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Tsunami Südasien10 Jahre nach dem Tsunami: Quellen der Hoffnung

12-12-2014

von Melanie Brooks (Leiterin der Kommunikation von CARE International)

In Aceh, wo der Tsunami 2004 Häuser und Familien wegspülte, kann Wasser viele Bedeutungen haben. Sukandawati ist 45 Jahre alt, Hebamme und Mutter von drei Kindern. Am 26. Dezember 2004 riss die 20 Meter hohe Riesenwelle ihre jüngste Tochter mit sich. Doch heute bedeutet Wasser Leben – für sie, ihre anderen Kinder und für das Getreide, das ihr Ehemann in der Nähe ihres Hauses anpflanzt.

Einige Monate bevor der Tsunami auf Land traf, hatten Sukandawati und ihr Ehemann sich dazu entschlossen, in ihre Heimat Banda Aceh zurückzukehren, um näher bei ihrer Familie zu sein und ihre drei Kinder gemeinsam aufzuziehen. Für fast 15 Jahre hatten sie weiter entfernt gelebt, und dachten, es sei eine gute Idee, zu ihrer Familie zurückzukehren. Sechs Monate später traf sie der Tsunami.

Über 50 ihrer Familienmitglieder sind gestorben – eingeschlossen ihre vier Jahre alte Tochter. „Wir wurden vom Wasser mitgerissen. Ich habe die Hand meiner Tochter verloren, dann bin ich untergegangen. Ich konnte meine Kinder nicht sehen. Zwei von ihnen habe ich gefunden, aber meine Tochter war spurlos verschwunden. Ich hab sie nie wiedergesehen“, erzählt Sukandawati, während sie tief einatmet und sich die Augen reibt. „Es ist so viel Zeit vergangen.“

Wasser bedeutet Leben

Heute lebt Sukandawati in Saree. Hierhin hat CARE Familien umgesiedelt, deren Häuser und Grundstücke vom Tsunami weggespült wurden. CARE hat eine Gemeinde von Grund auf wieder aufgebaut: Häuser, Straßen, eine Schule und die Wasserversorgung. Sukandawati hat Arbeit in einem Gesundheitszentrum gefunden, ihr Mann arbeitet wieder als Bauer und baut Kakaopflanzen an. Im Garten wachsen kleine Sprösslinge, die darauf warten, in das nahgelegene Feld umgepflanzt zu werden. „Ich hätte niemals gedacht, dass wir all das hier haben würden“, sagt sie und zeigt durch den Raum. „Ihr könnt euch vorstellen – Banda Aceh war vollkommen zerstört. Mein Haus, alles, war verschwunden.“

Das Wassersystem, das mit Hilfe von Aktion Deutschland Hilft gebaut wurde, pumpt Wasser aus den Bergquellen in die Häuser und Schulen, die CARE gebaut hat. Es ist über acht Jahre her, seitdem das System gebaut wurde, aber es funktioniert immer noch einwandfrei, erklärt Sukandawati. „Seit den Anfängen bis heute, hat es nie Probleme mit der Wasserversorgung gegeben. Das Wasser ist sehr gut, sauber und klar“, sagt sie. „In den letzten zehn Jahren haben wir all das wieder aufgebaut, was der Tsunami uns genommen hatte. Das war nicht immer einfach. Aber zum Glück mussten wir uns um sauberes Wasser keine Sorgen machen. Ich wusste, meine Kinder würden gesund sein, weil wir sauberes Wasser haben.“ Die Gemeinde arbeitet zusammen, um das Wassersystem instand zu halten. Falls Reparaturen nötig sind, trägt jede Familie finanziell dazu bei – mit ungefähr 1,60 Euro pro Familie, einem Bruchteil einer behördlichen Monatsrechnung für die Wasserversorgung.

Und in Saree müssen die ärmeren Familien der Gemeinde nichts für die Reparaturen zahlen; ihre Nachbarn geben mehr, um ihnen zu helfen. Sukandawati fügt hinzu: „Seit dem Tsunami hat ein erstaunlicher Wandel stattgefunden, aber jetzt müssen wir an die ärmeren Menschen denken, die hier leben, und ihnen ebenfalls helfen, ein besseres Leben zu führen. Wenn wir also anderen helfen können, indem wir etwa ihren Anteil an den Reparaturen zahlen, werden wir das natürlich machen. Die Welt hat uns nach dem Tsunami geholfen. Jetzt helfen wir einander.“

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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