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Tsunami SüdasienNeue Hoffnung für Sri Lanka

21-02-2007
Neue Hoffnung für Sri Lanka

Tsunami - Opfer

„Das Bild der Verwüstung ist unbeschreiblich“,  so der Bericht von Klaus-Dieter Peters über seine Eindrücke von der Küstenregion im Süden Sri Lankas.

Anlass seiner Reise in dieses von der Tsunami-Katastrophe heimgesuchten Landes war die Vorbereitung eines Wiederaufbauprojekts am Rande der Stadt Weligama. Wie im letzten Report bereits berichtet, haben sich Kommunalpolitiker in Frankfurt (Oder) und in dessen polnischer Nachbarstadt Slubice sowie SODI in der Patenschaftsaktion „Frankfurt(Oder) und Slubice helfen Weligama“ mit dem Ziel verbündet, den Wiederaufbau in und um Weligama zu fördern.

Die EKO-Stahl GmbH ist als potenter Sponsor mit an Bord. In Konsultation mit lokalen Partnern wie dem Unternehmer Thomas Gerbracht, Chef der Target-Agriculture pvt ltd,  und Mönchen des buddhistischen Tempels Agrobodi sowie in Abstimmung mit den zentralen und lokalen staatlichen Behörden wurde die Idee konkretisiert, ein Dorf für 50 Familien einschließlich kommunaler Infrastruktur aufzubauen und mit Einkommen zu verbinden – Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung des Dorfes.

Mit diesem komplexen Herangehen wird dieses Projekt zu einer Referenz für zukünftige ähnliche Wiederaufbauvorhaben in der Region. Wie dringend notwendig gerade hier Hilfe notwendig ist, weiß Klaus-Dieter Peters nun aus eigener Anschauung: „Der Tsunami forderte 396 Todesopfer. Rund 2.500 Familien haben ihre Einkommensgrundlage verloren. Weit über 3.000 Häuser wurden zerstört bzw. schwer beschädigt. Im Moment leben die meisten der Betroffenen in Zelten unter unsäglichen Umständen – und das in der Monsun-Zeit! Die Menschen warten auf unsere Hilfe.“

Das mit den Partnern und Behörden verabredete Projekt sieht den Aufbau von 50 doppelstöckigen Reihenhäusern vor. In jedem Haus kann eine aus zwei bis drei Generationen bestehende Familie gut untergebracht werden. Das Dorf wird über eine zentrale Wasserversorgungsanlage und jedes Haus über einen separaten Wasser- und Abwasseranschluss verfügen. Mit den Wohnhäusern werden Gemeinschaftseinrichtungen entstehen.

Dazu gehören ein kommunales Mehrzweckzentrum, das von Kindern, Jugendlichen und der Dorfgemeinschaft genutzt werden wird, eine medizinischer Stützpunkt, eine buddhistische Gebetsstätte, ein kleines Ladengeschäft, einen Kinderspielplatz sowie Grünanlagen. Diese Infrastruktur wird dazu beitragen, dass die künftigen Dorfbewohner ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Mit eigenen, vor allem Arbeitsleistungen werden sie am Aufbau  ihrer Häuser und der Gemeinschaftseinrichtungen teilhaben und dabei ein Verantwortungsgefühl für das neue, gemeinsame Zuhause - 3,5 km von der Küste entfernt -entwickeln.

In dem Dorf werden Familien leben, die vorher zwar in Strandnähe gewohnt, sich aber nicht vom Fischfang ernährt haben. Sie haben durch den Tsunami ihre Häuser und ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ein Projektkomitee, dem Vertreter der Betroffenen, Mönche des Agrobodi-Temples und der lokalen Behörden sowie Herr Gerbracht als Projektleiter angehören werden, nehmen Einfluss auf eine gerechte Auswahl der bedürftigen Familien.

Jede von ihnen wird einen Hektar Land für die landwirtschaftliche Nutzung erhalten. Die zuständige Behörde hat das Land dafür wie für den Bau der Häuser bereits reserviert. Die Target-Agriculture pvt ltd  garantiert den Absatz der Produkte aus dem  angestrebten   biologischer Anbau von Gemüse. Mit Fahrrädern – im Projektbudget sind zwei Stück pro Familie geplant – werden die Dorfbewohner ihre Felder erreichen. Für wirtschaftliche Nachhaltigkeit soll zudem eine Biomasseanlage zur Stromerzeugung beitragen. Der Erlös aus dem Verkauf überschüssigen Stroms an die Stadt Weligama wird, so die Hoffnung, die Betriebs- und Verwaltungskosten der Gemeinschaftseinrichtungen decken.

Die veranschlagten Kosten für das gemeinsame Wiederaufbauprojekt in Höhe von insgesamt 791.354 Euro werden im wesentlichen von SODI über die „Aktion Deutschland Hilft“, an der SODI als Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband/Parität International beteiligt ist, finanziert. Dazu kommen Spenden der

Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Frankfurt/Oder und Slubice. Die Belegschaft der EKO-Stahl GmbH, die einen Aufruf der Geschäftsführung und des Betriebsrates folgend, 40 000 Euro für Tsunami-Opfer gespendet hat, wird den Bau des medizinischen Stützpunktes, von zwei Reihenhäusern und den Kauf der 100 Fahrräder finanzieren, die den Familien als Transportmittel dienen werden.

SODI hat dafür gesorgt, dass das Projekt trotz der Ausnahmesituation nach der Katastrophe den Kriterien nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit standhält. Das ist die beste Garantie dafür, dass die Spendenmittel so eingesetzt werden, dass sie den betroffenen Menschen die Chance eröffnet, bei der Überwindung der Folgen des Tsunami die ersten Schritte auf dem Weg aus ihrer Armut zu tun. Sie freuen sich auf den Tag, an dem SODI ihnen die Schenkungsurkunde überreicht und sie Eigentümer der Häuser und von Grund und Boden werden.

Ilona Schleicher

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