Tsunami SüdasienNasses Element für kleines Paradies

29-03-2010

Tsunami: Wassertank in Sri LankaWasserprojekt der Malteser verhilft Fischerfamilien zu einem besseren Leben.

Mirissa ist ein Paradies. Wer sich als Tourist in das romantisch gelegene Dorf im Südwesten Sri Lankas begeben und auf eine Bootstour eingelassen hat, den erwarten herrliche Korallenriffs. Auch Taucher kommen voll auf ihre Kosten: In Mirissas Unterwasserwelt tummeln sich prachtvolle Meerestiere in den schillerndsten Farben. Mirissa ist ein Paradies. Das ist die eine Seite.

Auf der anderen Seite ist Mirissa ein Dorf mit riesigen Problemen, die auf den ersten Blick kaum zu bewältigen scheinen. Nur wenige hundert Meter von der Küste entfernt stehen Häuser an einem steilen Hang. Bei Regen werden die provisorisch in den erdigen Berg geschlagenen Wege zu rutschigen Pisten, zahlreiche Häuser sind wegen der Gefahr von Erdrutschen in der Regenzeit tagelang nicht zugänglich und die Bewohner können sie nicht verlassen.

Strom gibt es hier ebenso wenig wie fließendes Wasser – wer Trinkwasser haben wollte, musste bis vor kurzem den steilen Weg hinunter zur Wasserstelle klettern und auf dem Rückweg schwer beladen wieder hinauf. Seit kurzem ist das anders. Gemeinsam mit der sri-lankischen Organisation „Lanka Rain Water Harvesting Forum“ und den Dorfbewohnern hat Malteser International direkt neben den Häusern Regenwassertanks errichtet.

„Seit wir die Tanks haben, kann ich mich viel besser um meine Kinder und den Haushalt kümmern“, sagt Kaushaliya. Die Mutter von drei Kindern ist vor dem Bau der Tanks jeden Tag fünf bis sechs Mal zur Wasserstelle gelaufen. „Vor allem als ich schwanger war, war das eine richtige Qual“, erinnert sie sich. Nun hat Kaushaliya es leichter. „Wenn es regnet, muss ich nur den Dachrinnenabfluss öffnen. Nach ein paar Minuten, wenn der Regen das Dach sauber gewaschen hat und kein Schmutz mehr durch die Rohre läuft, schließe ich den Abfluss wieder und leite das Regenwasser in den Wassertank. Dann fließt das Wasser durch einen Filter in den Tank und wir haben einen großen Vorrat an sauberem Wasser.“ Einmal im Jahr müssen die Familien den Tank gründlich reinigen, damit das Wasser darin zwischen den Regenzeiten auch sauber bleibt. „Das haben uns die Handwerker genau gezeigt, das ist ganz einfach.“

Illustrationen auf T-Shirts

Welche Bedeutung sauberes Wasser für die Vermeidung von ansteckenden Krankheiten hat, das lernen Kaushaliya und ihre Nachbarn von freiwilligen Gesundheitshelfern der Malteser. Die insgesamt 19 Helfer erklären, warum die Gefahr von Malaria in der Region so groß ist (in der Regenzeit bilden sich Pfützen, in denen die Moskitos, die die Krankheit übertragen, ideale Brutbedingungen finden) und wie man sich vor der Tropenkrankheit schützen kann. Sie erläutern, was man tun muss, wenn man trotz des vorsichtigen Umgangs mit dem Trinkwasser doch eine Durchfallerkrankung bekommen hat und welche Hygienemaßnahmen vor allem für Kleinkinder wichtig sind. Für alle, die nicht lesen können, tragen sie die wichtigsten Gesundheitsbotschaften als Illustration auf dem Rücken ihrer T-Shirts.

Tsunami: Junge trinkt aus Wassertank„Vor allem meine Kinder haben von den Gesundheitshelfern viel gelernt“, erzählt Kaushaliya. Aber auch sie selbst hat von den Freiwilligen profitiert. „Ich kenne die beiden jungen Frauen ja aus dem Dorf und vertraue ihnen. Wenn sie sagen, ich soll das Gemüse vor dem Verarbeiten waschen oder schälen, damit keine Keime ins Essen kommen, dann glaube ich, dass es stimmt. Auch dass ich mir nach dem Besuch der Toilette die Hände waschen muss, war mir vorher nicht so klar.“

„Die freiwilligen Helfer besuchen die Familien regelmäßig und können dabei auch überprüfen, ob die wichtigsten Hygiene-Regeln eingehalten werden“, erklärt Lasantha Herath, der das Projekt leitet. „Das Beste ist aber, dass sie ihr Wissen auch dann noch weiter geben, wenn Malteser International schon lange nicht mehr in dieser Region arbeitet. Das macht unsere Arbeit nachhaltig.“

Für Lasantha ist es wichtig, nicht nur den vom Tsunami betroffenen Familien an der Küste zu helfen, sondern auch Menschen, die nicht ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben und trotzdem unter den Folgen der Katastrophe leiden: „Die Menschen hier am Berg waren natürlich nicht direkt vom Tsunami betroffen, ihre Häuser waren nicht zerstört. Aber da die meisten Männer ihr Geld als Fischer verdienen und ihre Boote von der Flutwelle zertrümmert worden waren, konnten sie kein Geld verdienen und die ohnehin schon armen Familien litten noch mehr unter den schwierigen Lebensbedingungen.“

Durch die Tanks und die Besuche der Gesundheitshelfer haben die Menschen in dem abgelegenen Ortsteil von Mirissa nun einige Vorteile. „Wir haben sauberes Wasser und sind viel seltener krank. Außerdem kann ich vielleicht sogar etwas dazu verdienen, da ich nun nicht mehr so viel Zeit auf das Besorgen von Wasser verwenden muss“, erklärt Kaushaliya.

Auf dass auch die Bewohner von Mirissa ein wenig mehr ihr kleines Paradies genießen können…

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