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Tsunami SüdasienTsunami - fünf Jahre danach -Rettung aufs Dach – mit Bargeld und 500 Eiern

20-04-2010

Wie eine Familie die Welle überlebte und nun in eine neue Zukunft startet

Haus auf dessen Dach sich die Familie gerettet hat„Air datang, selamatkan diri!“ Die Rufe waren unmissverständlich. „Das Wasser kommt, bringt euch in Sicherheit!“, erschallte es immer wieder, in Meulaboh, an der Westküste Indonesiens, um halb neun Uhr morgens. Rosma und Bachtiar waren zu dieser Zeit in ihrem angemieteten Laden, in dem sie Gemüse, Reis, Eier und andere Lebensmittel verkauften. Als sie die Rufe vernahmen, reagierte das Ehepaar schnell und geistesgegenwärtig. Rosma schnappte sich ihre Tochter Safri und den Neffen Vjung und eilte mit den Kindern die Treppe hinauf in den ersten Stock. Auch das vorhandene Bargeld vergaß sie nicht, mit nach oben zu nehmen. Unterdessen verschloss Bachtiar die Eisentür und stemmte sich dagegen – vergebens: Die Wassermassen brachen die Tür auf und schleuderten Bachtiar zurück. Der 48-Jährige gab auf, schnappte sich einen Korb mit 500 Eiern und folgte seiner Familie nach oben.

Von dort sahen sie, wie Menschen, Tiere und alle möglichen Trümmer an ihnen vorbeigeschwemmt wurden. Und wie das Wasser immer weiter anstieg. Schon bald erreichte es den ersten Stock des Hauses, so dass die Familie auf das Flachdach steigen musste – dort wo schon viele andere Menschen Schutz vor dem Wasser gesucht hatten. „Wir blieben zwei Tage dort, machten mit dem angeschwemmten Holz Feuer, kochten die geretteten Eier und ernährten damit uns und die anderen Überlebenden“, erzählt Rosma. Dann nahm der Wasserstand ab. Rosma, Bachtiar, Safri und Vjung zogen für zwei weitere Tage in den ersten Stock. Das Geschäft und damit ihre einzige Existenz war vollkommen zerstört. Von dem verbliebenen Bargeld konnte sich die Familie für einige Monate in ein Haus im Landesinneren einmieten. Zusätzlich kochte Rosma einigen Speisen und verkaufte diese auf der Straße. Genug Geld, um die Familie zu ernähren, erzielte sie damit jedoch nicht. Sie mussten zurück in die Stadt.

„World Vision fand eine Lösung für unsere Probleme.“ (Bachtiar (48))

Tsunami: Familie, der World Vision geholfen hat„Wir hörten davon, dass World Vision eine Versammlung ausrichtet“, sagt Bachtiar. „Dort erkundigten sie sich nach dem Bedarf der Menschen. Und World Vision fand auch eine Lösung für unsere Probleme.“ Die Hilfsorganisation stellte der Familie ein neu errichtetes Haus, das direkt hinter ihrem ehemaligen Laden liegt. Und sie schulten Rosma im Schneiderhandwerk und übergaben ihr eine Nähmaschine. „Mein Mann verkauft Kokosnüsse auf dem Markt und gemeinsam verdienen wir so viel Geld, dass es für die Familie reicht.“ Mittlerweile sind sie auch wieder bereit dazu, über die Ereignisse während des Tsunami zu reden. Rosma: „Wir wollen unsere Erfahrungen weiter tragen. Diese können ja vielleicht mal für andere Menschen hilfreich sein.“

 

Kinder auf dem SpielplatzEin Kindergarten für Pucok Lueng

24 Kinder – 12 Mädchen und 12 Jungen – werden in dem von World Vision errichteten Kindergarten Do’a Ibunda im Dorf Pucok Lueng betreut. Die meisten von ihnen haben den Tsunami nicht mehr erlebt, sie kamen erst danach zur Welt.

Nicht so Nurfadillah. Das Mädchen wurde vor der Katastrophe geboren – und bekam die Welle hautnah zu spüren.

 

 

Nurfadillah.jpg„Ihr Vater hielt Nurfadillah im Arm, als er vom Wasser überrascht wurde“, erzählt Syahrul Alam von World Vision. „Er schwamm zu einer Moschee, auf deren Dach sich schon einige Menschen gerettet hatten. Ihnen reichte er erst seine Tochter und kletterte dann hinterher.“ Nurfadillahs Vater ist Bauarbeiter, die Väter der anderen Kinder verdienen ihr weniges Geld meist als Fischer oder als Bauern. Die Kinder kommen sechsmal pro Woche für jeweils drei Stunden in den Kindergarten, um dort zu malen, zu singen, zu spielen und zu basteln. Vier Erzieherinnen kümmern sich um sie.

 

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