Tsunami SüdasienMalteser Aktivitäten beim Seebeben in Südasien, Sachstandsbericht

15-02-2005

Im Rahmen der Soforthilfe konnten die Malteser im Rahmen von ECOM zum einen Mitarbeiter von schon bestehenden Projekten (z. B. in Thailand) rasch zur Erkundung und Koordinierung einsetzen oder in Kooperation mit Partnerorganisationen vor Ort (z. B. in Indien) umgehend mit den notwendigen Hilfsmaßnahmen beginnen. Im Rahmen der Soforthilfe wurden zahlreiche Maßnahmen zur Sicherung der Überlebensfähigkeit der Flutopfer ergriffen. Rund eine Million Euro haben die Malteser für Maßnahmen der Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Beispielhaft seien hier nur einige genannt:

  • Die medizinische Versorgung und Betreuung von Flutopfern in den Auffanglagern
  • Die Versorgung obdachlos gewordener Familien mit lebensnotwendigen Verbrauchsgütern
  • Die Sicherstellung einer provisorischen Wasserversorgung in den Auffanglagern und Notunterkünften

Nach der Soforthilfe geht es uns Maltesern nun um längerfristige Wiederaufbauprojekte in den Krisenregionen. Hierfür werden wir allein für das laufende Jahr 2005 weitere fünf bis sechs Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Grundsätze und Prinzipien der Malteser Fluthilfe


Die Malteser richten ihre Fluthilfe nach folgenden Grundsätzen aus:

1. Lokale Strukturen stärken und die betroffene Bevölkerung beteiligen:
Wir binden - wo immer möglich - die lokale Bevölkerung in die Planung und Realisierung unserer Projekte ein. Lokale Nichtregierungsorganisationen und kirchliche Gruppen, deren Eigenverantwortlichkeit wir stärken, sind dabei unsere zuverlässigsten Partner. Unsere Projekte orientieren sich somit immer an den Lebensgewohnheiten der Menschen und sind eine nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe.

2. Verwundbarkeit reduzieren
Unsere Hilfen sind so angelegt, dass sie nicht nur den Zustand vor der Katastrophe wieder herstellen, sondern die Lebensbedingungen für die betroffenen Menschen insgesamt verbessern. Nur so können wir erreichen, dass die Menschen bei künftigen Katastrophen nicht mehr so anfällig sind. Denn eine Katastrophe trifft vor allem immer diejenigen am härtesten, die arm und bedürftig sind, sich in einem schlechten Ernährungs- und Gesundheitszustand befinden, in gefährdeten Gebieten wohnen oder nicht die Mittel haben, sich aus eigener Kraft zur helfen.

3. Hilfe koordiniert leisten
Das Angebot an Hilfen ist beispiellos. Wichtig ist es nun, die Projekte so zu koordinieren, dass die Projekte auch auf Dauer Bestand haben. Die von der Flut betroffenen Länder sind souveräne Staaten, deren Regierungen und Behörden das Mandat und die Verantwortung für den Wiederaufbau haben. Nichtregierungsorganisationen unterstützen diesen Wiederaufbau nach dem Subsidiaritätsprinzip. Dies bedeutet, dass vor allem für die Wiederaufbauprojekte mit einer längeren Planungsphase gerechnet werden muss. So sind beispielsweise umfangreiche Genehmigungsverfahren für den Bau von dauerhaften Unterkünften zu durchlaufen. Nur eine in diesem Rahmen koordinierte und abgestimmte Hilfe ist dauerhaft und sinnvoll. Zu schnell definierte Aufbauprojekte laufen Gefahr, nicht realisiert oder aufgegeben zu werden.

4. Qualitativ hochwertige Projekte realisieren
In der humanitären Hilfe gibt es international anerkannte Standards für die Planung und Realisierung von Projekten (z.B. Sphere Standars), die eine größtmögliche Qualität und Verlässlichkeit der Arbeit garantieren. Wie auch bei unsere anderen Programmen verpflichten wir Malteser uns auch in der Fluthilfe zur Einhaltung dieser Standards.


Der Malteser Wiederaufbau-Fonds

Wir gehen derzeit davon aus, dass sich die Wiederaufbauphase in den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern auf die nächsten drei bis fünf Jahre erstrecken wird. Zur weiteren Finanzierung aller mittel- und längerfristigen Wiederaufbaumaßnahmen und im Sinne der Sicherstellung einer nachhaltigen Hilfe für die betroffenen Regionen werden die Malteser einen sogenannten „Wiederaufbau-Fonds“ einrichten. Dieser übergreifende Spendenfonds umfasst alle Malteser Aktivitäten in den vom Seebeben betroffenen Regionen Süd- und Südostasiens. Er ermöglicht es uns, den strukturierten Wiederaufbau in den fünf vom Seebeben am schwersten betroffenen Ländern (Indien, Thailand, Sri Lanka, Indonesien und Myanmar) durchzuführen. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Menschen, die die Katastrophe am härtesten getroffen hat und die sich am wenigsten selbst helfen können. Dazu gehören immer die Kinder, alleinstehende Frauen und ältere Menschen ohne soziale Unterstützung. Projekte, die dieser Zielgruppe dienen, haben in unseren Programmen absolute Priorität.

Der Malteser Wiederaufbau-Fonds ermöglicht uns die gezielte Verwendung der uns anvertrauten Spenden gemäß dem aktuellen Bedarf vor Ort. Unsere Hilfe soll nicht nur da ankommen, wo Fernsehkameras uns die Not der Menschen zeigen. Wir Malteser richten unser Augenmerk auch besonders auf diejenigen, die durch alle sozialen Hilfenetze fallen. Der Wiederaufbau-Fonds ermöglicht uns langfristige und qualifizierte Hilfe dort zu leisten, wo sie am nötigsten ist.

Wir haben unsere zahlreichen Fluthilfe-Projekte nach sektoralen Kriterien zu vier Programmen zusammengefasst:

1. Gesundheit und Wasser
2. Hilfen für Fischer
3. Dächer für 10.000
4. Neuanfang – Hilfe zur Selbsthilfe

1. SÜD-INDIEN

Der Malteser Hilfsdienst hat zusammen mit seinen Partnerorganisationen bisher mehr als 40.000 Flutopfer mit Medizin, Lebensmitteln, Decken und Kochutensilien versorgt. Umfassende Wiederaufbauprojekte sind in der Planung und Vorbereitung. Dabei geht es zum momentanen Zeitpunkt insbesondere um die Klärung der Rahmenbedingungen und der Voraussetzungen auf staatlicher Seite für den Wiederaufbau. Umfangreiche und zeitintensive Genehmigungsverfahren z. B. für den Bau von dauerhaften Unterkünften müssen durchlaufen, neue Landtitel durch die zuständige Behörden vergeben werden. Laut einer aktuellen Verlautbarung dürfen keine Siedlungen näher als 500 Meter vor der Küste entstehen; dies hat zur Folge, dass zahlreiche Dörfer und Familien von der Küste weg umgesiedelt werden müssen und viele Fischer, für welche die Ansiedlung direkt an der Küste die Grundlage für ihre Erwerbsmöglichkeit darstellt, ihre Lebensgrundlage verlieren.

Bisher konnten die Malteser in Süd-Indien bereits Hilfsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 600.000 Euro umsetzen bzw. vorbereiten; in Planung sind darüber hinaus umfangreiche Wiederaufbauprojekte mit einem Projektvolumen von rund 800.000 Euro.

Momentan arbeiten in Indien mehr als 400 lokale Helfer mit den Partnerorganisationen der Malteser.


a) Kerala – Kollam Distrikt:

Zusammen mit unserer Partnerorganisation MSSS (Malankara Social Service Society) der Diözese Trivandrum liegt unser Schwerpunkt auf dem Gemeinwohl von über 5.000 Flüchtlingen in ursprünglich fünf Lagern.

d) Tamil Nadu – alle Regionen:

In Planung befindet sich die gemeinsame Förderung eines Projektes der Jesuiten in Kooperation mit Caritas und Misereor. Ziel des Projektes ist die  Stärkung sozialer Randgruppen und v.a. „Unberührbarer“, die aus den staatlichen indischen Hilfsleistungen ausgeschlossen sind.

2. SÜD-THAILANDMalteser Länderkoordinatorin Thailand, Marie-Theres Benner, Susanne Dörflinger und Thomas Rottland sowie vier thailändische Malteser Mitarbeiter und mehr als 100 lokale Helfer bereiten nach Abschluss der Soforthilfe-Phase inzwischen konkrete Wiederaufbauprojekte vor bzw. haben bereits mit deren Umsetzung begonnen.

Soforthilfen:

Im Rahmen der Soforthilfe wurden u. a. die folgenden Hilfen geleistet:

  • Versorgung von 500 Flüchtlingen im Auffanglager Ban Bangsak mit lebensnotwendigen Gütern wie Holzkohle, Holzkohlegrill, Decken, Töpfen und Lebensmitteln;
  • Versorgung der 700 überlebenden Bewohner der Insel Ko Kho Khao mit Hilfsgütern und Lebensmitteln;
  • Versorgung einer Mutter-Kind-Tagesstätte im Flüchtlingslaer Ban Muang mit Verbrauchs- und Hilfsgütern sowie Baumaterialien;
  • Versorgung des Thai Muang Community Hospitals und des General Hospitals in Taku Pa mit medizinischem Material und Medikamenten;
  • Finanzierung des Transports von 60 Tonnen Desinfektionskalk, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern.

Wiederaufbauhilfen:Derzeit werden die folgenden Wiederaufbauprojekte an den einzelnen Standorten durchgeführt bzw. vorbereitet:

 

a) Ko Koh Khao Island:Die Malteser haben die Wasserversorgung für die rund 900 Bewohner der drei betroffenenDörfer auf der Insel sichergestellt. Der Wiederaufbau von Häusern (von den Einwohnern werden Häuser auf Stelzen bevorzugt) erfolgt durch die „Navy“, die auch schon die Notunterkünfte gebaut hat. Im Rahmen dieses Wiederaufbaus, der mindestens ein Jahr dauern wird, werden die Malteser ein Wassersystem anlegen, das 100 Familien mit Trinkwasser versorgen und gleichzeitig die Abwasserentsorgung regeln wird.
b) Ban Bansak
Das Auffanglager in Ban Bansak, welches die Malteser bisher mit Hilfsgütern versorgthaben, konnte aufgelöst werden, da alle 500 Personen bereits in vorläufige Unterkünfteumgezogen sind. In dem Dorf Ban Bansak machen die Malteser weiterhin überflutete und versandete Brunnen durch Auspumpen wieder nutzbar und bauen die komplette Wasserversorgung sowie ein Abwassersystem für das Dorf wieder auf. Darüber hinaus ist der Neubau von 30 Dörfern in Vorbereitung.
c) Ban Muang
Neben der Versorgung der Mutter-Kind-Tagesstätte in Ban Muang, in der rund 200 Kinder betreut werden, mit Hilfs- und Gebrauchsgütern und Baumaterialien führen die Malteser hier auch Maßnahmen zum Wiederaufbau der verwüsteten Einrichtung durch. In Vorbereitung ist der Bau von zwei kompletten Toiletten-Einheiten sowie eines neuen Waschraumes.
d) Pak Weep
Die Schule in Pak Weep diente seit der Flutkatastrophe als Notunterkunft. Die Toiletten hier hielten dem Benutzeransturm nicht lange stand; daher werden die Malteser hier zwei Toiletteneinheiten reparieren und eine dritte neu hinzubauen. Außerdem richten wir für die 124 Schüler einen Waschbecken-Bereich zum Händewaschen und zum Zähneputzen nach den Mahlzeiten ein.
Weitere Projekte in Planung:
Eine amerikanische Organisation plant, den durch den Tsunami geschädigten Fischern entlang der Küste insgesamt 800 neue Boote zur Verfügung zu stellen. Die Malteser haben angeboten, diese Boote mit Motoren, Netzen und Fangkörben auszustatten, um den 800 Fischern eine neue Einkommensbasis zu geben.
Für die Bewohner in Lam Tukkae sind darüber Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge sowie einkommensschaffende Maßnahmen geplant; darüber hinaus ist der Bau von 24 Häusern für die sog. „Seezigeuner“ von Lam Tukkae in Vorbereitung. Eine weitere besondere Zielgruppe der Malteser sind alleinstehende Frauen und Witwen; sie sollen ebenfalls durch einkommensschaffende Maßnahmen beim Aufbau einer neuen Lebensgrundlage unterstützt werden.

3. SRI LANKAEin Malteserteam, bestehend aus medizinischen und technischen Experten, führte im Januar ein Assessment im Süden und Norden des Landes durch. Zusammen mit dem THW, der GTZ und lokalen Partnern wurde die Situation in den betroffenen Gebieten ausführlich untersucht. Nach ersten Nothilfemaßnahmen wie der finanziellen Unterstützung des Bischofs von Colombo bei der Betreuung von Flüchtlingslagern sind nun mittel- und langfristige Aufbaumaßnahmen geplant.

Für die Nothilfe und den Wiederaufbau in Sri Lanka sind die Malteser für das Jahr 2005 Verpflichtungen in Höhe von rund 3 Millionen Euro eingegangen. Die Maßnahmen werden zum Teil von eigenen Malteser Mitarbeitern umgesetzt, zum größeren Teil von Partnerorganisationen. Ziel der Malteser ist es, durch die Auswahl von Partnern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Kreisen eine möglichst gerechte Verteilung der Hilfe zu gewährleisten. Neben konfessionellen Einrichtungen (wie katholische Organisationen und buddhistische Klöster) werden sowohl tamilische („Tamil Rehabilitation Organisation“, „Trincolmalee District Development Association“) als auch ethnisch unabhängige Nichtregierungsorganisationen („Help for the Children“) sowie kommunale Strukturen (z. B. Wasserbehörden) unterstützt. Wir verhandeln derzeit auch mit der „Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit“ (GTZ), die in Sri Lanka seit vielen Jahren tätig ist, über die Finanzierung von mehr als 200 Fischerbooten mit Motoren und Netzen.
Wir sind in Sri Lanka in den am stärksten betroffenen Regionen an der Nord-, Ost- und Südküste tätig:
medizinische Versorgung, Wasser- sowie Sanitärversorgung von Flüchtlingscamps, Wiederaufbau von Waisenhäusern, einkommensschaffende Maßnahmen sowie die psycho-soziale Unterstützung von traumatisierten Tsunami-Opfern. Ein Malteser-Experte wird in enger Zusammenarbeit mit einheimischen Fachkräften und unter Berücksichtigung kultureller Hintergründe ein Programm zur psycho-sozialen Unterstützung aufbauen.

a) Süden

In der Region Koskoda nördlich von Galle werden bereits seit dem 28.12.2004 rund 600 Menschen in zwei Flüchtlingslagern durch ein deutsch-französisches Malteser-Team medizinisch betreut. Zusätzlich wird hier ein Projekt zur Ausbildung vonDorfgesundheitshelferinnen vorbereitet.

In den Bezirken Koskoda und Ahungalla (Distrikt Galle) haben die Malteser zur Verbesserung der Wasserversorgung in Kooperation mit den lokalen Behören fünf Traktoren mit Wassertanks zum Transport von Trinkwasser sowie 20 stationäre Wassertanks zur Verfügung gestellt. Mit speziellen Absaugpumpen und –tanks werden in zahlreichen Dörfern und Flüchtlingslagern die Abwassertanks gesäubert.
Die Verbesserung der Wasserversorung und Müllentsorgung steht auch im Mittelpunkt eines Projektes für ein Waisenhaus in Kithulampitya, welches zudem mit Betten und Einrichtungsgegenständen ausgestattet wird.
In Zusammenarbeit mit einer lokalen Partnerorganisation werden im Süden des Landes ca. 100 Häuser in vier Dörfern rehabilitiert. Die Bewohner von Wadugegoda, Kathaluwa West, Welhengoda and Mehyagoda erhalten sowohl für die Aufräum- als auch für die Aufbauarbeiten eine Entlohnung, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien sicherzustellen. Sozialarbeiter der lokalen NGO kümmern sich dort um die Nöte der Bevölkerung und bieten – mit Unterstützung eines Trauma-Experten der Malteser – auchpsychosoziale Hilfen an.

Weitere fünf Fischerdörfer im Distrikt Hambatota sollen in Kooperation mit der bereits seit Jahren in der Region tätigen deutschen GTZ rehabilitiert werden. Dort wurden insgesamt 104 Häuser zerstört. Die Wiederherstellung der Wasserversorgung und die Ausstattung der Fischer mit Fischernetzen ist ebenso geplant.

b) Nordosten

In Mullaitivu im Nordosten Sri Lankas wurde unmittelbar nach der Flutwelle der Holy Family Convent beim Bau einer Notunterkunft für Waisenkinder unterstützt. Das Waisenhaus wurde von der Flut komplett zerstört. In mehreren Flüchtlingslagern in und um Mullaitivu haben die Malteser in Kooperation mit der Tamil Rehabilitation Organisation (TRO) große Stangenzelte für 650 Familien zur Verfügung gestellt. Die Zelte mit zwei separaten Räumen erhalten einen zementierten Untergrund und werden mit Palmblättern abgedeckt, um den Familien bis zum Wiederaufbau ihrer Dörfer eine stabile Unterkunft zu bieten. In einem von der TRO betriebenen Waisenhaus in Trincomalee werden notwendige Reparaturen an Fenstern, Türen und Dächern durchgeführt und die Sanitäranlagen verbessert. Da das Waisenhaus nach der Flutkatastrophe zahlreiche Waisen aufgenommen hat, müssen Betten und weitere Einrichtungsgegenstände beschafft werden.

In einem gemeinsamen Projekt mit der GTZ soll eine Fischerkooperative in Mullaitivu mit 200 Fischerbooten, Netzen und Motoren ausgestattet werden.
An der Ostküste im Distrikt Trincomalee ist der Wiederaufbau des Dorfes Linganaga geplant. In Zusammenarbeit mit einer lokalen NGO sollen nicht nur die zerstörten Häuser aufgebaut und die beschädigten Häuser rehabilitiert werden, sondern auch Infrastrukturmaßnahmen und einkommensschaffenden Maßnahmen das Leben der 850 Familien in Linganaga verbessern.

c) Weitere Planungen

Neben diesen bereits gestarteten Projekten planen die Malteser weitere Wiederaufbaumaßnahmen im Südwesten und Osten Sri Lankas. Der sich seit Mitte Februar vor Ort befindliche Traumaexperte wird in verschiedenen Projekten die Ausbildung und Beratung von Freiwilligen und Fachpersonal zur psychosozialen Betreuung von traumatisierten Tsunamiopfern, insbesondere von Kindern vornehmen.

Die Malteser unterstützen in Indonesien vor allem den Wiederaufbau von Gesundheitsstrukturen und Fischerdörfern. Insbesondere die Dörfer an der Nordost-Küste wurden bisher von der internationalen Hilfe kaum erreicht.

a) Region Lhokseumave und Insel Nias:

Im Rahmen der Soforthilfe haben die Malteser in den Flüchtlingslagern in der Region Lhokseumave an der Ostküste 450 sog. „Family Kits“ verteilt; diese enthalten unter anderem Kerosinkocher, Wasserkanister, Kochutensilien und Hygieneartikel. In Vorbereitung sind hier auch der Bau bzw. Ausbau von Latrinen und sanitären Anlagen sowie die Einrichtung einer Wasserversorgung, um für alle Familien in den provisorischen Flüchtlingscamps den Zugang zu ausreichend Trinkwasser sicherzustellen.
Für die Dörfer dieser Region planen die Malteser in Kooperation mit Caritas, CordAid und Help ein integriertes Gemeinde-Rehabilitationsprogramm, welches neben dem Wiederaufbau von Häusern, Schulen, Gemeinde – und Gesundheitseinrichtungen sowie der Wasserversorgungssysteme gerade auch die nachhaltige Sicherung der Lebens- und Erwerbsgrundlagen der betroffenen Bevölkerung zum Ziel hat.
In dervergangenen Woche wurde in diesem Zusammenhang bereits eine Vereinbarung mit den lokalen Behördenunterzeichnet. Bis zu 5 Millionen Euro sollen durch die Kooperationspartner im Rahmen des Programms für die schwer betroffene Region zur Verfügung gestellt werden. Ein technisches Team aus regionalen und internationalen Fachkräften, darunter ein Wasserbauingenieur der Malteser, sollen in den kommenden Tagen erste Pläne für den Wiederaufbau vorlegen. – Für die Handwerker auf der Insel Nias lieferten die Malteser einen Schmiedehammer, womit diese endlich wieder das notwendige Werkzeug für den alltäglichen Bedarf herstellen können.

b) Region Banda Aceh

In Banda Aceh liegt der Schwerpunkt der Hilfen auf dem Wiederaufbau und der Stärkung lokaler Basisgesundheitsdienste und Gesundheitsstrukturen. Neben einem geplanten Engagement im General Hospital in Banda Aceh werden die Malteser beim Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung, in den provisorischen Unterkünften und den betroffenen Dörfern der Banda Aceh Provinz helfen. Die geplanten Maßnahmen reichen von baulicher Rehabilitation oder Neubau von Gesundheitszentren über Unterstützung vonBasisgesundheitsdiensten bis hin zu Fortbildungs- und Schulungs- und Gesundheitsaufklärungskampagnen sowie zur Vorbeugung. Letzteres hat vor allem zum Ziel, auch mit Hilfe von sauberem Wasser, dem Bau von Latrinen und der Verteilung von Moskitonetzen die Ausbreitung von Epidemien sowie der Malaria und des Dengue-Fiebers zu verhindern. 1000 Moskitonetze und 1000 Malaria-Schnelltests wurden zu diesem Zweck an die lokale Hilfsorganisation „Perdahki“ übergeben, ein indonesisches Netzwerk medizinischer Fachkräfte, die vor allem in den Regionen arbeiten, zu denen internationale Hilfsorganisationen keinen Zugang haben. In Kooperation mit UNICEF führen die Malteser – unterstützt durch einheimische Krankenschwestern – regelmäßige Impfkampagnen für 2500 Kinder durch.

Im Lhoong Distrikt an der schwer betroffenen Westküste werden durch die Malteser bis zu 1000 Kleinfarmer mit landwirtschaftlichen Kleingeräten und Saatgut versorgt, um die Vorbereitung und Durchführung der bevorstehenden Anbauperiode sicherzustellen.

Um auch im Bildungsbereich einen Neuanfang zu gewährleisten und ein wenig Normalität und Alltag nach Banda Aceh zurückzubringen, werden die Malteser der islamischen Universität in Banda Aceh bei der Neuausstattung mit 25 EDV-Arbeitsplätzen, 400 Schreibtischen, 2000 Stühlen und 1000 Ausbildungskits zur Seite stehen. Zudem ist geplant, 300 besonders betroffene Studenten und deren Familien mit Familien-Kits zu unterstützen. Bei der Flutwelle waren mehr als 450 der 5560 Studenten und etwa 70 Lehrer ums Leben gekommen.

5. MYANMAR

Der Malteser Auslandsdienst führt in Myanmar in den Standorten Northern Rakhine State, Wa Region und der Yangon Division unabhängig von dem Seebeben acht Projekte im Bereich Gesundheit und Wasser durch. - Unmittelbar nach der Flutkatastrophe richteten die Malteser ein Hilfsangebot an die Regierung von Myanmar, welches am 20. Januar 2005 positiv beantwortet wurde. Sobald der Zugang zu den von der Flutwelle zerstörten Regionen gestattet ist, prüfen wir die Möglichkeiten und Voraussetzungen für weitereProjekte und Hilfsmaßnahmen. Derzeit finden Gespräche mit dem zuständigen Gesundheitsministerium statt. Die Regierung meldete für die betroffenen Regionen einen Bedarf an Medikamenten und medizinischen Gerät zur Vermeidung von Infektionskrankheiten sowie an Hilfsgütern zur Verbesserung der Situation der von der Flut Betroffenen. Das Malteser-Team vor Ort bereitet sich auf einen baldigen Einsatz vor. Rund 500.000 Euro haben die Malteser für Hilfen für die Flutopfer in Myanmar zur Verfügung gestellt.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
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Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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