Wasserknappheit in MalawiChisomo aus Malawi: "Ich fühle mich so viel besser"

von Habitat for Humanity/Aktion Deutschland Hilft

"Als ich elf Jahre alt war und gerade die sechste Klasse besuchte, bekam ich meine erste Periode", erzählt die heute 14-jährige Chisomo Matthews. "Die folgende Zeit war eine Qual für mich. Wenn die Blutungen einsetzten, fehlte ich regelmäßig beim Unterricht. Das alles war mir so unangenehm. Meine Schulleistungen litten. Am Ende musste ich sogar die Klasse wiederholen."

Akute Wasserknappheit in Malawi

Chisomo besucht die ländliche Schule Mtsiriza nahe Malawis Hauptstadt Lilongwe. Seit Jahren leidet die Region unter einer akuten Wasserknappheit. Die wenigen verfügbaren Quellen in der Umgebung sind überlastet. Denn sie müssen für die Haushalte mehrerer Dorfgemeinschaften und für die rund 3400 Kinder der insgesamt vier Schulen reichen.

Nicht nur auf Alltägliches wie Händewaschen verzichten die Kinder. An manchen Tagen haben sie kein sauberes Wasser zu trinken. Die sanitäre Versorgung der Schulen ist entsprechend mangelhaft.

Menstruationshygiene ohne Wasser und Binden

Für die Schülerinnen hat diese katastrophale Situation noch eine weitere Dimension: Aufgrund des Wassermangels können Latrinen nicht für Menstruationshygiene genutzt werden. Monatsbinden oder Tampons zum Wegwerfen – wie sie in vielen Ländern zum Standard gehören – gibt es dort nicht.


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Zudem ist die Aufklärung über die Menstruation und den Umgang mit ihr nicht umfassend vorhanden. Schülerinnen berichten, dass sie häufig ausgelacht werden. Aus Scham nehmen sie nicht am Unterricht und außerschulischen Aktivitäten teil.

Ein Thema, über das man eigentlich nicht spricht

Um die Wasserversorgung und die allgemeine Hygienesituation in den Schulen und der gesamten Region grundlegend zu verbessern, erschlossen die Helferinnen und Helfer von Habitat for Humanity mehrere Brunnen, sanierten vorhandene und errichteten Wasserkioske. Zudem bauten sie Handwaschanlagen und neue Schullatrinen mit fließender Wasserversorgung – einige verfügen nun sogar über eine spezielle mädchengerechte Ausstattung.


In sogenannten Müttergruppen wurden die Schülerinnen der Region von Dorffrauen, die den Mädchen vertraut sind, über Menstruation und Monatshygiene aufgeklärt und von Helferinnen angeleitet. In weiteren Treffen wurden speziell die Jungen und das Schulpersonal für das wichtige Thema sensibilisiert.

"In der Müttergruppe sprachen wir über das Thema, über das man eigentlich nicht spricht. Besonders toll fand ich, dass wir gemeinsam lernten, wie man waschbare Damenbinden näht. Dadurch habe ich es geschafft, die 6. und 7. Klasse problemlos zu durchlaufen. Ich fühle mich seitdem so viel besser", berichtet Chisomo erleichtert.