Tsunami SüdasienNeue Gewalt in Sri Lanka

23-06-2005

Zum ersten Mal in der Geschichte von WORLD VISION´s Engagement auf Sri Lanka sind in Folge des Bürgerkrieges Kinder aus einem Projekt des Hilfswerkes ums Leben gekommen. Die Schüler aus dem Entwicklungsprojekt Kebithigollewa in der Nord-Provinz waren vergangene Woche getötet worden, als ihr Bus auf eine Mine fuhr. Bei dem Anschlag starben insgesamt 66 Menschen, darunter mehrere Mütter und Väter aus dem Entwicklungsprojekt. „Seit heute ist es für uns traurige Gewissheit, dass auch Patenkinder von WORLD VISION unter den Opfern waren. Die zunehmende Gewalt ist besorgniserregend und erschwert unsere Hilfe für die Menschen in den besonders armen Regionen des Landes“, sagt WORLD VISION-Pressereferent Jürgen Pothmann.

Nach diesem bisher schwersten Vorfall seit dem brüchigen Waffenstillstandsabkommen zwischen tamilischen Rebellen und der Regierung im Jahr 2002 haben Hunderte Familien aus der Region Kebithigollewa ihre Häuser verlassen. Etwa 1.000 Männer, Frauen und Kinder sind vorübergehend in einer Schule untergebracht. WORLD VISION versorgt sie mit Nahrung und hat in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden 20 Toiletten bereitgestellt. Außerdem suchen Mitarbeiter für die Kinder, die bei dem Anschlag ihre Eltern verloren haben, die Familienangehörigen.

Das Kinderhilfswerk arbeitet in Sri Lanka seit 1977 und hatte unmittelbar nach der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 humanitäre Nothilfe geleistet. WORLD VISION Deutschland unterstützt insbesondere den Wiederaufbau im Norden und Osten Sri Lankas. Dort werden unter anderem Schulen saniert und Wassersysteme zur Verbesserung der Hygiene installiert. Darüber hinaus leistet WORLD VISION Deutschland an der Ostküste langfristige Hilfe in zwei so genannten Regional-Entwicklungsprojekten.

„Uns war von Anfang an klar, dass wir den politischen Konflikt bei unserem Engagement berücksichtigen müssen“, sagt Jürgen Pothmann. Für die Hilfe im Norden und Osten des Landes habe sich WORLD VISION ganz bewusst entschieden, weil die Menschen dort besonders bedürftig seien. Ausgangssperren, Streiks und Anschläge erschwerten sowohl den Wiederaufbau in den Tsunami-Gebieten als auch die langfristige Entwicklungszusammenarbeit. Pothmann: „Unter genauer Beobachtung der Sicherheitslage setzen unsere Kollegen vor Ort ihre Arbeit fort, weil wir den Menschen dort einfach helfen müssen. Wir hoffen, dass beide Parteien dem Friedensprozess noch eine Chance geben und an den Verhandlungstisch zurückkehren.“

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