren und beginnt mit der Rettung der in Seenot geratenen Menschen.

Mit Beibooten nähern sich die Helfer den Menschen und verteilen Rettungswesten. In kleinen Gruppen werden die Menschen anschließend auf die Beiboote und das Rettungsschiff gebracht.

Nach ihrer Flucht und der Überfahrt sind viele Menschen geschwächt, dehydriert, unterkühlt oder verletzt. Die Menschen, die am dringendsten medizinische Hilfe brauchen, werden daher zuerst evakuiert. Außerdem erhalten sie Hilfsgüter wie Lebensmittel, Trinkwasser und Decken, bis das Rettungsschiff einen sicheren Hafen erreicht hat.

Ist die MS Aquarius aktuell im Mittelmeer im Einsatz?

Aufgrund aktueller politischer Entwicklungen ist die MS Aquarius derzeit nicht im Mittelmeer im Einsatz. Laut SOS Méditerranée wird die Situation beobachtet, ehe das Team "schnellstmöglich" ins Rettungsgebiet zurückkehren kann. (Update vom 06.07.2018)

Woher kommen die Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen?

Die meisten der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer fliehen, kommen aus afrikanischen Staaten wie Nigeria, Eritrea, Mali, Elfenbeinküste und Guinea.

Die Besatzung der MS Aquarius hat bis April 2017 mehr als 19.000 Menschen aus Seenot gerettet und mehr als 27.000 Menschen an Bord versorgt.

Warum werden die Menschen nach Europa gebracht?

Nach internationalem Seerecht müssen Menschen nicht nur aus Seenot gerettet, sondern dann auch an einen sicheren Ort gebracht werden. Das bedeutet, dass den Menschen an diesem Ort keine Verfolgung drohen darf und sie mit lebenswichtigen Gütern wie Nahrungsmitteln versorgt sind. Diese Kriterien treffen nicht auf alle Staaten an der nordafrikanischen Küste zu. In Tunesien beispielsweise gibt es kein Asylgesetz.

Die italienische Leitstelle zur Koordination der Seenotrettung entscheidet, welcher der sicherste Hafen für ein Rettungsschiff ist. Meist liegt dieser in Italien.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend für die Seenotrettung im Mittelmeer:

Spenden-Stichwort: Seenotrettung Mittelmeer
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden