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Erdbeben HaitiADRA und Aktion Ein Herz für Kinder bringen Nahrung in entlegene Bergregionen Haitis

02-02-2010

Wasseraufbereitung und Hygiene stehen im Focus

Haiti: Nahrung für eine Bergregion2Weiterstadt, Port au Prince, - „Noch immer sind tausende von Menschen von der Umwelt abgeschnitten und ohne jede Versorgung“, berichtet Fritz Neuberg, der für ADRA Deutschland die Hilfsmaßnahmen in Haiti koordiniert. „Von einem Abschluss der Nothilfe und dem Beginn eines Wiederaufbaus kann hier keine Rede sein. Bagger schaufeln die Straßen frei, versuchen Ruinenberge abzuräumen, noch immer hungern Menschen und leben unter freiem Himmel. Ärzte und medizinische Fachkräfte behandeln noch immer wartende Patienten, die bisher keine Hilfe bekommen haben.“

Besonders groß ist die Not auf der nach Westen hin auskragenden Halbinsel mit der Stadt Leogane samt den dazwischen liegenden Ortschaften. Bisher ohne Beachtung waren auch die Bergdörfer, die völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Sie wurden erst durch Hubschrauber-Erkundungsflüge ausfindig gemacht.

ADRA-Mann Neuberg stellte eine Verbindung zwischen dem neu eingetroffenen Hubschrauber-Team von Heli-Aviation, das von der Aktion „Ein Herz für Kinder“ entsandt worden war und den Helfern des Arbeiter-Samariter-Bundes her. Schon nach kurzer Vorbereitungszeit startete die Maschine und brachte 300 Kilogramm Reis in ein abgelegenes Bergdorf, zu dem keine Straßen führen. „Schon beim Landeanflug strömten die Menschen herbei, wir konnten die Hilfsgüter kaum abladen, denn immer mehr sichtbar Hungernde umringten unsere Maschine. Es entstand ein Gerangel und jeder versuchte, einen Teil der Güter an sich zu reißen, um sofort zu verschwinden. Ohne Ordnungskräfte konnten wir die Situation nicht kontrollieren. Wir luden ab und mussten einfach starten, um uns selber und die Maschine in Sicherheit zu bringen. Der Blick aus der Höhe auf die allein gelassenen Menschen machte mich furchtbar traurig“, berichtet Neuberg.

Haiti: Nahrung für eine BergregionEin zweiter Flug ging zur Saintard Clinic, ein abgelegenes Krankenhaus, nordwestlich von Port-au-Prince, ohne funktionierende Kommunikation. „Wir beluden den Helikopter mit Lebensmitteln und fanden dort eine friedliche Situation vor. Viele unbehandelte Patienten saßen geduldig vor der Klinik und die Übergabe der Hilfsgüter funktionierte geordnet. Die Menschen waren froh und dankbar und winkten uns lange nach, als wir vom Boden abhoben. Eine beachtliche Liste dringend benötigter Medikamente hatte mir ein leitender Arzt in die Hand gedrückt. Noch am gleichen Abend konnte ich die Liste an andere deutsche Hilfsorganisationen weitergeben und ich bin sicher, wenn wir alle weiter so gut zusammenarbeiten, können wir auch in dieser Situation schnelle und gezielte Hilfe leisten“, freut sich Fritz Neuberg.

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