Tsunami SüdasienWasserfilter als Hochzeitsgeschenk

15-07-2005

Rot ist die Jettwell-Handpumpe, die vor Sellamma Sinnathulrais Zelt steht. Der Ingenieur von Arche Nova hat sie mit seinem Team gebaut. Die alte Frau bringt ihm einen Plastikbecher, um die Wasserqualität zu prüfen. Der Ingenieur pumpt und füllt Wasser in den Becher, riecht daran, setzt das blaue Messgerät ein ... trinkt.

Kattankudi und Datchbar an der Ostküste Sri Lanka zählen zu den am dicht besiedeltsten Gebiete Süd-Ostasiens. Hütte an Hütte, Latrinen gleich dahinter. Der Brunnen manchmal keine zwei Meter entfernt. Drum herum ein Stacheldrahtzaun – in dem noch immer zerrissene Kleiderfetzen hängen - vom Tsunami.

Über 80 Prozent der Bevölkerung hier bekennt sich zum Islam. Ein moslemisches Frauenteam besucht vor den Teams die Familien. Klärt über Hygiene auf und untersucht die Brunnen. Wenn das Wasser zu schlecht ist kommt Arche Nova. Wenig internationale Organisationen sind hier zu finden. UNICEF hat Arche Nova hierher geschickt – zum Brunnenreinigen und Brunnenbauen. Eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht. Bislang wurde sie bravourös gemeistert.

Von acht Männern mit Schläuchen, Pumpen, Chlor und Messgeräten. Zwei der zehn Arche Nova Teams in Sri Lanka. Die Bevölkerung ist dankbar und nimmt die Hilfe gerne an. Bringt kalte Getränke, lädt die beiden deutschen Ingenieure zum Volleyballsspiel oder zu Hochzeiten ein. Als Hochzeitsgeschenk gibt es Keramikwasserfilter.

Sellamma dankt mehrfach für die Pumpe. Die Pumpe ist das einzige was derzeit funktioniert. Die 60 Jährige hatte ein Haus 100 Meter vom Meer entfernt - komplett zerstört, Hab und Gut verloren. Die Tochter hat auch dort gewohnt. Zwei der Enkel sind ertrunken. Ihre Tochter hat ständig Angst, dass das Meer wiederkommt. Eine tiefe Falte zeichnet sich auf Sellammas Stirn ab. Das Zelt ist viel zu klein, heiß und Ungeziefer kommt herein. Die Regierung verbietet ihr den Wiederaufbau, weil das Haus zu dicht am Meer stand. Also bleibt sie sitzen, unter dem Baum an ihrem Zelt. Hier hat sie wenigstens gutes Wasser. Als der Kleinbus mit dem Ingenieur wegfährt, winkt sie.

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