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Erdbeben HaitiHAITI: Eine Gesundheitsklinik bringt Mutter und Tochter näher zusammen

09-01-2012

Als Maude Joseph über ihre 15-jährige Tochter spricht, wird sie nervös. „Ich sehe, wie sie erwachsen wird und sich auch körperlich entwickelt. Das macht mir Sorgen“, erzählt sie. „Ohne eine Berufsausbildung oder finanzielle Absicherung als junge Frau Mutter zu werden, bedeutet häufig Hunger und Elend.“ Maude spricht aus Erfahrung: Mit 36 ist sie selbst Mutter von acht Kindern. Ihrer Tochter möchte sie so ein Leben ersparen.

Maude besucht ein Treffen im Gesundheitszentrum von CARE in Santo, Léogâne, westlich von der Hauptstadt Port-au-Prince gelegen. Behörden schätzen, dass das Erbeben in Haiti am 12. Januar 2010 etwa 80 bis 90 Prozent aller Gebäude in Léogâne zerstörte. Zerstört wurden nicht nur Wohngebäude, sondern auch die öffentliche Infrastruktur, auf die sich die Menschen verlassen: Einkaufsläden, Schulen, Regierungsbehörden und Gesundheitskliniken.

Vier Kinder von einem Mann, den sie nicht liebte


Das Erdbeben verwandelte Santo in eine Zeltstadt mit über 10.000 Bewohnern. CARE war schnell vor Ort, um zu helfen. CARE verteilte Sets für werdende Mütter und Neugeborene und bot Beratungsgespräche an, um das Risiko von Gewalt gegen Frauen zu senken.

HAITI: Eine Gesundheitsklinik bringt Mutter und Tochter näher zusammen

In jüngster Zeit baute CARE das Gesundheitszentrum in Santo, eines von zwei, die schon gebaut wurden und eines von zehn, die geplant sind. CARE-Mitarbeiter und Krankenschwestern von einem nahegelegenen Krankenhaus informieren hier über allgemeine sexuelle Gesundheit, Verhütung und Gewalt gegen Frauen. Maude nimmt ihre Tochter hierher mit, damit ihr Leben einfacher wird als ihr eigenes.

Maudes Tochter versteht ihre Sorgen jetzt besser


„Ich habe vier Kinder mit einem Mann, den ich nie geliebt habe“, erzählt Maude. „Er wollte nicht verhüten und ich wusste nicht, wie ich mich selber schützen konnte.“ Schließlich traf Maude ihren jetzigen Ehemann, mit dem sie nun weitere vier Kinder hat.

„Mein Ehemann nahm an einigen Veranstaltungen von CARE teil“, erklärt Maude. „Wir haben uns entschieden, keine weiteren Kinder zu bekommen. Es ist ein Risiko für mich. Deswegen benutzt er jetzt Kondome.“

Maudes Tochter nimmt an Veranstaltungen teil, bei denen sie über Geburtenkontrolle, HIV/AIDS und andere Krankheiten aufgeklärt wird. Maude sagt, dass ihre Tochter ihre Sorgen jetzt besser versteht.
Maude dankt für das Zentrum, und sie ist nicht allein damit.

„Immer wenn die CARE-Mitarbeiter nicht da sind, treffen sich die Frauen von Santo und tauschen sich über das Gelernte in Gruppen aus“, erzählt Willio Sainvilus Latagnac, Präsident des Gemeindeverband Santos. „Die Gemeinde hat diesen Ort selbst gemacht und die Frauen haben ihren eigenen Bereich, wo sie ihre Probleme diskutieren, zusammen Lösungen dafür finden und neue Kraft schöpfen.“

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