Tsunami SüdasienDas Ausmaß der Katastrophe war zuerst gar nicht greifbar

22-08-2006

Biofarmer„Das Ausmaß der Katastrophe war zuerst gar nicht greifbar“, sagt Thomas Gerbracht wenn er an die Tsunami Katastrophe denkt. Der deutsche Bio-Farmer lebt seit 14 Jahren mit Frau und Kindern in Weligama/Sri Lanka.

Mit viel Enthusiasmus, Durchsetzungsvermögen aber auch einigen Rückschlägen entstand an der Südküste Sri Lankas das Bio-Unternehmen Target Agriculture. Auf vier Plantagen von insgesamt 150 Hektar produzieren er und seine Frau mit 300 Mitarbeitern Biofrüchte in geprüfter Qualität wie Ananas, Maracuja, Bananen und Kokosnüsse für den Export. Zusätzlich entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit ein paar tausend Vertragsbauern bei denen er unter anderem Bio-Produkte wie Früchte, Kokosnüsse, Zimt sowie Cashewnüsse ersteht. Diese werden in verschiedenen Produktionsstätten zu Säften, Trockenfrüchten, Kokosraspeln und Tiefkühlfruchtstücken verarbeitet und unter anderem auch nach Deutschland exportiert, wo sie in vielen namhaften Bioläden oder Supermärkten zu kaufen sind.

Baustelle ÖkodorfDie schicksalhaften und eindringlichen Erlebnisse der Tsunami-Katastrophe sowie die Verbundenheit mit den Opfern verstärkte sein persönliches Engagement für die Bewohner der südlichen Region Sri Lankas.

„Die Augen vor den Auswirkungen des Tsunami konnten und wollten wir nicht verschließen“, so Gerbracht.

Die Idee und Umsetzung zum Bau eines Öko-Dorfes mit Solarenergieanlage zur Stromgewinnung sowie die Integration von Produktions- und Ausbildungsstätte ließ auch nicht lang auf sich warten. Mit dem Solidaritätsdienst-international e.V., einer Mitgliedsorganisation von Aktion Deutschland Hilft, fand Thomas Gerbracht einen guten und zuverlässigen Partner.

So geht in Weligama seit Herbst 2005 der Aufbau des Öko-Dorfes „ECO-Village“ mit 50 doppelstöckigen Reihenhäusern für mehr als 400 Tsunami-Opfer stetig voran. Dieses Projekt schließt Infrastruktur- und Einkommen schaffende Maßnahmen für obdachlose und erwerblose Flutopfer ein. Das Baukonzept sieht vor eine Community Hall, eine Kindertagesstätte sowie eine medizinische Versorgungsstätte und zwei bis drei Geschäfte zu integrieren. Für den Schutz der Dorfbewohner entsteht ein Tempel.

Um die Interessen des Dorfes zu wahren und das Projekt langfristig und nachhaltig aufrecht zu erhalten ohne auf zusätzliche Spenden angewiesen zu sein, wurde der „Weligama ECO-Village Trust“ gegründet. Das Komitee, bestehend aus einem Vertreter des Dorfes, einem Mönch und Thomas Gerbracht, entscheidet wie die Einnahmen zum Wohle der Dorfgemeinschaft eingesetzt werden. „Alle Mieteinnahmen von den Geschäften sollen in den Trust fließen“, erklärt Gerbracht. „Zusätzlich muss der private Betreiber der Solaranlage seinen Strom an den Trust zahlen. Dadurch sind immer Einnahmen für das Dorf vorhanden.“

Thomas Gerbracht hat genaue Vorstellungen davon wie die Dorfbewohner ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Die Schaffung von Arbeitsplätzen wie des „Field Officer“, der die entstehenden Biobauern schult und unterstützt, sowie die Ausbildung von Fachkräften für die Verarbeitung werden Teil des Projektes. So schließt sich der Kreis“, erklärt er sein ehrgeiziges Ziel und wünscht sich: „Wir hoffen in drei bis vier Jahren 1000 Arbeitsplätze zu schaffen“.

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