Die Suche nach Leben

Bundesverband RettungshundeDie Suche nach Leben

05-11-2015

Es war mitten in der Nacht, als im Januar 2010 das Handy von Maik Späth piepte. Die Meldung verkündete nichts Gutes: In Haiti hatte sich ein starkes Erdbeben ereignet. „Aufgrund meiner Erfahrungen aus den letzten Erdbebeneinsätzen in Algerien und im Iran, war mir klar, dass wieder ein Einsatz folgen wird“, sagt Späth. Es dauerte keine drei Stunden bis zur offiziellen Alarmierung. Maik Späth engagiert sich beim Bundesverband Rettungshunde (BRH) – und die Suche nach möglichen Überlebenden erduldet keinen Aufschub.

Schwierige Anreise für Helfer und Hunde

40 Einsatzkräfte und 5 Hunde machten sich ab Frankfurt auf den Weg in die Dominikanische Republik. „Von dort aus mussten wir 600 Kilometer Landweg überwinden“, so Späth. „Nach 24 Stunden Busfahrt über Buckelpisten trafen wir schließlich in Port-au-Prince ein und schlugen unser Camp auf.“ Nach kurzer Zeit ging es für die BRH-Helfer ins Zentrum der Stadt – mit dem Auftrag, eine Schule und mehrere Häuserzüge nach Überlebenden abzusuchen. „Dazu setzten wir unsere Hunde, Horchtechnik und Kameras ein. Um nach der Ortung bergen zu können, hatten wir Hebekissen, Schere, Spreizer, Aufbruchhammer und einiges mehr dabei.“

Die Suche war aber leider ohne Erfolg, man konnte nur noch Tote unter den Trümmern orten. In den nächsten Tagen wurden die zwei- und vierbeinigen Retter immer wieder in der Stadt eingesetzt, wie zum Beispiel an einem Hotel oder an einer Kirche. Parallel zu den Ortungseinsätzen wurde ein Feldlazarett aufgebaut, um die Nachsorge von Gliedmaßenamputationen vorzunehmen. Im Laufe des Einsatzes konnten hier mehrere hundert Erdbebenopfer behandelt werden. „Nach zehn Tagen ging unser Einsatz in Haiti zu Ende“, erzählt Späth. „Leider konnten wir keine lebenden Menschen aus den Trümmern retten – dennoch waren wir für die Bevölkerung eine große Hilfe.“

Auf den Katastrophenfall perfekt vorbereitet

Auch Sonja Späth, die Ehefrau von Maik, engagiert sich beim Bundesverband Rettungshunde, dem Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft: „Als ich mit meinem Labrador Sambo vor zehn Jahren mit der Rettungshundearbeit begann, machte ich das zunächst aus folgendem Grund: Ich wollte für Sambo eine sinnvolle Beschäftigung, die ihm und mir Freude macht. Da in unserer Staffel bereits einige Mitglieder dem BRH-Auslandskader angehörten, konnte ich mir früh ein Bild machen, was Hund und Hundeführer können müssen, um im Katastrophenfall eine Hilfe zu sein.

Nach vierjähriger Ausbildung war es soweit: Sambo und ich stellten uns der Prüfung und wurden aufgenommen. Von da an hieß es, viele Übungen zusätzlich zum normalen Staffelalltag zu bewältigen. Mittlerweile ist Sambo im Auslandskaderruhestand. Vor drei Jahren habe ich aber mit meinem Nachwuchshund Max, ebenfalls ein Labrador, an der Kadersichtung teilgenommen und bestanden. Der Zeit- und Arbeitsaufwand ist enorm, aber nur durch viele Trainingseinheiten sind wir als Auslandskader so gut vorbereitet, dass wir im Katastrophenfall sinnvoll helfen können.“

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