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Tsunami SüdasienWeltwassertag am 22. März: Umgang mit Wasserknappheit

20-03-2007

„Heute benutzen wir Regenwasser zum Baden, Waschen, Putzen, Kochen und sogar zum Trinken. Meine Mutter und ich müssen nicht mehr stundenlang bis zum nächsten Brunnen laufen und die schweren Eimer nach Hause tragen, “ berichtet die zwölfjährige Titra, die mit ihren Eltern und ihrem vierjährigen Bruder im Galle Distrikt im Süden Sri Lankas lebt. Ihre Familie ist eine von mehr als 3.000 vom Tsunami 2004 besonders hart betroffenen Familien in den Distrikten Galle, Matara, Hambantota und Ampara, die von Malteser International einen eigenen Wassertank zum Sammeln von Regenwasser erhalten.

„Diese Form der Wasserversorgung eröffnet den Menschen neue Perspektiven und Möglichkeiten im Umgang mit der Wasserknappheit,“ so Dr. Jürgen Clemens, Länderreferent für Sri Lanka bei Malteser International: „Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Grundbedürfnis und ein Grundrecht eines jeden Einzelnen. Durch das Sammeln und Filtern von Regenwasser vom eigenen Hausdach können wir die Lebensqualität der Familien und insbesondere der Frauen und jungen Mädchen, die eine zentrale Rolle bei der Wasserversorgung spielen, nachhaltig verbessern. Bei dem von uns installierten System kalkulieren wir einen Tagesverbrauch von 20 Litern pro Kopf.“ Das Auffangsystem dient zum einen der Ergänzung der durch den Tsunami vielerorts zerstörten Wasserversorgung. Zum anderen bieten die Tanks mit einem Fassungsvermögen von 5.000 bis zu 8.000 Litern die Möglichkeit, die saisonale Wasserknappheit zu überbrücken, unter der die Bevölkerung im Süden Sri Lankas jedes Jahr nach dem Monsunregen leidet.

Die Malteser schulen die Familien auch in der Anwendung des Auffangsystems, vor allem in dessen Reinigung, und informieren die Bevölkerung über allgemeine Gesundheits- und Hygienefragen. Hierzu verteilen sie so genannte H2S-Testpakete, mit denen die Familien ihr Regenwasser auf bakterielle Verschmutzungen prüfen können. „Viele Menschen leiden wegen des unsachgemäßen und unhygienischen Umgangs mit Wasser unter unnötigen Infektionen. Unser Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Hygiene und damit die Verringerung von Infektionsrisiken. Die Test-Kits werden derzeit kostenfrei speziell an Schulkinder verteilt, die als Multiplikatoren dienen“, erklärt Clemens: „Anfangs waren die Menschen sehr skeptisch gegenüber der Vorstellung, das Regenwasser zu trinken, und haben das Wasser aus belasteten Brunnen vorgezogen. Mit Hilfe der Test-Kits können sie nun selbst feststellen, dass das Regenwasser eine bessere Qualität aufweist als das Brunnenwasser.“

Über 40 Prozent der Weltbevölkerung sind bereits vom Problem der Wasserknappheit betroffen. In Sri Lanka haben nur 30 Prozent der Menschen Anschluss an eine Trinkwasserleitung. Bereits unmittelbar nach der Tsunami-Katastrophe sorgten die Malteser in Kooperation mit lokalen Partnern für die Wasserversorgung von rund 90.000 Menschen im Galle Distrikt im Süden Sri Lankas. Die Projektarbeit von Malteser International im Süden Sri Lankas wird unterstützt von UNICEF und mit Hilfe der lokalen Partnerorganisation „Lanka Rain Water Harvesting Forum“ umgesetzt.

Achtung Redaktionen! Dr. Jürgen Clemens, Länderreferent für Sri Lanka bei Malteser International, steht für Interviews zur Verfügung. Vermittlung: 0221 – 98 22 125.

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