Tsunami SüdasienHELP Von der Nothilfe zum Wiederaufbau

25-05-2005

Sri Lanka:

Karte Sri Lanka Nach der Flutkatastrophe vom 27. Dezember 2004 machten sich unsere Mitarbeiter Sabine und Benjamin Klaus sofort auf den Weg ins Krisengebiet und trafen am 28. Dezember in Colombo ein. Sofort wurden Nothilfemaßnahmen gestartet; inzwischen steckt HELP schon mitten im Wiederaufbau. Als eine der ersten Organisationen war HELP nach der Tsunamikatastrophe vor Ort und leitete Nothilfemaßnahmen ein. In Galle wurden in einer ersten Aktion Matratzen, Decken, Plastikplanen und Hygieneartikel an die traumatisierten Menschen verteilt, deren Häuser durch die Flutwelle zerstört worden waren. Schnell hat HELP drei Büros in Trincomalee, Batticaloa und Colombo eingerichtet, von denen aus die Maßnahmen koordiniert werden.

Es folgten noch mehrere Verteilungen von Nahrungsmitteln und Hilfsgütern, bei denen besonders diejenigen Familien bedient wurden, die sonst keine Hilfe erreicht hat. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Beseitigung von Trümmern und Schutt entlang des Küstenstreifens, um eine Basis für den Wiederaufbau herzustellen. Unsere Mitarbeiter vor Ort initiierten ein Cash-For-Work Programm, das über 200 Einheimische in die Aufräumarbeiten mit einbinden und ihnen gleichzeitig eine Verdienstmöglichkeit geben konnte.

Durch die Flutwelle ist das Wasser in den meeresnahen Brunnen versalzt und durch hineingespülte Objekte und tote Tiere verschmutzt worden. Diese Brunnen werden von HELP rehabilitiert, um ausreichend und sauberes Trinkwasser zu gewährleisten. Auch hier werden lokale Kräfte genutzt, die extra für diesen Einsatz ausgebildet werden.

Die Menschen, die ihre Angst vor dem Tsunami überwinden können, beginnen langsam aus den Camps oder aus den Häusern ihrer Verwandten an ihren ursprünglichen Wohnort in die vom Tsunami betroffenen Gebiete zurückzukehren. Viele von ihnen siedeln mittlerweile in temporären Behausungen an ihrem alten Wohnort. Da die Situation in den Camps immer unerträglicher wird und auch das Leben bei den Angehörigen keine Lösung auf Dauer ist, ist es wichtig den Familien die Option auf eine Rückkehr zu geben. HELP wird sich daher auf die Sanierung von beschädigten Häusern konzentrieren, so dass die Familien schnell wieder in ihr eigenes Zuhause ziehen können. Die Häuser, die komplett zerstört wurden, werden wieder aufgebaut.

Damit die Menschen so schnell wie möglich zurück zur Normalität finden können, wird neben Häusern auch die soziale Infrastruktur wieder aufgebaut.

Dazu gehört die Sanierung von öffentlichen Einrichtungen. Für die Kinder werden Kinderspielplätze und eine Schule wieder aufgebaut. Die traditionellen Fisch- und Fleischmärkte galten als Handelszentren und dienten den ansässigen Fischern als Umschlagplatz für ihren Fang. Auch andere wichtige Einrichtungen der Dorfgemeinschaften wie öffentliche sanitäre Anlagen und eine Gemeindehalle werden wieder aufgebaut.

Bei sämtlichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen wird die lokale Bevölkerung mit einbezogen, sie bringen sich bei der Planung mit ein und werden auch bei den Arbeiten gegen ein Einkommen mitarbeiten. HELP begleitet langfristig Dorfgemeinschaften in Sri Lanka bis zum Wiederaufbau, um Ihnen auf langfristig wieder Existenzgrundlage zu geben. Dabei sind wir auf ihre Spenden angewiesen.

Indonesien:

Der Norden Sumatras ist besonders schlimm vom Tsunami getroffen worden. HELP engagierte sich von Anfang an bei der Nothilfe und unterstützte zunächst seine lokalen Partner bei der Bergung der Toten. Nach zahlreichen Hilfsgüterverteilungen befasst HELP sich nun mit dem Wiederaufbau und langfristigen Rehabilitationsmaßnahmen.

Am 03. Januar flog HELP - Geschäftsführer Wolfgang Nierwetberg nach Banda Aceh, um sich selbst ein Bild der Lage vor Ort zu machen. Zwischen all dem Chaos und der Zerstörung hatte die Bergung und Beerdigung der Toten von oberste Priorität, um einen Ausbruch von Seuchen zu vermeiden. Neben der Bergung unterstützte HELP die Betreuung von 20.000 Obdachlosen in Banda Aceh und die Schutträumung in Zusammenarbeit mit seinem lokalen Partner WALHI.

Die Westküste Sumatras war auch schon vor der Katastrophe verkehrstechnisch schlecht erschlossen. Durch die Flutwelle brach die Infrastruktur dann völlig zusammen, und viele Tage lang konnte man nicht zu den einzelnen Dörfern entlang der Küste durchdringen. Als die Straßen dann endlich für LKWs befahrbar waren schickte HELP erste Hilfstransporte von Medan aus nach Takengon, wo viele Vertriebene hingeflohen sind, wie auch in die Küstengebiete Banda Aceh, Lhokseumawe und auf die Insel Nias. Die Pakete enthielten neben Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln proteinreiche Zusatznahrung und spezielle Hygieneartikel für stillende Mütter und Kleinkinder.

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Epizentrum des Seebebens ist das Ausmaß der Zerstörung, die die meterhohen Flutwellen im Norden Sumatras anrichteten, besonders groß. Die Wellen drangen teilweise mehrere Kilometer weit in das Inselinnere ein, rissen Menschen, Häuser, Bäume und Straßen mit sich und hinterließen große Schneisen der Verwüstung sowie dicke, übelriechende Schlammschichten. Die Überlebenden der Katastrophe haben nicht nur nächste Angehörige und ihr Obdach verloren, sondern mit ihren Fischerbooten und Kokoshainen auch ihre einzigen Möglichkeiten, ein Einkommen zu erwirtschaften. Die obdachlos gewordenen Flutopfer haben in Schulen, Kirchen und Moscheen provisorisch Unterkunft gefunden, wo sie traumatisiert und ratlos ausharren.

Häufig stießen die Helfer vor Ort auf bürokratische Schwierigkeiten, die es mit viel Einsatz und Verhandlungsgeschick zu meistern gilt. Die Tatsache, dass der Norden Sumatras Schauplatz eines langjährigen Unabhängigkeitskampfes und indonesisches Militär allgegenwärtig ist, erleichtert ebenfalls nicht die Durchführung von Hilfsmaßnahmen. HELP hat sich jedoch mit seinen Nothilfemaßnahmen bewiesen und konnte das Vertrauen der Bevölkerung und der Regierung gewinnen. Der Wiederaufbau ist bereits voll im Gange.

Die Hafenzufahrt in Sirombu auf der Insel Nias wurde bereits wiederhergestellt, so dass per Schiff die Materialien für dem Häuserbau angeliefert werden können. Mehrere Container mit Werkzeugen und Geräten sind bereits auf diesem Weg auf Nias gebracht worden. Die Häuser werden tsunamisicher und im lokaltypischen Baustil errichtet .

Die Baumaßnahmen schließen auch die Rehabilitation von sanitären Anlagen und Brunnen mit ein. Für den Wiederaufbau wird im Rahmen unseres Ansatzes die Arbeitskraft der Flutopfer genutzt, um diesen unmittelbar ein Einkommen und ein neues Selbstwertgefühl zu verschaffen und sie aus ihrer Trostlosigkeit herauszureißen.

Zusätzlich zu den Wiederaufbaumaßnahmen werden zur langfristigen Einkommenssicherung der Flutbetroffenen Arbeitsmittel und Werkzeuge zur Verfügung gestellt und Berufsbildungsprogramme durchgeführt, die sich insbesondere an unterbeschäftigte und unterqualifizierte Jugendliche richten.

Mädchen in Sri LankaIm Distrikt Lhokseumawe, der zwischen Medan und Banda Aceh liegt, haben Tausende von Menschen ihr Zuhause verloren und mussten in Flüchtlingslager im Hinterland fliehen. Um den Familien ein Zuhause und eine Existenzgrundlage zu geben, werden Häuser und Boote gebaut sowie Bootswerften ausgerüstet. Bei diesen Baumaßnahmen wird die einheimische Bevölkerung im Rahmen eines Cash-For-Work-Programms mit eingebunden. Im gesamten Subdistrikt Tanah Pasir werden Schmiede mit Werkzeugen ausgerüstet, um auch den Menschen im verarmten Hinterland, die von Entwicklungshilfe bisher unberücksichtigt waren und jetzt durch die Beherbergung der Flüchtlinge stark belastet sind, endlich Hilfe angedeihen zu lassen.

Der Ansatz von HELP auf Nias und Lhokseumawe umfasst den Wiederaufbau stabiler Häuser, Ausbildung und einkommensschaffende Maßnahmen. Bitte helfen Sie mit, eine nachhaltige Entwicklung der Menschen in Nord-Sumatra zu ermöglichen und spenden Sie.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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© Aktion Deutschland Hilft: Wir helfen auch im Tsunami