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Tsunami SüdasienTsunami - fünf Jahre danach - Build back better

19-12-2009

Kinder in Sri LankaCARE ist seit Jahrzehnten in Sri Lanka vertreten – und konnte dadurch nach dem Tsunami schnell und effektiv helfen.

VORHER

Nachdem CARE im Jahr 1956 die Arbeit in Sri Lanka aufgenommen hatte, lagen die Schwerpunkte zunächst in der Nahrungsmittelversorgung sowie der Gesundheit von Müttern und Kindern. In den frühen 90er Jahren ging man dazu über, nicht alleine die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigen zu wollen, sondern auch die Wurzeln von Armut und Ausgrenzung zu bekämpfen.

DIE KATASTROPHE

Noch am 26. Dezember 2004, und damit umgehend nach der Katastrophe, versendete die Bonner CARE-Zentrale eine erste Pressemitteilung. Titon Mitra, der damalige Nothilfe-Direktor von CARE International in Sri Lanka, wurde darin in eindringlichen Worten zitiert: „Die Situation vor Ort ist dramatisch. Zahlreiche Regionen sind von der Außenwelt abgeschnitten, und die Zahl der Opfer ist noch unüberschaubar. Vor allem die Menschen an der Süd- und Ostküste Sri Lankas leiden große Not und brauchen dringend Unterkünfte, Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung.“

Sri Lanka direkt nach der KatastropheEiner dieser Menschen, von denen Titon Mitra sprach, war die 34 Jahre alte Sriyani. Sie erinnert sich noch heute lebhaft an den Tag der Katastrophe: „Ich wusste nicht, dass es sich um einen Tsunami handelte“, erzählt sie. „Ich hörte nur einen ungeheuren Lärm und als ich mich in Richtung des Meeres umdrehte, sah ich so etwas wie einen Berg. Alle Menschen um mich herum rannten plötzlich los – so auch ich.“ Kurz darauf sei sie jedoch von der Welle erfasst und in ein Haus gespült worden. Sie habe um Hilfe gerufen, doch niemand habe sie gehört. „Dann sah ich wieder Menschen im Wasser, doch sie konnten nicht schwimmen. Und ich sah einen Mann, der zwischen zwei Brettern festklemmte. Er wurde zum Glück gerettet. Und auch ich konnte mich in Sicherheit bringen – doch ich hatte alles verloren.“

 

NACHHER

Bereits in den ersten Stunden nach der Katastrophe wandten sich zahlreiche Überlebende an CARE, deren Arbeit in Sri Lanka seit den Anfängen bekannt und geschätzt ist. Deshalb konnten CARE-Mitarbeiter schon kurz nach dem Tsunami erste Lebensmittel und elementare Hilfsgüter an 32.000 Familien verteilen, knapp 120.000 Betroffene wurden mit Trinkwasser und sanitären Anlagen versorgt. In der Folge unterstützte CARE die Menschen in den Bezirken Ampara, Batticaloa, Galle, Jaffna, Hambantota, Mullaitivu und Trincomalee. Und auch im Dorf Thambattai.

Hilfe nach dem Tsunami: Mühle mit Mikrokrediten finanziertThambattai ist eines jener unzähligen Dörfer in Sri Lanka, die von der Flutwelle dem Erdboden gleichgemacht und in der Folge an anderer Stelle wieder aufgebaut wurden. CARE hatte am Wiederaufbau maßgeblichen Anteil. Auch Sriyani wohnt in Thambattai. Und so kam es, dass Sriyani, ihr Mann Ranjan und die beiden Kinder mit Hilfe von CARE ihre Zukunft neu gestalten konnten. Immer mit dem Ziel „Build back better“ – den Menschen soll es nach Abschluss der Projekte besser gehen als vor der Katastrophe.

Zuallererst benötigte die Familie wieder ein Dach über dem Kopf. Dafür erhielt sie umgerechnet rund 1500 Euro vom Staat und weitere 1200 Euro von CARE. Damit sie auch wieder Geld verdienen konnte, stellte die Hilfsorganisation Sriyani zudem eine Reismühle sowie einen Mikrokredit in Höhe von 180 Euro zur Verfügung. Das Geld investierte die 34-Jährige in eine kleine Hühnerfarm. „Jeden Tag legen die Hühner 15 bis 20 Eier, die ich dann verkaufen kann“, sagt sie. Umgerechnet 40 Euro verdiene sie auf diese Weise im Monat, weitere 30 Euro kämen durch den Verkauf des hergestellten Reismehls hinzu. 27 Euro zahlt Sriyani Monat für Monat für die Tilgung des Mikrokredits. Sriyani: „Mit diesem Einkommen ist es mir möglich, meinen Kindern eine Ausbildung zu garantieren. Daher sind unsere Lebensbedingungen ganz eindeutig besser als zuvor.“ Oder kurz: „Build back better“.

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