Jüdische Wohlfahrtspflege im Wandel der Zeit

HilfsorganisationenJüdische Wohlfahrtspflege im Wandel der Zeit

1917 wurde der Verband „Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden“ gegründet, um die verschiedenen sozialen Einrichtungen der blühenden jüdischen Gemeinschaft zu koordinieren. Eine der zentralen Gründungsfiguren war Bertha Pappenheim, die 1904 den Jüdischen Frauenbund gründete und dessen Vorsitz innehatte.

Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden 1939 zwangsaufgelöst. Doch schon 1951 konnte der Verband unter seinem heutigen Namen „Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland“ wiedergegründet werden. Die ZWST begann ihre Arbeit buchstäblich als „Ein-Mann-Betrieb“, in erster Linie um die Not der Überlebenden des Holocausts zu lindern. Die Männer der ersten Stunde waren Bertold Simonsohn, Max Willner und Alfred Weichselbaum, die nacheinander die Leitung der ZWST innehatten.

1953 wurde das Sozialreferat der ZWST errichtet, kurze Zeit später das Jugendreferat. Ziel der Arbeit war vor allem der Neuaufbau der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Da den kleineren jüdischen Gemeinden nur wenige ausgebildete Sozialarbeiter zur Verfügung standen, musste die ZWST von Anfang an zur Qualifizierung der Mitarbeiter der Gemeinden beitragen. Bis heute ist die Aus- und Fortbildung im sozialen Bereich einer der Schwerpunkte der ZWST. Seit 1956 ist die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW).

Neue Einwanderungswelle verändert den Verband

Nach dem Mauerfall 1990 setzte eine Zuwanderungsbewegung aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion ein, welche frühere Einwanderungswellen aus Osteuropa aufgrund von antisemitischen Übergriffen bei weitem übertraf und die Gemeindelandschaft tiefgreifend veränderte. Seither haben sich die Mitgliederzahlen mehr als verdreifacht. Rund 100.000 Personen sind Mitglieder in der Gemeinde, die absolute Mehrheit bilden Menschen mit Migrationshintergrund aus Russland, der Ukraine, Weißrussland und dem Baltikum. Heute gehört die Integration jüdischer Zuwanderer zum zentralen Aufgabengebiet der ZWST.

Das zentrale Anliegen der ZWST ist die Unterstützung der jüdischen Gemeinden beim Auf- und Ausbau einer stabilen Infrastruktur und die Schaffung einer Angebotsvielfalt für alle Generationen. Dazu gehört eine stetige Erweiterung und Professionalisierung des sozial-integrativen Beratungs-, Betreuungs- und Fortbildungsangebotes der ZWST.

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